Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage 26.3.2020

Bild einer Pfirsichblüte – zwar schon aus dem Vorjahr – aber auf jeden Fall wunderschön!

Sehr geehrte Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger!

Es ist eigentlich schon der 27.3. in der früh, wenn ich jetzt diese Zeilen über den Vortag (26.3. in Zeiten von CORONA) schreibe. Und das hat damit zu tun, dass es auch oder gerade wegen CORONA noch mehr zu organisieren, zu besprechen oder auch auszutauschen und anzuhören oder an Erfahrungen weiterzugeben gibt und damit die Zeit schon auch mal knapp wird. Aber einfach alles der Reihe nach und der Donnerstag dieser Woche in Kurzform zusammengefasst:

  • Am 26.3. ist die Anzahl der Infizierten in Ardagger um (+1) auf 34 gestiegen.
  • Zahnarzt Dr. Johannes Gugler hat mir berichtet, dass seine eigene Quarantäne heute endet. Die Zahnarztpraxis ist deshalb seit heute Freitag wieder für einen „Notbetrieb“ geöffnet. Bitte ruf bei Bedarf die Nummer 07479 6868 Du erreichst entweder direkt jemanden oder erhältst die notwendigen Informationen via Anrufbeantworter. Persönlich hat mit Dr. Gugler geschildert, dass er sich riesig auf „draußen“ freut. Aber natürlich hat auch er Sorge wegen einer allfälligen Ansteckungsgefahr für seine Mitarbeiter und für seine Kunden. Es wird bei ihm deshalb auch mit entsprechender Schutzausrüstung, mit Abstand usw. gearbeitet!
  • 2 lange SKYPE Konferenzen gab´s gestern einerseits mit Vertretern der Pfarre als dann bis in den späten Abend hinein mit Vertretern des Gemeinderates. Neben CORONA war vor allem bei der Pfarre die Feier des OSTERFESTES 2020 das Thema. Soviel kann schon gesagt werden: Es wird zu jedem der wichtigen Feiertage von Palmsonntag bis zum Ostersonntag kurze Videobotschaften unseres Pfarrers und seiner Helfer geben. Und zwischen Gemeinde und Pfarren wird eine Aktion überlegt, wo jedem Haushalt in der Karwoche auch ein geweihter Palmzweig und ein Ostergruß mit Informationen zur Feier des Osterfestes in der Hauskirche und Familie übermittelt wird. Mit den Gemeinderäten aus allen Katastralgemeinden ist es dann um die Einschätzung und Lösung von Problemstellungen, die sich aus der Coronakrise ergeben haben und laufend ergeben, gegangen. Die großen Themen waren, dass es zunächst überall „ruhig“ ist, dass aber für die Sicherheit der Bevölkerung, die Sicherung der Infrastruktur und verschiedener Einrichtungen in der Gemeinde mittelfristig unbedingt Schnelltests notwendig wären. Da hat vor allem Mag. Alfred Langeder, der ja einen Betrieb für Labortechnik führt, die Zusammenhänge und Hintergründe für derartige Tests ausführlich erläutert.
  • Die Medien haben sich in den letzten Tagen wieder sehr für Ardagger interessiert. Auch ein Filmteam des ORF ist für heute (27.3.) angekündigt. Inhaltlich geht es einerseits um die Erfahrungen der letzten Tage und Wochen seit Ausbruch der Krankheit in unserer Gemeinde, die man auch anderen weitergeben kann und speziell will der ORF auch über die Informationsweitergabe zwischen Behörden berichten. Das Problem, dass über die Infizierten – mit Ausnahme der Anzahl – an die Gemeinden seitens der „Oberbehörden“ laut Gesetz keine Information weitergegeben werden darf, wird wohl auch thematisiert werden. Ich stehe da in Abstimmung mit anderen Bürgermeistern seit Anbeginn der Krise auf dem Standpunkt, dass dieser Austausch der Daten zum Vorteil der Betroffenen enorm wichtig wäre. Es kann Fälle von Erkrankten geben, wo es an Versorgung mangelt, wo Hilfen zu organisieren sind, wo durch gutes Handeln auch Gefährdungen für andere vermieden werden können und wo auch die Oberbehörden durch einen laufenden Kontakt der Gemeinde mit den Erkrankten wichtige Informationen über den Krankheitsverlauf für deren weitere Entscheidung bekommen könnten. Bisher – solange das wie bei uns in kleinem Rahmen war – haben sich die Betroffenen teilweise direkt auch beim Bürgermeister gemeldet oder über andere Wege der Nachbarschaft und Bekanntschaft konnten dann auch im Bedarfsfall Hilfe und sofern notwendig Unterstützung organisieren. Aber bei noch größeren Fallzahlen in den nächsten Wochen geht das nicht mehr „informell“, sondern nur mehr bei gezielter Übermittlung der Namen und Adressen der Infizierten unmittelbar von der BH an die Gemeinde. Natürlich wird jeder Name – so wie auch sonst – seitens der Gemeinde dem Datenschutz entsprechend behandelt. Aber wenn man Datenschutz in Zeiten der Coronakrise seitens der Oberbehörden weiter so versteht wie bisher, dann ist das letztlich zum Schaden für die