Analyse Hochwasser 06/2013; Ardagger

Rund ein 3/4 Jahr nach dem Jahrhundert Donauhochwasser vom Juni 2013 gehen die Analysen in die finale Phase.
Für uns in Ardagger waren und sind 2 Fragen von größter Bedeutung, die wir auch Experten weitergegeben haben:

1) Wie war das Hochwasser 2013 statistisch einzuordnen?
2) Wie werden sich in Zukunft die gewaltigen Anlandungen auswirken?

Beschäftigt haben wir mit diesen und noch vielen anderen Fragen einerseits DI Günther Reichel, der im Auftrag des Amtes der NÖ. Landesregierung mit einer Spezialauswertung für den Bereich um Ardagger beauftragt war. Und andererseits Prof. DI Dr. Helmut Habersack von der BOKU Wien, der auch allgemeine Zusammenhänge von Hochwässern an der Donau dargestellt hat.IMG_7179


Zusammengefasst die Kernaussagen:

1) Die Anlandungen sind zwar gewaltig, haben aber gerade im Osten des Machlandes (also bei Ardagger) keine direkten Auswirkung auf die Höhe des Wassers am Schutzdamm. Ein Detail der durchaus komplexen dahinterliegenden Begründung: Das Machland ist bei einem derart hohen Hochwasser wie eine Badewanne „ebenflächig ausgespiegelt“. Kaum ein Höhenunterschied besteht bei Höchststand zwischen dem Wasserspiegel bei Ardagger/Dornach (236,09) und Unterwasser KW Wallsee/Mitterkirchen (236,21). Das deutet darauf hin, dass die Enge des Strudengaues viel mehr darüber entscheidet, wie hoch das Wasser in Ardagger steigt, als im Machland ausgelagerte Anlandungen. Trotzdem muss entlang der gesamten Donau die laufende Sedimentanlagerung als „kritisch“ beurteilt werden. Denn generell führt sie in Einzelbereichen sehr wohl zu Veränderungen des Gerinneverhaltens und sollten auf jeden Fall entlang der gesamten Donau Maßnahmen zur frühzeitigen Sedimentmobilisierung weiter verfolgt werden.

2) Das Hochwasser 06/2013 war in Teilbereichen der gesamtösterreichischen Donau nahe an einem HQ300. In Ardagger entsprechen die Höhen und Durchflüsse etwa einem HQ 150. Aus der Geschichte der Hochwässer zeigt sich, dass es immer schon in der GEschichte, Zeiten gegeben hat, in denen große Hochwässer häufig hintereinander aufgetreten sind. Eine Aussage, ob der Klimawandel Schuld sei, wollte keiner der beiden Experten bestätigen.

Hier Auszüge aus den Arbeiten der beiden Experten zum Nachlesen:

Prof. DI Dr. Helmut Habersack: HW-Situation Ardagger Markt_Habersack

DI Günther Reichel: präs_2014-02-24 – Kurzpräsentation Land NÖ – Ardagger

Hintergrund

Die Donau beeinflusst Ardagger seit jeher. Jetzt aber wollen wir uns auch in einer Langfristperspektive damit beschäftigen, um unsere Ortsentwicklung und auch die langfristige Entwicklung des Machlandes an die laufende Hochwassersituation der Donau anzupassen. Dazu läuft auch ein Bevölkerungsdiskussionsprozess, für den die Expertisen wesentlicher Input sind! Der nächste Termin für die Markter Gespräche (unsere Diskussionsrunden mit der Bevölkerung) wird der Dienstag, 25.März um 19.30 Uhr sein.

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