Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage 25.3.2020

Sehr geehrte Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger!

33 infizierte Mitmenschen (+4 seit gestern) sind es mit dem heutigen Tag in unserer Gemeinde. 241 sind zeitgleich in häuslicher Quarantäne abgesondert. Im gesamten Bezirk Amstetten sind es aktuell 97 Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Im nördlichen Nachbarbezirk Perg sind es 128.

Ich habe mich in den letzten Tagen selbst schon sehr gefreut, dass wir den Anstieg einige Tage eingedämmt hatten und dass die Disziplin der Menschen und die Maßnahmen bei uns Wirkung gezeigt haben. Und die Meldung über die ersten 4 Genesenen gestern hat mich so wie viele andere schnell in die Stimmung versetzt: Jetzt könnte das Schlimmste vielleicht schon geschafft sein…..; Die Realität ist eine andere und darum bitte ich heute, dass wir dieser auch weiter ins Auge schauen!

Wir waren zwar in Ardagger schneller dran mit den ersten Infektionen aber insgesamt stehen wir in Österreich jetzt erst am Beginn einer größeren Ausbreitung! Das zeigt China deutlich, wo erst nach 2 Monaten drastischer Maßnahmen in Wuhan jetzt wieder langsam die Zügel gelockert werden. Darauf lässt auch die Dramatik in den europäischen Ländern Italien und Spanien schließen, die uns gestern und heute wieder mit Fernsehbildern ins Haus geliefert wurde. Und auch wenn mittlerweile bezirksweit nur mehr 1/3 aller Infektionen in Ardagger zu finden sind, während es vor 2 Wochen noch umgekehrt war, so bedeutet das für uns, dass wir jetzt – nach dem ersten „hotspot“ in Ardagger – in eine Gesamtdynamik des Anstieges und der Ausbreitung der Krankheit österreichweit eingebunden sein werden!

Wir werden die Krankheit nicht von uns fernhalten können. Aber wir haben weiterhin die Chance, die Ausbreitung zu verlangsamen, um damit unser Gesundheitssystem in einer unausweichlichen Situation weiter handlungsfähig zu halten und besonders gefährdete Menschenleben zu retten. Aber dazu braucht´s DURCHHALTER und ABSTANDHALTER, wie die nachfolgende Grafik eindrucksvoll zeigt:

Hier liest Du übrigens mehr von Toby Morris, der diese Grafik in Aukland gezeichnet hat und der hier auf der nachfolgenden Seite auch weitere anschauliche Erklärungen über das VIRUS und auch über die Maßnahmen zur Eindämmung liefert:

The Side Eye: Viruses vs Everyone

Das Leben in unserer Gemeinde geht auf jeden Fall auch mit dem VIRUS weiter und ich freue mich riesig, dass wir mittlerweile einigermaßen gelernt haben, mit der Situation so umzugehen, dass wir einerseits Kontakte vermeiden, aber auch praktisch nicht alles zum Erliegen kommen lassen:

  • Das Gemeindeamt ist mittlerweile seit Montag wieder persönlich besetzt. Nach wie vor gilt: Bitte anrufen oder mailen und was möglich ist klären wir auf diesem Weg. Wenn aber unbedingt ein persönlicher Kontakt notwendig ist, dann bitte ABSTAND halten. Zum Schutz unserer Mitarbeiter und der Kunden!
  • Leider mussten wir bisher in den letzten 2 Wochen auch 2 Mitbürger betrauern, die verstorben sind. Die neuen Verhaltensregeln bewirken, dass die Beisetzungen ohne kirchliches zeremoniell und in kleinstem Rahmen erfolgen. Die in unseren Orten übliche persönliche Anteilnahme mit den Angehörigen leidet darunter natürlich. Sie finden auf unserer Gemeindehomepage deshalb jeweils die aktuellen Todesfälle und auch die Geburten. Nutzen Sie bitte Telefon, Mail, WhatsAPP oder andere Kanäle, um trotz der Krise bewusst auch den Trauernden zu kondolieren. Es tut einfach gut, dass man auch in Zeiten des „ABSTANDES“ weiss, dass man in der TRAUER nicht alleine ist.
  • Diese aktullen Infos gibt´s heute aus dem Kaufhaus Moser und da freuen wir uns, dass es ab Montag, den 30.3. im Kaufhaus Moser wieder los geht. Franz Moser hat heute auf facebook gepostet. Er schreibt: „Nur noch drei Tage Notbetrieb! Ab Montag, 30.3., sind wir wieder ganz normal im Einsatz für die Nahversorgung. Seit heute gibt es wieder Haubi-Brot. Zum Wochenende bekommen wir auch wieder Tageszeitungen und Illustrierte. Und ab nächster Woche sollte die gesamte Belieferung wie gewohnt funktionieren.
    Unsere Berufsvertretung hat folgende Tipps erarbeitet, die im Handel in nächster Zeit auf jeden Fall beherzigt werden sollten:

