Gemeindevertreter: „Jugend&Beteiligung“ ist heuer spannendes Thema der kommunalen Sommergespräche in Bad Aussee

20140723_181634 Mit einer durchaus „kontroversen“ Diskussion haben die kommunalen Sommergespräche 2014 gestartet: Denn für uns Kommunalpolitiker ist das eine riesen Zukunftsfrage, wie wir generell gesellschaftliche Gruppen, die heute völlig neue „Lebensentwürfe“ leben (immer flexiblere Wohnsitze, digitale Vernetzung, globalisierte Arbeitswelten, ….usw.) in das (grad in den ländlichen Gemeinden) noch „kleine“ auf „stabile und nachhaltige menschliche Strukturen“ aufgebaute örtliche Gemeindeleben  richtig integrieren und sie auch noch daran „beteiligen“ und auch mit ihren Bedürfnissen erkennen…; Spannend, wenn unsere „kleine heile“ Gemeindewelt auf so rasante „globale digitale Entwicklungen“ auf „moderne Wanderungsbewegungen“ und „gesellschaftliches Nomadentum“ trifft. Und eigentlich: Das ist wohl nicht nur eine „Jugendphänomen“. Aber gut, dass es die Jungen „aufwerfen“ und  auf´s Tapet bringen. Denn nur gemeinsam mit ihnen können wir die Zukunft auch gestalten anstatt sie zu verwalten.

Übrigens so wie am Bild dargestellt, teilt Jugendforscher Bernhard Heinzelmayer die „Jugend“ heute gesellschaftlich ein20140723_184145.

 

Was sich die Jugendlichen selbst vorstellen und wie Gemeinden „jugendattraktiv“ sein können, das wurde mit Inputs von Fachleuten (Prof. Filzmaier); in Workshops mit Jugend-„Spezialisten“ und letztlich mit Jugendlichen selbst im „world caffee“ erarbeitet und diskutiert.20140724_165539

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Und das nehm ich persönlich mit:

> Jugendliche sind und bleiben „Jugendliche“ und haben in dieser frühen Phase des Lebens ihre Herausforderungen im Bereich der Schule und Ausbildung. Später wollen und müssen sie einen passenden Arbeitsplatz finden. Sie  wollen Freunde treffen, Leute kennenlernen, auch mal „aushängen“ und nicht immer unter „Beobachtung“ stehen – einfach auch Dinge ausprobieren und das „Leben erst lernen/erproben“. „Plätze, wo sie das tun können, sind in den Gemeinden für sie wichtig. Aber da geht´s nicht um große Ausstattung, sondern oftmals nur um „informelle“ Treff´s, die auch immer wieder wechseln – je nach Cliqu, Alter und Sozialisation. In vielen ländlichen Gemeinden sind´s auch die Vereine, die in organsierter Form „Andockpunkte“ sind.

> Jugendliche haben in der ersten Phase des „Jung Seins“ noch keinen Führerschein. Grad aber „Mobilität“ ist für Sie extrem wichtig. Weil´s ein Teil der „Selbstbestimmtheit“ und der „Abnabelung“ bzw. des „Frei seins“ für sie ist. Öffentlicher Nahverkehr, Busanbindungen bis hin zu „Moped-sharing“ u.a. muss da in unseren Gemeinden noch viel stärker angegangen werden!

> Jugendliche sind immer besser ausgebildet und finden immer öfter mit ihren Ausbildungen keine Arbeitsplätze in ihrer unmittelbaren – vor allem ländichen – Umgebung. Pendeln in jungen  Jahren beginnt schon zur Schule, zur höheren Schule und letztlich dann zum Arbeitsplatz. Und wo´s zuweit ist, bedingt´s einen Wohnsitzwechsel. Das, was das Leben in einem Ort rundum attraktiv macht, das macht´s auch für junge Menschen attraktiv und grad in jungen Jahren treffen sie „Lebensentscheidungen“ über ihren zukünftigen Lebensmittelpunkt. Also Jugendarbeit ist, einfach zukunftsfähig lebenswerte Gemeinden zu entwickeln, mit Arbeitsplatz, Vereinsleben, Freizeitangeboten, Gesundheitsversorgung usw.

> Natürlich wollen sich Jugendliche einbringen und interessieren sich für ihr „Umfeld“ und auch die „Politik“ – aber das steht naturgemäß nicht an erster Stelle, wenn´s ganz andere Sorgen junger Menschen gibt und so gibt´s einfach die Erwartung junger Menschen, dass ihre Heimat „funktioniert“ und einfach „da ist.“ Dass letztlich die Gemeinde auch dafür sorgt, dass diese Heimat immer wieder für sie, wenn sie in gewissen Lebenslagen Bedürfnisse haben und was brauchen „aufnahmebereit“ ist. „Anker“/Andockpunkte“ sind daher grad für „junge Menschen“ wichtiger als vieles andere an Gemeindeangeboten…..; Informationen im Internet, Zugehen auf junge Menschen, ein „offener“ Geist für Ideen Junger  – ihnen einfach spüren lassen, dass man sie wertschätzt, ist essentiell.

 

„Politisch“ sind jungen Menschen interessiert.Gerade gesellschaftspolitische Themen, interessieren Sie und diskutieren sie auch noch viel grundsätzlicher als „wir Alten“. Aber wir müssen politische Diskussion auch zulassen – in Schulen, in Jugendrunden und einfach auch in den Familien. Denn, wenn wir „Politik“ per se überall ausgrenzen und verweigern, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn junge Menschen dann keine Ahnung haben….; Also rein in die Schulen! Rein mit Politik ins Leben (nicht mit Parteipolitik, sondern mit GEsellschftspolitik)

Die Ergebnisse der  Tagung finden sich auf http://www.gemeindebund.gv.at zum Nachlesen.

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