Ardagger: Jetzt herrscht Klarheit bei Festen unserer Vereine und Freiwilligenorganisationen und es gibt Erleichterungen für die Wirte!

IMG_3326Die Bundesregierung hat heute neue Regelungen für Feste von gemeinnützigen Vereinen und Erleichterungen für Wirte beschlossen. Hier ein erster Überblick darüber, was das jetzt für Vereinsfeste, Gastwirte und Feuerwehren genau heißt. Mehr Infos auch auf >>Kommunalnet.at

Neu bei Vereinsfesten:

  • Ausweitung der Begünstigung für kleine Vereinsfeste: Das kleine Vereinsfest wird von derzeit 48 Stunden auf 72 Stunden erweitert. Damit ergibt sich ein Gleichstand mit Körperschaften öffentlichen Rechts wie z.B. den Feuerwehren.
  • Feste von politischen Organisationen werden jenen von gemeinnützigen Vereinen/Feuerwehren gleichgestellt. Das heißt, es können an 72 Stunden im Jahr „kleine Feste“ begünstigt durchgeführt werden. Umsätze sind bei politischen Parteien aber nur bis 15.000 Euro begünstigt, die Gewinne müssen dabei für gemeinnützige Zwecke bzw. parteipolitische Zwecke verwendet werden.
  • Klarstellung in den Vereinsrichtlinien, dass Jugendarbeit und Teambuilding-Maßnahmen nicht schädlich sind für die Zwecke der Gemeinnützigkeit.
  • Im Rahmen von kleinen Vereinsfesten ist künftig auch die Zusammenarbeit zwischen Gastronomen und Vereinen möglich, ohne dass die steuerlichen Begünstigungen für Vereine verloren gehen.
  • Vereinfachung für unentgeltliche Mitarbeit bei Vereinsfesten:Für unentgeltliche tätige Vereinsmitglieder besteht keine Sozialversicherungs- und Lohnsteuerpflicht. Darüber hinaus gibt es keinen Verlust der steuerlichen Begünstigungen bei unentgeltlicher Mitarbeit vereinsfremder Personen.
  • Keine Registrierkassenpflicht für kleine Vereinskantinen, bei Öffnung an maximal 52 Tagen und einem Umsatz von bis zu 30.000 Euro pro Jahr.

Lösungen für Wirte:

  • Die Mitarbeit naher Angehöriger wird vereinfacht. Für kurzfristig mitarbeitende Familienangehörige wie z.B. Eltern, Großeltern, Kinder oder Geschwister muss keine Sozialversicherung gezahlt werden, solange die Mitarbeit unentgeltlich ist.
  • Ausweitung der Kalte-Hände-Regelung: Erzielen Unternehmen einen Teil ihrer Umsätze außerhalb von festen Räumlichkeiten (z.B. Schneebar, Eisverkauf), sollen diese Umsätze von der Registrierkassenpflicht ausgenommen werden. Das gilt dann, wenn der Jahresumsatz, der auf die außerhalb der festen Räumlichkeiten ausgeübten Tätigkeiten entfällt, 30.000 Euro nicht überschreitet (Kalte-Hände Regelung).
  • Keine Registrierkassenpflicht soll es auch für Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten geben, wenn die Umsätze 30.000 Euro nicht überschreiten.
  • Einfache und unbürokratische Anstellung von Aushilfskräften: Weniger Kosten für den Arbeitgeber, mehr Netto vom Brutto für die Aushilfskraft an bis zu 18 Tagen pro Jahr. Sozialversicherung wird pauschal abgeführt und die Aushilfe braucht keine Nachzahlung im nächsten Jahr entrichten. Alle anderen Steuern und Lohnnebenkosten entfallen. Bei 100 Euro Bruttolohn erspart sich der Wirt rund 10 Euro, die Aushilfe bekommt rund 25 Euro mehr als jetzt.