    • Abstand halten von anderen Kunden und dem Verkaufspersonal schützt alle!
    • Den Bedarf planen und gleich für mehrere Tage einkaufen, um Kontakte zu Anderen zu reduzieren.
    • Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören (z. B Senioren), sollten ihre Einkäufe nicht selbst erledigen.
    • Bargeldloses Bezahlen bedeutet mehr Sicherheit für alle.
    • Einkaufen von Lebensmitteln und Drogeriewaren ist kein Freizeitprogramm und schon gar kein Familienausflug.
    • Wenn sie sich krank fühlen – gehen sie bitte nicht selber einkaufen!

Zum Schutz des Kassenpersonals haben wir eine große Plexi-glasscheibe montiert. Falls der Kundenandrang ab Montag einmal zu stark werden sollte, kann es sein, dass der eine oder die andere Kundin vor dem Geschäft kurz warten muss. Wir wollen unter allen Umständen die Gefahr einer Ansteckung für Kunden und Mitarbeiter minimieren und verhindern, dass unser Personal noch einmal geschlossen in Quarantäne geschickt wird. Haben sie deshalb bitte Verständnis für alle getroffenen Maßnahmen. Unser Angebot für Hauszustellung bleibt selbstverständlich weiterhin aufrecht!

  • Heute habe ich mein Heimbüro einmal kurz verlassen, um gemeinsam mit Vizebürgermeister Josef Frühwirth die Angelobung durch unsere Bezirkshauptfrau entgegenzunehmen. Bezirkshauptfrau Mag. Martina Gerersdorfer, mit der ich sonst laufend tel. im Kontakt bin, hat dabei persönlich ein bisserl erzählt, was sich derzeit auf der BH abspielt: Seit 2,5 Wochen arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BH im Gesundheitsbereich im 3-Schicht-Betrieb 7 Tage die Woche an der Coronakrise (Bescheide, Erledigungen, Kontrollen usw.) Und die Mitarbeiter haben in dieser emotional angespannten Situation dort bei weitem keinen leichten JOB. Herzlichen DANK für die trotz mancher Emotionen großartige Arbeit, die die korrekte Abwicklung und Bewältigung der Krise erst möglich macht! Diese Arbeit sieht man kaum in der Öffentlichkeit, aber ohne die Verwaltung wäre die Coronakrise ein heilloses Durcheinander! Herzlichen DANK!!!
  • Mein Aufruf von vor einigen Tagen hat mir übrigens auch heute wieder 2 Videos von übenden Musikschülern eingebracht, die ich hier sehr gerne weitergebe. Das ist schon ganz großartig und wird zusammen dann mal eine Spitzenband. Nutzt Euren Online Musikschulunterricht bitte weiter!

  • Und dann kommt ja da demnächst auch OSTERN…….. Elisabeth Mayrhofer vom Kollmitzberg hat mir vor einigen Tagen diesen Ostergruß mit Eiern und Osterhasen aus Holz geschickt, den ich gerne weitergebe. Danke dafür:
    Hinter diesen hohen Mauern werden hunderte Testungen organisiert, Quarantänen exekutiert und die Einhaltung der Auflagen für die Infizierten kontrolliert. Die Verwaltungsarbeit verfolgt Infektionswege und ist das Rückgrat, um die Krankheit auch beherrschen zu können.