Betroffenen. Und dann wird man irgendwann in diesem Staat zur Erkenntnis kommen, dass man mit einer übertriebenen Auslegung von Datenschutz Infizierten vor Ort Hilfe durch Personen aus dem Ort verwehrt hat. Ich glaube wir müssen gerade in der Krise auch in diesem Bereich „zusammenhalten“ und mit gegenseitigem „Vertrauen“ zwischen den Behörden alle Kräfte zur Bewältigung nutzen. Vor allem auch die Kräfte der Gemeinden vor Ort! Es soll das alles keine Kritik an Einzelpersonen oder Organisationen sein. Aber wenn wir die Erfahrungen dieser einmaligen Krise ernst nehmen, dann müssen wir Fehlentwicklungen auch aufzeigen und Verbesserungen vorschlagen. Denn bei uns in Ardagger und in den Gemeinden generell muss auch weiter der Mensch Vorrang haben und nicht der selbst auferlegte Amtsschimmel!
  • Täglich wird mittlerweile auch in den Medien davon berichtet, dass Coronatests lange dauern, dass es bis zur Bescheidausstellung lange Wartezeiten gibt, dass hier was fehlt oder dort irgendwas nicht so richtig läuft. Ich darf hier aus der täglichen Praxis sagen: JA. Manches kann schief laufen und läuft auch schief in dieser Ausnahmezeit. Und wo Menschen sind, da menschelt es auch manchmal. Ich weiss aber, dass allein die BH Amstetten derzeit mit mehr als 40 Mitarbeiterinnnen und Mitarbeitern im 3 Schicht Dauerseinsatz 7 Tage die Woche arbeitet und das mit großem persönlichen Einsatz der Mitarbeiter! Ich weiss auch, welch penible Vorsorgen im Krankenhaus Amstetten getroffen werden, um den Betrieb auch bei vielen Infektionen in der Bevölkerung gut führen zu können. Ich weiss welche Arbeit die Leute hinter der Nummer 1450, hinter dem Notruf 144 im Rettungswesen oder wo auch immer leisten und ich möchte hier nur eines sagen: LASST Euch nicht durch „SORGENMELDUNGEN“ einzelner verunsichern. Angesichts der Lage und der Entwicklung läufts bei uns wirklich exzellent. Man braucht nur nach Italien, Spanien oder mittlerweile in die USA schauen. Allein der Vergleich macht uns „SICHER“ in Österreich!
  • Damit noch der Verweis auf eine interessante weltweite Übersicht über die CORONA-Fälle, die Du dir hier anschauen kannst: https://www.covidvisualizer.com/; Danke an Johann Haas aus Illersdorf für die Übermittlung!
  • Eine große Herausforderung der nächsten Zeit – und das wird jetzt in den Details immer deutlicher – wird die „Wirtschaft“. Natürlich wird´s in einzelnen Bereichen besser oder schlechter sein. Einige Bereiche spüren noch lange nichts von einer Krise….. während speziell im Gastronomie-, Veranstaltungs- und Kulturbereich, bei Einzelpersonenunternehmen und Berufen, die stark personenbezogen sind, lange „Durststrecken“ zu erwarten sind. Auch für die Betriebe aus diesen Branchen in unserer Gemeinde wird das ein riesen Thema in den kommenden Wochen und Monaten sein. Ich bitte auch hier, zunächst Ruhe zu bewahren und bitte die Service- und Unterstützungsangebote, die seitens der Wirtschaftskammer in Vertretung für die Regierung vermittelt werden, anzuschauen und anzunehmen. Auf der WK Amstetten sitzt ein exzellentes Beraterteam, das sein möglichstes gibt. Da wird wirklich hervorragend und kompetent beraten. >> https://www.wko.at/
    Sollte aber ein dort nicht lösbarer Fall eintreten oder auch eine Situation entstehen, wo man das Gefühl hat, zwischen den Stühlen durchzufallen, bitte ich auch zu diesem Thema um direkten Kontakt mit mir, um allenfalls weitere Möglichkeiten auszuloten und Wege zu ebnen, sofern das möglich ist.
  • In der Krise sehen wir übrigens wieder, was Regionalität und Strukturen vor Ort Großartiges leisten. Vom Kaufmann, über den Bäcker, bis zum Fleischer, zum Wirt, der ausliefert und so weiter. Die Wirtschaftskammer hat mit gestern eine Plattform gelauncht, die regionale Geschäfte auflistet. Hier geht´s zum link >> https://news.wko.at/news/niederoesterreich/WK_Plattform_Regional_einkaufen.html?fbclid=IwAR11oo_Rzq8Y_spEj5gfr0Q25x5QcoRy5g1CEr6E7SqAtsNygfFo9rimh_Y und auch die ECOPlus – Wirtschaftsagentur Niederösterreich bietet da ein Service für Onlinehandel abseits von Amazon und Co an: https://www.ecoplus.at/interessiert-an/online-services/
  • Abschließend – und das „Tagebuch“ ist schon ein bisserl lang geworden heute – noch 3 Maßnahmen, die seit kurzem wiederum sogar durch eine Studie aus Singapur bestätigt sind, und die zur Eindämmung des VIRUS helfen >> lies den Bericht auf ORF.AT unter >> https://orf.at/stories/3159348/
    • Flächendeckende Schulschließungen
    • Homeoffice für die Hälfte der Bevölkerung und
    • strenge Quarantäne für Erkrankte und deren Familie

