ARDAGGER: Intensive „Friday for Future“ Diskussion mit einer Abordnung der 2. Klasse HLW Amstetten.

Im Rahmen der Initiative „fridays for future“ war am Freitag, den 21.6. die 2. Klasse der HLW Amstetten zu GAST in Ardagger. Sarah Plaimer – eine engagierte HLW Schülerin aus unserer Gemeinde – hat das Gespräch ermöglicht. Die zentrale Frage der Schülerinnen und Schüler war: „Was macht eine Gemeinde – was macht ARDAGGER konkret – für den Klimaschutz…? Dabei wurden auch durchaus konträre Standpunkte aufgezeigt und sehr wohl auch diametral entgegenstehende Interessenslagen thematisiert. Auf jeden Fall haben wir versucht, die Umwelt beeinflussende Auswirkung unseres Handelns aufzuzeigen. Zum Beispiel gab es  bei den 12 Schülerinnen von 11 den Wunsch, einmal ein eigenes Haus mit Garten im Grünen zu besitzen. Die Diskussion hat gezeigt, dass gerade dieser Wunsch, wenn man neu baut, Boden verbraucht, Verkehr erzeugt und auch andere Ressourcen verbraucht…..; Eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie unser Lebensstil und unsere Art zu Leben direkt und oft auch indirekt auf die Umwelt wirkt.

Die wichtigsten Themen/Fragen und Antworten beim Gespräch:

Was macht die Gemeinde zum Thema Energie sparen in allen öffentlichen Einrichtungen (Gemeindeamt, Kindergarten, Schule usw.)

  • Wir haben in den letzten Jahren alle unsere öffentlichen Gebäude wärmegedämmt und damit die Heizleistung deutlich nach unten gedrückt.
  • Sofern es mit den Pädagoginnen möglich war, haben wir die Raumtemperatur um 1 bis2 Grad abgesenkt
  • Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern wird das Licht schon fast überall automatisch abgedreht, wenn das jemand vergessen sollte
  • Bei Heizungssteuerungen haben wir auch bereits zahlreiche alte Pumpen durch neue ersetzt, die weniger Energie brauchen.
  • Eine Energiebuchhaltung zeigt uns mittlerweile laufend an, wo wir Energie verlieren und wenn sich allenfalls durch Fehler der Energieverbrauch in Gebäuden steigert.

Wird vermehrt erneuerbarer Energie eingesetzt oder gefördert? (PV-Anlagen, Windenergie, solare Warmwasserbereitung usw.)

  • Auf allen Gemeindegebäuden wurden in den letzten Jahren PV Anlagen installiert. Mittlerweile ist das eine Gesamtleistung von 290KWp
  • eine solare Warmwasseraufbereitung gibt es im Kindergarten Ardagger Markt
  • Windenergie haben wir überlegt, ist aber bei uns wegen des unsteten Windanfalles nicht sinnvoll. Eine vor 10 Jahren aufgetauchte Idee einer Groß-Windkraftanlage am Kollmitzberg haben wir schließlich dann wegen Landschaftsschutzgründen nicht weiterverfolgt, obwohl hier die Windstärke ausreichend interessant wäre
  • Alle Feuerungsanlagen in Gemeindegebäuden wurden in den letzten Jahren auf Pellets- oder Hackschnitzel umgestellt.

Welche Infrastrukturmaßnahmen werden gesetzt, um die Nahversorgung zu garantieren?

  • Da haben wir eine schwierige Ausgangssituation: Heute werden nämlich bereits 85% und mehr aller Einkäufe von Gemeindebürgern ausserhalb der Gemeinde (überwiegend in Amstetten oder Grein) und nicht im eigenen Ort getätigt. Das verursacht auch viel Verkehr….; Und noch dazu müssen wir uns sorgen, dass unser einziger Lebensmittelnahversorger – das Kaufhaus Moser – im Fall der Pensionierung, nicht mehr weiter geführt werden könnte.
  • Es gibt daher Überlegungen und Projekte in 2 Richtungen:
    • Mit dem Minihofladen Stephanshart, dem Ardagger Wochenmarkt, der Eierhütte am Kollmitzberg, dem BIO-Milchautomat Haunschmid und vielen anderen Initiativen wurde bereits versucht, kleinregionale Prdouktkreisläufe zu schließen und regionale Produkte anzubieten. Da haben auch die Direktvermarkter großartiges geleistet.
    • Mit der Überlegung, einen neuen Nahversorgermarkt in der Gemeindemitte bei der NMS zu errichten, soll Kaufkraft wieder in die Gemeinde zurückgeholt und sollen lange Wege vermieden werden.

Was wird getan, um mehr Grünflächen mit Bäumen zu schaffen und die Versiegelung wertvollen Bodens durch Straßenbau, Parkplätze usw. zu verringern?

  • An der Verdichtung des Wohnraumes arbeiten wir derzeit intensiv. Das heißt in Siedlungen liegende Leerflächen zu bebauen oder alte Häuser mit Wohnraum zu füllen bzw. abzureissen und mit dichterer Wohnfläche neu zu bauen. Wir wollen damit vor allem folgender Problemstellung begegnen: Noch immer wollen viele junge Menschen ihr eigenes Haus bauen und ziehen von zu Hause weg, anstatt zu Hause bei den eigenen Eltern auszubauen. Das „frisst“ neuen Boden und am Ende schafft es auch ein soziales Problem, weil die älteren Menschen, die später vielleicht sogar pflegebedürftig sind, allein im Haus leben.
  • Bei der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern haben wir vor allem in den Siedlungen und entlang der B110 viel begrünt. Es ist aber sicherlich gerade entlang der Straßen noch Potential für Neupflanzungen gegeben.

Wie kann man den Verkehr und damit den CO2 Ausstoss verringern?

Insgesamt werden mehr als 1/3 des gesamten österr. Energieverbrauches für die Mobilität aufgewendet.

  • Wir haben in der Gemeinde deshalb zur Unterstützung der Elektromobilität auch Elektro-Ladestellen geschaffen. Mittlerweile sind es 5.
  • Wir haben auch das Busnetz verdichtet, um die Menschen zum Umstieg auf Öffis zu bewegen.
  • Und wir werden jetzt in der 2. Jahreshälfte 2019 das MOSTI Anrufsammeltaxi wieder „aktivieren“

Im KLIMA-REPORT 2018 wird der Gemeinde ARDAGGER von Klimabündnis Österreich ein sehr gutes ZEUGNIS ausgestellt. Allerdings sind noch einige Aufgaben vor uns: KlimaReport_2018_Ardagger

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