Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 14.7.2020

(c) Franz Schmatz: Sommerblumen

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Nachdem am Donnerstag wieder Biomüllabfuhr ist und ich kürzlich zufällig dieses Bild des Inhaltes einer Biotonne in unserem Gemeindegebiet gemacht habe, darf ich heute das Thema „Mikroplastik“ – auch bei uns und nicht nur in den Weltmeeren – aufgreifen. Eine ZDF Dokumentation zeigt nämlich ganz deutlich, dass auch unsere Böden in Mitteleuropa mit Mikroplastik verseucht sind und das bereits oft 20x mehr als die Weltmeere. >>Hier geht´s zum Bericht im ZDF und ab der 23.Minute in diesem Film siehst Du dann auch, warum von der Biotonne viel Mikroplastik ausgeht. Hintergrund ist, dass einfach mit dem Biomüll viele Fremdstoffe und vor allem auch Plastikteile mitentsorgt werden, die am Ende nicht alle restlos aus dem Biomüll herausgefiltert werden können und letztlich in den Boden gelangen. Damit ist da gleich noch die Frage nach den „Biosackerln“ aus Maisstärke oder anderen organischen Materialien. Dürfen die jetzt in den Biomüll? Die EU Richtlinie besagt dazu, dass solche Sackerl unter Anwendung industrieller Kompostverfahren binnen 12 Wochen verrotten müssen und dann noch 10% übrig sein dürfen. Das macht bei den herkömmlichen Kompostaufbereitungen für unseren Biomüll aber Probleme: Nur 4 bis 6 Wochen braucht eine normale Kompostrotte. Die Biosackerl werden in dieser Zeit zwar zerkleinert aber noch nicht in ihre Bestandteile zerlegt und wandern somit – trotz Ökorohstoffen aus denen sie gemacht sind – auf die Felder oder dorthin wo der Kompost dann aufgebracht wird und sind letztendlich – solange sie noch nicht abgebaut sind – auch Mikroplastik! Am besten also: Biomüll einfach ohne Sackerl in die Tonne und auch sonstige Fremdstoffe aus dem Müll entfernen! Was noch geht in der Biotonne ist Altpapier – das kann auch im herkömmlichen Kompostverfahren problemlos zerlegt werden. >> Hier eine Information unseres Umweltverbandes zum thema „Bioabfall“

Wusstest Du eigentlich, dass die Gemeinden  – also auch Ardagger – gesetzlich verpflichtet sind, den Rettungsdienst mitzufinanzieren? Da die Rettungsorganisation alleine für die Gemeinden nicht sinnvoll möglich ist, gibt es schon seit Jahrzehnten größere Lösungen – zum Beispiel bei uns mit der Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Amstetten, wo auch alle Amstettner Umlandgemeinden mit dabei sind. Und nachdem sich der Rettungsdienst laufend hinsichtlich Qualität, Einsatzzeiten und Einsatzorganisation weiterentwickelt, hat man nun auch hinsichtlich Finanzierung einen nächsten Schritt gesetzt: Ab 2021 wird seitens der Gemeinden in Niederösterreich nicht mehr direkt an die örtliche Rot-Kreuz Diensstelle gezahlt, sondern die Mittel für den Rettungs- und Krankentransport werden zentral eingehoben. Neu ist damit auch, dass es einheitliche Beträge – je nach ihrer Finanzkraft – für alle NÖ. Gemeinden geben wird – egal ob sie im hintersten Winkel des Landes liegen oder im Zentrum. Das ist deshalb eine massive Veränderung, weil gerade kleine Dienststellen in ländlichen Regionen bisher massiv mit Finanzproblemen kämpfen mussten und bis zu € 20,–/Einwohner und Jahr von deren Gemeinden dafür gezahlt wurde, während die Beträge bei uns bisher nur ca. € 5,30/Jahr und Einwohner betragen haben. Nachdem die Menschen aber in allen Landesteilen bei einem Unfall so schnell wie möglich versorgt werden müssen, hat man sich hier jetzt zu einer solidarischen Finanzierung durchgerungen. Für Ardagger wird´s in nächster Zeit bedeuten, dass der Rettungsdienstbeitrag, der dann eingehoben wird, ansteigt. Fast das Doppelte wird er ab 2021 für uns in Ardagger betragen. Letztlich ist das aber mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass das Land Niederösterreich, das Rote Kreuz und die Leitstelle Notruf 144 damit gewährleisten, dass Verunfallte selbst im hintersten Winkel dieses Landes rasch vesorgt und in ein Krankenhaus transportiert werden können und dazu auch alle Gemeinden in Niederösterreich für ihre Bürgerinnen und Bürger solidarisch beitragen. Während die Umstellung für die Menschen mit Krankheit oder bei Unfall einen Mehrwert bringt, ist diese Veränderung natürlich im Hintergrund eine große Herausforderung für die Einsatzorganisationen, die jetzt bei der Aufteilung der Rettungsfahrzeuge und der Ausstattung auch den nächsten organisatorischen Schritt gehen werden! >>Mehr zu unserem ROTEN KREUZ in Amstetten findest Du übrigens hier und das Team rund um Beatrix Lehner und Herbert Haselsteiner freut sich auch in Zukunft auf Dich, wenn Du bei einem der Projekte oder auch im Rettungsdienst mithelfen willst!

Und nachdem gerade in unserem Nachbarbezirk Perg und im angrenzenden Oberösterreich in den letzten Tagen und Wochen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus wieder angestiegen sind, beschäftigen sich natürlich zahlreiche Medien wieder verstärkt mit den längerfristigen Krisenauswirkungen. 2 Beiträge der letzten Tage darf ich Dir dazu empfehlen:

Abschließend für heute darf ich noch eine Einladung nach Nöchling weitergeben. Nachdem in der Region viele Sommertheater, Musicals oder auch Konzerte und die Theaterfeste überwiegend abgesagt wurden, gibt´s da doch im kleinen NÖCHLING ein interessantes Angebot. Julia Fichtinger udn Markus Teufel, die eine Zeitlang bei uns in der Gemeinde gelebt haben, haben dort unter www.kulturnoechling.com, das Theaterprojekt „ROMEO und JULIA“ auf die Beine gestellt und bieten auch noch zahlreiche andere kleine aber feine kulturelle Angebote an. Schau einfach mal rein und vieleleicht ist was für Dich dabei. Gratulation übrigens an die beiden und „Hut ab“ vor ihrem Mut und ihrer Einsatzbereitschaft für die Kultur in der Region!!!

Alles GUTE noch für diesen Dienstag und einen schönen TAG mit diesem Bild aus einem Garten in Ardagger Markt. Ein wunderbares Plätzchen, das wahrscheinlich viele „Geschichten“ erzählen kann.

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