Verbesserung bei Feuerwehrfesten

  • Die Freiwilligen Feuerwehren konnten bisher an drei unterschiedlichen Tagen Feuerwehrfeste veranstalten, die einer steuerlichen Begünstigung unterliegen. Zukünftig können die Freiwilligen Feuerwehren ihre Feste mit einer Gesamtdauer von 72 Stunden steuerlich begünstigt veranstalten. Das bedeutet etwa für den Feuerwehrheurigen, dass dieser beispielsweise zukünftig auch an 12 Tagen im Jahr (zu je 6 Stunden) stattfinden kann.

2 Gedanken zu “Ardagger: Jetzt herrscht Klarheit bei Festen unserer Vereine und Freiwilligenorganisationen und es gibt Erleichterungen für die Wirte!

    1. Ja. Paul. Diese „nicht gerade Jubelschreie“ in Form von Klagen gegen die Regelung gibt´s schon, wobei von den Wirtevertretern da allerdings eher die Ortsorganisationen der politischen Parteien aufs Korn genommen werden, was aus meiner Sicht wieder mal zu einem „Schaukampf“ wird anstatt, den Kern der Herausforderung zu berühren: Der ist nämlich: Wie kann ein kleiner Dorfwirt überleben? Wie können kleine Vereine das Ortsleben und ihr Vereinsleben organisieren und ihr gemeinnütziges Engagement finanzieren und das auch bis zum Bauernbund, den Bäuerinnen, dem ÖAAB und allen, dei da halt auf Ortsebene für das Gemeinsachftsleben was machen, auch wenn sie Teiorganisationen von politischen Parteien sind? Letztlich raufen sich da jetzt wieder mal die „Kleinen“ am Land, während die große Systemgastronomonie den Wirten, die Backshops den kleine Bäckern, die Handslkonzerne den kleinen Greisslern oder Amazon den Händlern usw. den Garaus machen und wenn dann auch noch der letzte Ortsverein zusammengepackt hat, weil auch er nicht mehr darf – kein Erntedankfest, keine Bäuerinnenwanderung, kein Pfarrcaffee, keine Landjugenddisco, kein Kameradenheuriger, kein FF Frühshoppen, kein Dorffest, kein Theater mit Ausschank vom Kulturkreis, dann sind endgültig alle aus dem Dorf weg und mit ihnen auch so manches Gemeinschafts- und Freizeitangebot. Wir werden dann alle sagen: Schade, die gute alte Zeit, aber wir hättens jetzt in der Hand uns wirklich dei richtigen Fragen zu stellen und die heißt, wie können wir das STadt-Land Gefälle umdrehen anstatt uns hier zu bekriegen, wie können wir gemeinsam unsere Stärke des Landes zu einem Assett machen, dass die Leute hier bleiben und damit vom Bankomat, über den wirt bis zum Vereinsleben unsere Orte stärken…….Schade, dass sich da alle von einigen wenigen Antreiben und gegeneinander aufhetzen lassen.

      Übrigens: Die neue Regelung legalisiert eigentlich nur, was eh schon „usus“ ist. Was mich überrascht hat, weil´s bisher anders gelebt wurde, ist die 3 Tages-Regelung, wo jetzt diese 72h auch entsprechend auf mehrere Feste aufgeteilt werden können und das ist aus meiner Sicht jetzt „sehr weit“ gefasst . Für die Wirte selbst gibt die neue Regelung auch Erleichteurungen her: Bei der Sozialversicherung einerseits und zusätzlich wenn Umsätze unter 30.000 gemacht werden, dann enfällt auch die Registrierkassenpflicht für Wirte und für alle „Aussenumsätze“ gilt zusätzlich für die Wirte die „Kalte Hände Regelung“. Unterm Strich hat sich hier die Regierung wirklich was gedacht, um den Kleinen (auch bei den Wirten) unter die Arme zu greifen! Schade, dass sich jetzt die „Kleinen“ darüber darüber in die Haare kriegen!!!

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