Ardagger – Frühstücksnews – Pfingstmontag, 1.6.2020

(c) Josef Strohmayr; Blick vom Kollmitzberg ins Machland und nach Oberösterreich

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Es ist Pfingstmontag, der 1.6.2020. In den Ardagger Frühstücksnews am Feiertag darf ich Dir gleich zu Beginn 3 Presseartikel weitergeben, die mir am Wochenende untergekommen sind und die mir mit einigen Diskussionen an den „wieder eröffneten“ Wirtshaustischen, doch einiges zu Denken gegeben haben. Es geht um die Situation am Arbeitsmarkt und das Wiederanlaufen der Wirtschaft aber eigentlich auch um ein gesellschaftliches Grundverständnis für die Entwicklung von Arbeit und Wirtschaft, die unseren gemeinsamen Wohlstand a la long ausmachen wird:

  • Sehnsucht nach dem Vollversorgungsstaat titelt Daniela Kittner ihren Kommentar vom Sonntag im KURIER und gibt ihm den Untertitel: „Die Krise hat Unternehmertum und Risikofreude in Misskredit gebracht. Gewinner ist der große geschützte Bereich.“
  • Verlorene Jobs kommen wieder – für manche allerdings zu langsam schreibt Aloysius Widmann im STANDARD und schildert die Situation von Arbeitslosen in besonders schwer von der Krise betroffenen Wirtschaftsbereichen. „In vielen Bereichen ist die Beschäftigung wegen Corona eingebrochen. Wann kommen die Jobs zurück?“ fragt er im Untertitel des Berichts.
  • So leidet der Arbeitsmarkt unter Corona erläutern abschließend noch die Autoren Dénes Kucsera, Monika Köppl-Turyna und Hanno Lorenz vom Think Tank AGENDA AUSTRIA. Und sie stellen in nüchternen Zahlen fest: Jüngere Arbeitnehmer und Menschen mit geringerer Ausbildung sind in viel höherem Prozentzahlen arbeitslos. In manchen Bereichen wie Gastronomie und Eventbereich gibt´s nahezu 100% Arbeitslosigkeit während im Staatsdienst gerade einmal 2 von 100 keinen Job haben.

Dazu kommen einige „Blitzlichter“ von Stammtischgesprächen und Diskussionen am Wochenende, wo mir zum Beispiel Penionisten sagten, dass ihr Einkommen trotz Krise natürlich unangetastet ist aber halt jetzt keine Zeit und Möglichkeit zum Ausgeben da war und auch eine kleine Sorge durchklingt, ob ihnen jetzt auch was weggenommen werden könnte. Da wird kritisiert, dass nicht alle schwer betroffenen Wirtschaftsbereiche gleichermaßen in der öffentlichen Wahrnehmung vorkommen. „Wer spricht einmal von Physiotherapeuten, Masseuren oder anderen EPU Gesundheitsberufen“ wurde ich da gefragt. Und da sind auch Menschen, die in staatlichen Systemen tätig sind und eher die Sorge haben, dass ihre „zentrale Leistung“ nicht ausreichend „gewürdigt“ wird, die sie in der Krise und auch jetzt noch leisten. Und dann waren da noch welche, die mir angesichts der Überlegung, zum Beispiel Kirtage und Veranstaltungen in der Gemeinde wieder verstärkt zu organisieren, sagten: „Wieso ich das wolle, da es den Standlern (in diesem Fall) eh schon nicht mehr helfe…..“;

Den bunten Mix an Einstellungen, Wahrnehmungen und persönlichen Sichtweisen kann man da wahrscheinlich endlos fortsetzen. Die zentrale Frage wird allerdings sein, ob wir die Wirtschaft und damit den Arbeitsmarkt generell rasch wieder in die Höhe bringen  oder nicht. Und wenn wir das wollen, dann braucht das einerseits Rahmenbedingungen, sodass viele jetzt „lahmgelegte“ Wirtschaftsbereiche wieder arbeiten können, es braucht Unternehmer, die trotz aller Schwierigkeiten und Virussorgen etwas angehen und es braucht Konsumenten, die auch wieder was einkaufen und „konsumieren“ und nicht nur zu Hause sitzen. Die Alternative zu alldem sind mittel- und langfristig gesamtgesellschaftliche „Ungleichgewichte“ aller Art, die letztlich auch uns selbst – wieder jeden einzelnen – aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Ich bin übrigens gespannt, wie Du darüber denkst und freue mich auch auf Deine Kommentare dazu.