Danke auch heute wieder an so viele, die mir nette Kleinigkeiten, aber auch Informatives und Interessantes geschickt haben, das ich hier gerne weitergeben möchte.

  • Screenshot einer SKYPE Konferenz mit den Pfarrverantwortlichen in Ardagger. OSTERN 2020 wird auch ohne gemeinsame Feiern ein wunderbares FEST!
    Unser Franz Moser ziert die neue Seite der Wirtschaftskammer, wo alle jene Betriebe aufgelistet sind, bei denen man regional einkaufen kann! Das entstammt wohl dem Fotoapparat von Chris Kneissl…..:-) Super!

     

  • Danke an Johann Haas aus Illersdorf für diesen Hinweis auf die Homepage, wo die weltweite Coronaausbreitung sichtbar wird!
    Der Kurier hat gestern über Modellrechnungen berichtet, was die Aufhebung verschiedener Maßnahmen für die weitere Entwicklung der Coronafälle in Österreich bedeuten könnten.
    Und ein hier nicht näher genannter Polizist aus unserer Gemeinde hat mir gestern geschickt, wie „Homeoffice“ bei der Verkehrspolizei ausschaut!

    Bei der TIPS Zeitung ziert Ardagger die Titelseite. Schön, dass sie über „POSITIVES“ in der Krise berichten!

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