Ardagger – Frühstücksnews – Mittwoch, 5.8.2020

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Der Scheitel der Hochwasserwelle an der Donau dürfte heute am Mittwoch bereits jetzt in der früh erreicht worden sein. Alle Prognosen zeigen bereits wieder nach unten. Eine Flutung des Machlandes und auch ein Überlaufen des Donauwassers ins Augebiet war jedoch nicht vermeidbar. Immerhin war es doch ein Hochwasser mit einer durchschnittlichen Häufigkeit, wie es jedes Jahr einmal auftritt (HW1). Wie groß dadurch der Schaden an den landwirtschaftlichen Kulturen sein wird, ist noch nicht abzuschätzen und hängt jetzt auch davon ab, wie schnell das Wasser wieder abfließen wird. Auch ist jetzt in den Morgenstunden noch offen, wie groß der überflutete Bereich in der Donauau sein wird. Durch eine vor einigen Jahren erfolgte Umstellung der öffentlichen Schadensersätze von einem Zuschuss- auf eine Versicherungssystem wird es jetzt erstmals für alle Betroffenen wichtig sein, auch entsprechende Versicherungen abgeschlossen zu haben. Bitte rasch Schadensmeldungen bei der Versicherung einbringen!

Noch ein Hintergrund zum Donauhochwasser in Ardagger und speziell im Augebiet: Die Donau ist ja im Normalzustand immer um rund 1,5m höher als der Wasserpegel im dahinterliegenden Machland Süd (Blau eingezeichneter Bereich). Im Hochwasserfall, wenn die Donau einen Pegel bei Ardagger von 230,00 (Niveau der Dammstraße-Teppelweg beim Schatzkastl) überschreitet, fließt sie ins Machland ein. Damit allerdings die Dämme nicht bersten wird bereits Stunden davor eine künstliche Flutung des Machlandes durchgeführt und der Wasserspiegel im dahinterliegenden Augebiet durch Einlassen von Donauwasser über das „Sielbauwerk“ bzw. Pumpwerk des Verbund durchgeführt. Normalerweise sollte die Gegenflutung abgeschlossen sein, wenn die Donau dann über die Marke 230,00 „überfällt“. Wenn der Donaupegel wieder sinkt, dann geht´s umgekehrt: Die Schleusen des Pumpenbauwerkes werden geschlossen und das Pumpwerk pumpt Wasser solange aus dem Augebiet heraus, bis wieder ein „Normalzustand“ von -1,5m unter Donauniveau erreicht ist. Das dauert allerdings meist mehrere Tage und hinterlässt im Augebiet nicht nur Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen, sondern auch Wasser in den Mulden. Was grundsätzlich ein natürliches Phänomen ist, ist dann aber auch Brutstätte für Gelsen – vor allem wenn die Temperaturen rasch steigen.

Ich darf abschließend allen DANKEN, die eine reibungslose Abwicklung dieses Hochwassers ermöglicht haben. Auch wenn es nach 6 Jahren das erste mal in der Vegetationsperiode ist, dass der Machlandpolder gefüllt wurde, hat alles reibungslos funktioniert, von den polizeilichen Anordnungen über die FF Alarmierung und die Aufstellung der Straßensperren durch Straßenmeisterei und Gemeindemitarbeiter, das Ausräumen der Anlegestellen usw. Und besonderer Dank auch an die Betroffenen, die auch vorsorglich ausgeräumt und ausgelagert haben, um den Schaden zu minimieren!

Alles GUTE auf jeden Fall für den heutigen – wahrscheinlich noch langen Tag – wo das Hochwasser an der Donau einfach „steht“!

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