Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage – 28.3.2020

Es geht bergauf!!!!

Sehr geehrte Gemeindebürgerinnen! Sehr geehrte Gemeindebürger!

Es geht grundsätzlich aufwärts. Die Anzahl der Infizierten ist mit 34 gleich geblieben. Und zwei weitere Personen sind seit heute auch „offiziell“ wieder gesund. Somit sind 7 der insgesamt 34 Erkrankten auch schon wieder aus der Quarantäne draussen. Und eine infizierte Person ist auch vom Spital nach Hause gekommen, weil´s ihr wieder besser geht.

Je größer die Infektionszahlen in Österreich insgesamt sind, umso schwieriger ist derzeit eine Testung. Nachdem mir in den letzten Tagen auch dazu immer mehr Menschen ihre Sorgen übermittelt haben, ein paar Erläuterungen, die Dir helfen sollen, die Sache in einem Verdachtsfall noch besser einschätzen zu können:

  • Grundsätzlich ist bei einem Verdacht die Nummer 1450 anzurufen. Dort „sortieren“ die Mitarbeiter „sehr streng“ zwischen Menschen mit Verdacht auf eine Coronavirusinfektion und jenen, die nur „Einzelsymptome“ wie Fieber, Husten oder sonstiges haben. Getestet werden – nach endgültiger Freigabe durch den Amtsarzt – nur jene, wo laut Telefonanamnese ein“wahrscheinlicher“ Coronaverdacht vorliegt.
  • Wenn jemand zur Testung zugelassen ist, dann dauert es allerdings bis zu einigen Tagen bis die Testung tatsächlich durchgeführt wird. Vorgenommen wird die Probenabnahme von Teams der Rettungsorganisationen im Auftrag der Gesundheitsbehörde. „Schlüsselpersonal“ – das sind zBsp. Mitarbeiter im Spital, die zur Systemerhaltung erforderlich sind u.a. – werden im Verdachtsfall kurzfristig vorgezogen.
  • Und letztlich ist dann noch die Testauswertung. Auch hier dauert es mittlerweile zwischen 3 und 5 bis 6 Tagen, bis die Testergebnisse  tatsächlich vorliegen.

Es gibt daher mittlerweile Einzelfälle – auch in unserer Gemeinde – die zwar am Ende positiv getestet wurden, aber bei denen bis zum Vorliegen des Tests die Krankheitsymptome schon abgeklungen sind. Und mir wurde auch von einem Fall berichtet, wo nach anfänglichem „Scheitern“ an der strengen „Vorsortierung“ durch 1450 auch bei späterer Verschlechterung des Krankheitsbildes kein weiterer Versuch mehr unternommen wurde, bei 1450 wegen einer neuerlichen Testung anzufragen. Umgekehrt dürfte es leider auch Einzelfälle geben (derzeit nicht in unserer Gemeinde), wo Tester für die Probenabnahme die angeordneten Personen nicht zu Hause vorgefunden haben.

Ich darf daraus hinsichtlich TESTUNG ableiten und auch folgende Bitten anschließen:

  • Eine TESTUNG auf einen vagen Verdacht hin ist weder zielführend noch für das System, das aufgrund von vielen dringlichen Fällen, ohnehin schon hoch belastet ist, sinnvoll.
  • Bitte vertraue gerade in leichten Fällen, die grippeähnlich sind, auf die Beratung, die Du von den Mitarbeitern von 1450 bekommst. Wenn Deinen Angaben zu folge keine Testung notwendig ist, dann ist es kaum zielführend, dies mit aller Vehemenz auf anderen Wegen zu erzwingen!
  • Solltest Du allerdings aufgrund Deiner Symptome zu einer Testung zugelassen worden sein, dann nimm das bitte sehr ernst! Es ist ab dem Datum der Zulassung von Dir gefordert, dass Du zu Hause bleibst – ähnlich wie bei einer Quarantäne – auch wenn Symptome schon abgeklungen sein sollten!
  • Und solltest Du – egal ob mit oder ohne Testung – einen Krankheitsverlauf haben, der einen Spitalsaufenthalt erfordert, dann rufe unmittelbar Notruf 144 – gab aber einen allfälligen Coronaverdacht unbedingt bekannt!

Ergänzung vom 29.3.2020: Zwischenzeitlich berichtet übrigens der ORF heute darüber, dass die Testungen einfach aufgrund der am Weltmarkt fehlenden Menge an Reagenzien nur in begrenztem Umfang stattfinden können >> hier der zugehörige ORF Artikel

Und nachdem hier schon die direkten Herausforderungen mit der Krankheit beschrieben worden sind, darf ich dazu von einem weiteren Erkrankten aus unserer Gemeinde einen Verlaufsbericht seiner Coronainfektion übermitteln, den er mir heute geschickt hat. Sein Fall ist sicherlich einer derjenigen, die einen sehr schwierigen Verlauf hatten und aus dieser Sicht fallen einige Passagen sehr offen aus. >> Bericht-Corona-Patient-schwieriger Verlauf

Und jetzt noch zu den weiteren Ereignissen diese Tages in Ardagger in Zeiten von CORONA:

  • Die Regeln für´s Luft und Sonne tanken, das gerade jetzt am Wochenende notwendig ist, hat der ORF hier nochmals zusammengefasst. >> ORF Bericht Nach wie vor gilt, dass das eigene Grundstück oder die eigenen vier Wände nicht verlassen werden dürfen. Es gibt vier Ausnahmen. 1) notwendige Besorgungen für das tägliche Leben (etwa Lebensmittel, Medikamente, nötige Arzt- oder Therapiebesuche) 2) die Fahrt zur Arbeit, sofern man nicht im Homeoffice ist 3) die Betreuung von Menschen, die Unterstützung brauchen 4) und um ins Freie zu gehen – aber mit der klaren Auflage: nur alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren. Verschiedene lange und gefährdende Frühjahrsausfahrten lese ich da nicht heraus und die Beschimpfung von Polizisten, die von der Bezirksverwaltung angehalten sind, die Einhaltung zu kontrollieren, ist schon gar nicht vorgesehen. Leider kommt das aber vor!
  • Diese Woche hat für viele Menschen in unserer Gemeinde eine 14tägige Quarantänephase geendet. Auch ich war betroffen und so hat mir die NÖN einige Fragen gestellt, die ich hier beantwortet habe >> Interview mit Bürgermeister Hannes Pressl
  • Heute haben sich einige Medien vor allem mit der Rolle der Gemeinden bei der Bewältigung der Krise beschäftigt. Hierzu gab´s bislang  diese Berichte:
  • Derzeit bietet das Gh. Grünberger am Kollmitzberg Menüs und Mehlspeisen auf Vorbestellung an. Wenn Du Bedarf hast, bitte zeitig am Vormittag direkt anrufen unter 0664 3913665. Vielleicht ist auch Dein Sonntagsmenü für zu Hause noch drin!

Hier noch einige Informationen und Hinweise, die bei mir heute von Bürgerinnen und Bürgern angekommen sind:

Die Störche sind wieder da! Danke an Petra Bübl für diese erste Aufnahme!

Rudi Schnabel hat eine Aktion auf facebook gestartet, wo der von Festlichkeiten der letzten 10 Jahre Bilder postet. Da ist in der Zwischenzeit wohl das eine odere graue Haar dazugekommen. DANKE Rudi für diese Initiative, die Du unter https://www.facebook.com/rudolf.schnabel.9 täglich verfolgen kannst:

Eine riesen Diskussion in sozialen Medien hat dieses VIDEO von Harald Matousek ausgelöst. Er kritisiert darin, dass zwar kleine Spezialhandelsbetriebe, die keine Lebensmittel verkaufen, zugesperrt haben, dass aber HOFER neben den Lebensmitteln genauso auch andere Waren verkauft. Das ist massiv wettbewerbsverzerrend. Schau selbst:

Kurz vor dem Aufbrechen sind diese Knospen eines Birnbaumes. Es dauert nicht mehr lange, bis die Blüte hervorbricht!

Diese beiden Grafiken über ABSTAND und gemeinsames SCHAFFEN habe ich heute von Theresia Neuheimer bekommen. DANKE!

Dieses e-Auto von Paul Dietl aus Stephanshart hat von ihm heute ein neues Design bekommen. Schaut gleich noch schneller aus!

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage – 28.3.2020

  1. Geschätzter Herr Bürgermeister

    Das Schreiben des Erkrankten ist sehr interessant, ich habe es auf anderem Wege auch schon bekommen und möchte Ihnen meine Gedanken dazu mitteilen.

    Leider zeigt der Verfasser fast nur die Fehler auf. Anders als die Regierung, die nur das Positive, aufzeigt. 😉
    Es wäre super wenn er Lösungsansätze bzw. seine Lehren daraus, oder noch besser eine Schritt für Schritt Anleitung (welche Medikamente er genommen hat, was bei ihm Besserung bewirkte usw.) dem Schreiben abschließend anführen würde?!
    => er würde/könnte damit anderen Personen helfen, die vielleicht gerade in ähnlichen sicher sehr fordernden Situationen stecken?!!

    1. Danke Herr Hörtenhuber! Das ist eine sehr gute Anregung. Ich werde das mal bei den Betroffenen, die ich kenne, abfragen und hoffe, dass ich hier dann auch einiges im Bereich „persönliches Befinden“ zur Verfügung stellen kann……

      Im Gespräch mit dem „Betroffenen“, der diesen besagten Bericht geschrieben hat, habe ich zumindest 2 Ansätze für Verbesserungen herausgehört…..
      1) ….. dass Infizierte nicht von einer zur anderen Stelle „geschoben“ werden, dass sie nicht im unklaren gelassen werden, was jetzt als nächstes passiert und wann es passiert und dass sie nicht mit aller Kraft, die ihnen in der Krankheit ohnehin fehlt, dafür kämpfen müssen, dass endlich jemand zur Untersuchung oder zur Linderung der Krankheit kommt.
      2) ….. dass von den Medien auch für all jene, die diese Viruskrankheit noch in Zukunft zu Hause bewältigen müssen, Informationen über den Verlauf, über physische und psychische Auswirkungen und Informationen, mit welchen Medikationen und Verhaltensweisen man dem VIRUS am besten beikommen kann, berichtet wird, wie sie das auch wünschen. Ärzte könnten diese Informationen auch über Medien – ideal auch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermitteln….;

      Danke nochmals für Ihre Anregung, die sicher sehr wertvoll ist!

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