Ardagger Markt: Die Sanierung des Hochwasserschutzdammes. Alle Maßnahmen nach dem Hochwasser vom Juni 2013

ÜBersicht-HW-SChutzdamm-Sanierung1) Analyse: Nach dem Hochwasser vom Juni 2013 wurden umfangreiche Untersuchungsmaßnahmen durchgeführt, die folgendes Ergebnis brachten:

  • Die Dammaussenhaut ist in Ordnung. Der dortige Lehmschlag ist dicht
  • Probleme gibt´s im Untergrund unter dem Damm: Über einer dichten Schicht aus Granit (in ca. 25 bis 12m Tiefe unter dem Damm) lagern  durchlässige sandige Schichten. Bei Hochwasser gerät das Grundwasser in diesen Schichten unter Druck und quillt unkontrolliert an den Stellen nach oben, wo es am leichtesten möglich ist. Das führt zu Ausschwemmungen von Sand und in der Folge zu Setzungen und damit zu Gefahr für die Dammstabilität. Vor allem im Bereich Mitteleinfahrt und rund um das Hochwasserpumpwerk sind derartige Aufquellungen festgestellt worden.
  • Eine Damm-Innendrainage fehlt, ist aber gerade bei lang anhaltenden Hochwässern wichtig, damit durch den Damm durchdringendes Wasser dann ordnungsgemäß abgeleitet wird.
  • Die technische Pumpenanlage und auch die Steuerung ist auf die Hochwasserstände von 2002 und 2013 nicht ausgelegt.
  • Die Sielverschlüsse lassen sich bei diesen hohen Wasserständen nur mehr schwer bedienen.040320117735

2) Daraus ergeben/ergaben sich folgende Maßnahmen, die teilweise bereits realisiert sind und teilweise noch durchzuführen sind:

  • Erneuerung der gesamten Pumpenanlage im Hochwasserschutzdamm und Erneuerung der Steuerung. Seit Sommer 2014 sind 2 neue Pumpen mit einer Förderleistung von 800l/Sekunde pro Pumpe bei Höchstwasserstand im Einsatz.
  • Anschüttung und Dammverstärkung im Bereich Mitteleinfahrt inkl. Verlegung einer Damminnendrainage. Über 9.000m3 Material wurden hier im Herbst 2014 eingeschüttet.
  • Anschüttung, Dammverstärkung und  Verlegung einer Damminnendrainage im Bereich Hochwasserpumpwerk bis Einfahrt „unterer Markt“. Weitere 5.000m3 Material werden hier ab dem neuen Jahr eingeschüttet.
  • Errichtung einer Damminnendrainage auf der gesamten Länge des Hochwasserdammes.
  • Errichtung einer HDBV (Hochdruckbodenvermörtelung) Dichtwand mit 40/50cm Stärke bis zum festen Untergrund (Granit) im Bereich Mitteleinfahrt und Hochwasserpumpwerk
  • Errichtung von 5 Sperrbrunnen, bei denen je 2 Pumpen pro Brunnen (á 40l/Sek. Förderleistung) im Hochwasserfall durch Abpumpen zu einer Grundwasserentspannung führen. auch diese Brunnen werden im Bereich Mitteleinfahrt und im Bereich Hochwasserpumpwerk errichtet.
  • Erneuerung bzw. Verstärkung der Hydraulik für die Sielverschlüsse am Hochwasserschutzdamm.

Generell ist beabsichtigt die Arbeiten idealerweise bis Mitte 2015 abzuschließen. Die Verhandlung ist erfolgt und auch die Arbeiten sind in vollem Umfang vergeben worden.

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