Finnland´s Kommunen: Zwischen Landflucht, ambitionierten Klimazielen, digitaler Innovation, Gemeindeautonomie und dem Wunsch nach 20.000 Einwohnern pro Gemeinden.

Finnland war Mitte Oktober 2019 – während seiner EU Ratspräsidentschaft – Ziel einer hoch interessanten Bildungsreise des österr. Gemeindebundes. Das 5,5 Mio. Einwohner zählende und zugleich nördlichste Mitgliedsland der EU will zum Beispiel Musterschüler im Kampf für den Klimaschutz sein und bis 2035 hat man sich „NULL CO2 Emmission“ vorgenommen. Noch sind nicht alle Detailprojekte, die zur Erreichung des „0 emmission“ Zieles notwendig sind, bekannt, sehr wohl kennt man aber die großen Problemstellungen, die beim HEIZEN oder bei Emmissionen durch den Verkehr liegen. Allein HELSINKI hat rund € 1 Mio. für den- oder diejenigen ausgelobt, die Lösungen auf den Tisch legen. Und da man weiss, dass Strom weiterhin eine der wichtigsten Energiequellen sein wird, soll an den 4 Atomkraftwerken im Land nicht gerüttelt werden.
Einen enormen Kampf ficht Finnland derzeit gegen die Landflucht aus. Alle wollen in die Stadt, obwohl es am Land weitaus billiger wäre zu wohnen.  Aber selbst enorm hohe Wohnungspreise in den Städten halten die Menschen nicht davon ab, hierher zu ziehen.

Die Gemeindeautonomie ist in Finnland schon allein wegen der über 50% ausmachenden direkten Steuereinnahmen so hoch wie nirgends anders in Europa. Vielleicht ist diese „Autonomie“ aber auch der Grund weshalb keine Gemeinde kleiner als 20.000 Einwohner sein soll. Die Regierung wünscht sich auf jeden Fall die noch größeren Einheiten, auch wenn das bei den Menschen draussen zu vielen Diksussionen führt. Aber nachdem Kooperationen in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht in allen Bereichen so effizient waren, wie man sich das vorgestellt hat, will man dem jetzt mit Gemeindezusammenlegungen in Finnland begegnen.

Technische und digitale Innovation ist im Land ein – zwar nicht direkt wahrgenommer – aber ständiger und stiller Begleiter. NOKIA ist heute ein großer Netzwerkausrüster. Und weil die Firma als damaliger Handyhersteller vom Consumer-Markt nahezu verschwunden ist, sind heute viele ehemalige Mitarbeiter in Startups und anderen innovativen Unternehmungen des Landes tätig. Ein enormer KnowHow Pool, der auch Universitäten befruchtet hat. Die Menschen treiben hier enorm viel „Neues“ voran.

Das herbstliche Wetter war in Finnland zum Zeitpunkt der Reise deutlich kühler als in Österreich und auch naßkalt. Und auch wenn die Finnen freundlich und zuvorkommend sind, so ist ihre Handlungsweise durchaus eine, die eher von kühler Sachlichkeit als von heißer Emotion geprägt ist. Ein Markenzeichen, das dem Land aber sehr gut ansteht und mit dem die Menschen hier viel für sich und ihr Land  weiterbringen! Vielleicht gibt es deshalb auch stets diplomatische Übereinstimmung zwischen Österreich und Finnland, wie es unser Botschafter hier ausgedrückt hat. Es war auf jeden Fall eine Freude, dieses interessante Mitgliedsland unserer gemeinsamen europäischen Union kennenzulernen.

Mehr zu Finnland auch auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Finnland

     

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