Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage 16.3.2020

Sg. Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger!

Ich darf für den heutigen Montag, 16.3. einen aktuellen Rück- und Überblick über die Ereignisse und Entwicklungen das Tages geben:

  • Die Sperren der Kindergärten, Schulen und der Kleinstkindbetreuung sind in Kraft getreten. Aktuell werden nur mehr 3 Kinder in der Volksschule betreut und in den kommenden Tagen fallweise Kinder, deren Eltern zwecks Arbeit keine eigene Betreuung übernehmen können. Wer Kinderbetreuung braucht, soll sich bitte weiterhin bei den Leiterinnen und Leitern unserer Einrichtungen melden:
  • Die Kinder in der Volks- und Mittelschule wurden auch mit Heim-Lernunterlagen und Aufgabenstellungen versorgt. Die Kommunikation erfolgt zwsichen Lehrern und Schülern – speziell in der Mittelschule – auch digital.
  • Die intensive Kommunikation der Infektionszahlen der letzten Tage hat auch zu Falschmeldungen (FAKE NEWS) in den sozialen Medien über Ardagger geführt. Da wurden Infektionszahlen völlig falsch interpretiert und auch unsinnig über Quarantänemaßnahmen spekuliert. FAKTUM ist, dass heute (Montag) 15 infizierte Personen registriert sind und 122 Bescheide an nicht infizierte Personen zur Absonderung ausgestellt sind, weil sie in den letzten Tagen mit Infizierten direkt oder indirekt Kontakt hatten. Die NÖN hat darüber auch in der aktuelle Ausgabe geschrieben >> NÖN aktuelle Ausgabe 16-03-2020
  • Andererseits ist es so, dass die Berichterstattung und die Situation eigentlich eine gewisse „Selbstquarantäne“ für Ardagger entwickelt hat. Denn die Menschen sind wirklich sehr besonnen, halten alle Regeln und Auflagen penibel ein, Betriebe in der Region haben Arbeitnehmer aus Ardagger angewiesen, nicht mehr zu kommen und auch die, die es in der Gemeinde noch immer nicht wissen, werden von ihren Mitmenschen mittlerweile deutlich zur VORSICHT ermahnt. DANKE dafür auch von ganzem HERZEN!
  • Mit der Bezirksverwaltungsbehörde und der Polizei gibt es einen laufenden Informationsaustausch, der sich auch sehr gut eingespielt hat und von dem ausgehend mittlerweile auch heute einige Erfahrungen aus Ardagger bereits anderen Gemeinden im Bezirk weitergegeben werden konnten und auch Verbesserungsvorschläge Richtung Oberbehörden gegangen sind.
  • Zum Befinden von Betroffenen und Erkrankten in unserer Gemeinde kann ich berichten, dass mir 2 Personen heute unabhängig voneinander erzählt haben, dass es einen wellenförmigen Verlauf gibt. Bessere Tage wechseln mit schlechten (tlw. sehr schlechten Tagen) und an diesen gibt´s wieder starkes Fieber! Auf die leichte Schulter darf man die Erkrankung keinesfalls nehmen – so wie das auch von den Behörden laufend gesagt wird!!! Und sobald Probleme mit der Lunge auftauchen, ist überhaupt äusserste Vorsicht geboten!
  • Auch die Sitzungen der Gemeindegremien in den nächsten Tagen und Wochen wurden heute abgesagt. Alternativ versuchen wir derzeit für die Kommunikation auch Konferenzmöglichkeiten über Video, Skype und andere technische Möglichkeiten aufzubauen.
  • Ein Hol- und Bringdienstservice für Menschen, die nicht raus können, wurde heute auf freiwilliger Basis ins Leben gerufen. Es gibt keine zentrale Hotline, sondern eine Anzahl an Menschen, die einfach für ihre Umgebung Besorgungen machen oder Medikamente u.a. mitnehmen. Menschen, die etwas brauchen, werden gebeten, direkt Kontakt aufzunehmen. Das stärkt hoffentlich auch den Zusammenhalt und die Nachbarschaft für die Zeit nach der Krise.
  • Ab Dienstag werden nun auch alle Gasthäuser, wie von der Regierung vorgegeben, geschlossen sein. Für die Lebensmittelversorgung in Ardagger Markt hat die Fleischerei Freudenschuss jeweils vormittags geöffnet und das Kaufhaus Moser einen Bestelldienst eingerichtet. Mehr zu den offenen oder geschlossenen Geschäften auf >> https://wp.me/p2c3k2-5m4
  • Und da ist heute noch ein Frage erstmals aufgetaucht: Was können wir tun, damit uns in einigen Tagen die Decke nicht auf den Kopf fällt?  Und sie beschäftigt mich gedanklich – trotz der Problematik der Ereignisse – auch immer mehr. Denn natürlich besteht unser Lebenssinn auch aus ARBEIT, die wir jetzt eingestellt haben. Und Sinn geben uns familiäre und freundschaftliche bzw. Vereins – KONTAKTE, die wir jetzt, wenn wir überwiegend zu Hause sitzen, maximal noch übers Handy und WhatsAPP pflegen. Zudem verändern sich unsere Tagesabläufe, die uns HALT gegeben haben, auch auf einen Schlag….! Eine junge Frau hat mir heute in der Früh gesagt: „Normalerweise ist es hier laut, aber heute habe ich mich richtig gefreut, dass ich einen Traktor gehört habe.“
    Vielleicht gibt´s ein REZEPT wie wir diese beginnende Veränderung angehen? Oder ist es einfach nur, die Entschleunigung anzunehmen und zuzulassen …..? Wenn Du dazu eine Idee hast, dann schreib mir, bitte!

Alles GUTE und natürlich viel GESUNDHEIT!

Hannes Pressl

Ein Gedanke zu “Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage 16.3.2020

  1. Ich bereise normalerweise beruflich nahezu die ganze Welt und musste bei meinen ersten Besuchen in Latein- / Südamerika schon vor vielen Jahren feststellen, dass dort kein Stress herrscht bzw dieser anders definiert wird.
    Mittlerweile bin ich froh, wenn immer ich in diese Region kommen kann!
    Als Europäer braucht man ca 2-3 Tage, um diese Entschleunigung zu akzeptieren und auch genießen zu können!
    Was nicht heute erledigt wird, wird morgen erledigt, oder übermorgen oder halt einfach ein anderes Mal!
    Die ersten Tage einer Isolation zu Hause verlaufen ähnlich, es ist ungewohnt für uns, aber nach ein paar Tagen entdecken wir auf einmal ganz andere Prioritäten und wir können uns auf Dinge mit Freude konzentrieren, welche wir normalerweise immer aufgeschoben hätten!

    Bleibt gesund!

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