Und damit abschließend zum Wirtschaftsthema noch eine kleine Umfrage, die eine Gastwirtin in einem Gespräch angeregt hat. Sie sagte, wieso müssen wir (Servicepersonal und Wirte) Masken tragen, während es die Gäste nicht müssen? Wir haben dann diskutiert, wie weit es natürlich auch eine Frage der „echten“ Sicherheit – also Schutz vor einem Weitertragen einer Infektion durch Personal von einem Gast zum anderen sein könnte….. oder auch eine Frage des „Sicherheitsgefühls“ für die Kunden. Umgekehrt ist es vor allem für das Personal über viele Stunden nahezu unzumutbar, sagte mir die Wirtin. Wie denkst Du darüber?

Gibt Dir der Mund-Nasen-Schutz, den das Personal tragen muss, als Kunde mehr Sicherheit?
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Sonst noch einiges Aktuelles aus den letzten Tagen:

Die Vorbereitungen in der Gemeinde für das Kinderferienspiel laufen. Wenn Du – auch als Verein und Veranstalter – noch Angebote hast, dann wär toll, wenn Du sie bis Ende dieser Woche noch am Gemeindeamt bei Sonja Amon bekannt gibst. Wanderungen, aber auch Besichtigungen von Besonderheiten in der Gemeinde, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt, wären toll. Vom Fotoworkshop für Kinder mit ihren Eltern bis zur Stallbesichtigung suchen wir noch Interessantes…….; Ein Angebot wird sicherlich wieder das beliebte Ponyreiten des Voltigier- und Reitverein Ardagger sein. Heidi und Ernst Blaschke haben mir da vor einigen Tagen auch ihren Betrieb am Kollmitzberg gezeigt. Übrigens ist das die richtige Tel. Nr. von Heidi Blaschke: 0650 3314432

Auch Geburtstag wurde bereits wieder gefeiert: Frau Helga Feigl vom betreuten Wohnen ist 80 Jahre alt. Hier liest Du einen kurzen Bericht >> https://wp.me/p2c3k2-68X

Unsere Nachbargemeinde Wallsee-Sindelburg trauert um ihren verstorbenen Altbürgermeister Johann Reitbauer. Nach schwerer Krankeit hat er diese Welt am 28. Mai verlassen. DANKE für die auch unter seiner „Bürgermeisterschaft“ stets sehr gute Zusammenarbeit mit ihm persönlich und auch mit der Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg.

Das Regenwetter der letzten Tag hat wohl nicht jedermann begeistert. Ich darf Dir aber hier noch ein paar Eindrücke vom Regenwetter in der Donauau zeigen. Und alle, die schon einmal in einem südamerikanischen Dschungel waren, fühlen sich da wohl wieder hinversetzt, wenn sie das sehen. Auch wir haben im „sprichwörtlichen“ Sinn einen „Regenwald“:

Rückblickend fast ein Geheimtipp war da gestern am Pfingstsonntag noch der erste Pfingstmarkt im Gh. Kremslehner, den Brigitte Haas und Anita Leitsberger aus Stephanshart da mit einem dutzend Ausstellern organisiert haben. Sie möchten das im Herbst auf jeden Fall wieder machen und da freuen sich schon ganz viele drauf, haben sie mir gestern gesagt. DANKE für Euren Einsatz!!!!

Abschließend noch einen schönen Pfingstmontag und das wünsche ich besonders mit dem Bild, das ich ganz vorne an diese Frühstücksnews hingesetzt habe. Es stammt von Josef Stromayr vom Kollmitzberg und zeigt nicht nur, dass nach Regen auch immer wieder die Sonne kommt, sondern auch wie wunderbar schön unsere Heimat ist. Alles GUTE heute an diesem Feiertag!

Ein Gedanke zu “Ardagger – Frühstücksnews – Pfingstmontag, 1.6.2020

  1. IM NAMEN DER NÖ-MARKTFAHRER MÖCHTE ICH DIR FÜR DIE POSITIVE EINSTELLUNG ZUR ABHALTUNG VON MÄRKTEN (WIE IN KÜRZE IN STEPHANSHART) HERZLICH DANKEN! VIELE KOLLEGEN HABEN SEIT MITTE DEZEMBER KEIN EINKOMMEN UND SIND DAHER AUF JEDEN MARKT ANGEWIESEN – IN UNSERER BRANCHE IST ES SO WIE IN VIELEN ANDEREN BERUFEN – ZERSTÖRT UND ZUGESPERRT IST SCHNELL-EIN NEUSTART IST DANN IN VIELEN FÄLLEN NICHT MEHR MÖGLICH.
    MFG BARTH ERNST OBM.STV. MARKTHANDEL NÖ

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