    ABSTAND am Gemeindeamt!!! Sicher für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiter!

 

 

3 Gedanken zu “Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage 25.3.2020

  1. Sg Hr Brgermeister, lieber Hannes! Deine konsequenten sofort geführten Entscheidungen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und die ständigen aktuellen Informationen an die Gemeindebevölkerung einschließlich der Einnhaltung der Verhaltensregeln haben zu einer Abflachung u Einschränkung des Virus geführt. Das Beibehalten mit der gesamten Verhaltensmassnahmen wird auch weiterhin Erfolg zeigen. Es geht nur darum, dass wir als betroffene Menschen lernen mit Selbstdisziplin die Situation in den Griff zu bekommen. Das vollzieht sich nur in der Einstellung u Handlungen jeder einzelnen Person. Ich weiss nach 30 Jahren Arbeit im sehr sensiblen Tätigkeitsbereich der Lebensmittelerzeugung genau um das Wie u Was! Selbstdisplin u Durchhaltevermögen ist das Erfolgsergebnis! MfG Anton Neu

  2. Wenn wir das meiste überstanden haben fordere ich unsere Politiker auf ebenso die Grenzen dicht zu machen, den Flugverkehr auf ein Minimum einzuschränken, damit wir nicht eine 2.Welle erleben und zu Weihnachten wieder Ausgangssperre haben. Man sieht ja wie durch Touristen eine derartige starke Verbreitung wie in Tirol passiert, fast alle Infizierten kommen aus dem Bereich Tourismus dort.

    Quelle: news.orf.at / 26.03.2020
    China schließt seine Grenzen für die meisten Ausländer

    Aus Angst vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle will China den meisten Ausländern die Einreise ins Land verwehren. Die Maßnahme trete am Samstag in Kraft und gelte auch für Ausländer mit gültigen Visa oder einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, erklärte das Außenministerium in Peking heute. Die Rede war von einem „vorläufigen“ Schritt, wie er auch von anderen Ländern vorgenommen worden sei.

    Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde der Volksrepublik bereits angekündigt, ab Sonntag die Zahl der internationalen Flugverbindungen drastisch zu reduzieren. Chinesische Airlines dürften jedes Land pro Woche nur noch einmal anfliegen; auch ausländische Gesellschaften dürften nur noch einen Flug pro Woche nach China anbieten.
    Fast 3.300 Tote in China

    Die chinesischen Behörden befürchten nach eigenen Angaben, dass die Einreise infizierter Menschen aus dem Ausland eine zweite Infektionswelle auslösen könnte. Bisher wurden insgesamt 541 solcher Fälle gezählt.

    Insgesamt starben fast 3.300 Menschen in Festlandchina durch das Coronavirus, mehr als 80.000 Infektionen wurden nachgewiesen. Mit drastischen Schutzvorkehrungen wurde die Ausbreitung des Virus, das weltweit erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan auftrat, allerdings eingedämmt. In letzter Zeit wurden jedoch zunehmend „importierte“ Fälle registriert, während sich innerhalb des Landes nach Angaben der Behörden kaum noch Menschen anstecken.
    red, ORF.at/Agenturen

  3. Setzt natürlich voraus das die Österreicher mal ein Jahr im eigenen Land Urlaub machen und unsere schöne Landschaft genießen. Kein Jet auf die Malediven, in die Karibik oder sonst wo hin.
    Und vielleicht wieder mehr bei uns einkaufen, nicht bei Amazon bestellen, unsere kleinen Dienstleister und Geschäfte unterstützen. Vielleich jetzt schon mit einer Anzahlung auf 10 Bier beim Stammwirten, 10 Frisuren, oder ähnliches.
    Regional ist gefragt und nicht global.

Kommentar verfassen