Regionalentwicklung: Wo die künftigen Glasfaser-Datenautobahnen ländliche Räume hinführen, liegt auch an diesen selbst. Ein Blick nach Holland „fordert“ viel Eigeninitiative!

2 von 7 Millionen Haushalten sind in Holland bereits direkt „fiber to the home“ an Glasfaserinternet angeschlossen. Wie Holland in einem weitgehend „freien“ Anbietermarkt das bewerkstelligt, welche technischen Wege beschritten werden, welche Projekte darauf aufbauen werden und wie sogar in einem so dicht besiedelten Gebiet Bürgergenossenschaften für ihren Glasfaseranschluss selbst die Initiative in die Hand nehmen, war Thema einer Fachexkursion am 9. und10.3. 2015, bei der ich als NÖ. Gemeindevertreter dabei sein durfte.20150309_125505

Am Ende geht´s mal wieder um´s Geld und darum, wer die Basisinfrastruktur mit möglichst geringen Kosten schafft. Denn je geringer die Verlegekosten durch Kombination mit Gas, Wasser oder Fernwärme sind, umso eher wird ein akzeptabler Endkundenpreis erreicht, der wiederum für sich selbst weiterentwickelnde Nutzungsmöglichkeiten Basis ist. Aber der Verlegepreis allein ist nicht alles. Gerade bei Glasfaser, das ja doch wiederum Jahrzehnte „halten“ soll, ist es auch die Lebensdauer und sind es die „Lifetime“-Kosten, ist es der „Betrieb“ und sind es die „Dienstanbieterkosten“ die es zu berücksichtigen gilt, wurde uns von den Vertretern und Partnern der Fa. Schuuring ausführlich geschildert. Eine ausgefeilte Planung, eine exzellente Abstimmung zwischen den einzelnen Ebenen ist dazu das „A&O“ und da haben die Holländer echt viel Erfahrung in einem weitgehend „freien“ Markt.20150309_134443

„Wer hätte damals vor 100 Jahren daran gedacht, was wir heute alles mit Elektrizität betreiben? Die kannten keinen Geschirrspülter, keinen Trockner und auch keine Haushaltsgeräte….“ hat mir ein Vertreter einer Glasfasergenossenschaft in der Region Drente; Nordholland eine Gegenfrage gestellt, als ich gemeint habe, man müsste das Glasfaserprojekt doch den Leuten mit den Möglichkeiten schmackhaft machen, die sich durch schnelles Internet auftun……. 20150309_184909

Aber genau diese Gegenfrage war so nebenher auch eine wichtig Erkenntnis der Fahrt: Glasfasernetze haben ungeahnte Möglichkeiten, auch in ländlichen Regionen am pulsierenden modernen Leben teilzuhaben und es einfacher zu machen: Von Gesundheitsüberwachung, Altenpflegehilfen, über Einkaufsunterstützung und Arbeitsmittel bis zu Bürgerbeteiligung, ja bis hin zu „live“ Übersetzungsdiensten und Unterhaltung reichen die bisher noch nicht einmal in Ansätzen für die zukünftigen Bewohner des ländlichen Raumes – auch vor allem in Österreich nicht erschlossenen Möglichkeiten. Die Netze – und da vor allem die leistungsfähigen Zukunftsnetze – sind Voraussetzung, dass Innovationen erst noch entstehen können. Und da wird auch die Regionalentwicklung ansetzen müssen: Mit Projekten, spannenden Ideen und mit Partnern, die die Datenautobahnen zu jedem Haushalt, dann auch für die Menschen vor Ort mit ihren Diensten nutzbar machen können.

Das Projekt „Sensor City“ in Assen hat für uns Besucher in Ansätzen aufblitzen lassen, welche Möglichkeiten eine SMART City und auch der umgebende Raum von gut und detalliert ausgebauten Netzten haben können. http://www.sensorcity.nl  zeigt eine Stadt, wo „am lebenden Beispiel“ versucht wurde, Verkehrsströme in „real time“ mit einem ausgeklügelten Sensorsystem zu erfassen und danach auch die richtigen Umleitungen, Parkplatzzuordnungen usw. in der Stadt für die Nutzer vorzunehmen. Und auch Mitfahrbörsen, die  öffentlichen Verkehrsnetze und viele andere nutzen mittlerweile die ausfallssicheren Glasfasernetze, die in der gesamten Stadt verlegt sind:

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Bevor´s ans anwenden geht, geht´s zuerst aber nochmals darum, die Netze überhaupt zu schaffen. Und da stehen wir jetzt gerade am Beginn einer wahrscheinlich noch 10 bis 15 Jahre dauernden Entwicklung, bis in den Gemeinden Niederösterreich unzählige Kilometer Glasfaserinternet verlegt sein werden….       20150309_141816

 

 

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