Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 18.8.2020

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Seit gestern (Montag, 17.8.2020) gibt es wieder einen aktuellen Corona-Infektionsfall in der Gemeinde Ardagger. Insgesamt ist es die nun schon 46. Erkrankung in unserer Gemeinde seit Beginn der Pandemie im März 2020. Während die anderen Infizierten alle wieder gesund sind bzw. deren „Absonderungen“ aufgehoben sind, sind jetzt alle mit der aktuell infizierten Person gemeinsam wohnenden Menschen von der Behörde unter Quarantäne gestellt worden. Wo sich die betroffene Person angesteckt hat, ist nicht eindeutig geklärt. Die Ansteckung könnte auch von einem Auslandsaufenthalt herrühren. Alles GUTE für die erkrankte Person und alles GUTE auch den Mitmenschen, die nun unter Quarantäne stehen.

Der ORF publiziert übrigens laufend alle Österreich weiten aktuellen Entwicklungen und Zahlen (auch nach Bezirken) zum Coronavirus unter >> https://orf.at/corona/stories/daten/

Für vergangenen Sonntag hat Gerald Tagwerker aus Stephanshart einen Tauchgang von Feuerwehrtauchern zum historischen Schiffswrack organisiert, das seit 75 Jahren ca. 3 km flussaufwärts vom Gh. Schatzkastl am Treppelweg liegt. Bei Mittel- und Niederwasser ragen immer wieder Teile davon auch aus dem Wasser.  Leider mussten die Taucher nach einiger Zeit wegen schlechter Sicht und widrigen Strömungsverhältnissen abbrechen. Trotzdem darf ich hier folgende Informationen, die  Gerald Tagwerker zusammengetragen hat, weitergeben und auch einige historische Bilder.  Bei besseren Verhältnissen soll der Tauchgang wiederholt werden. DANKE an Gerald Tagwerker für die Recherche:

„Seit 75 Jahren liegt beim StrmKm 2088,7 re Ufer im Gemeindegebiet von Ardagger das vermutliche Wrack der Marinefährpräme AT916. Diese „Fährpräme“ war bestand der deutschen Kriegsmarine und in die Donauflottille integriert. Ursprünglich wurden solche Schiffe für das Unternehmen „Seelöwe“ gebaut, wobei es vorgesehen war Truppen und Nachschub ans britische Festland zu bringen. Der Plan sah vor, dass deutsche Truppen Großbritannien über den Seeweg einnehmen sollten. Dies blieb bekanntlich aus. Deswegen hatte man für diese Schiffe keine weitere Verwendung mehr. Aufgrund ihrer guten Seetauglichkeit, verfügbarem Frachtraum und modularer Bauweise wurden sie weiterhin in den Werften gebaut. So wurde auch AT916 im Jahre 1943 in den Linzer Schiffswerften in Auftrag gegeben und ab 1944 im heutigen österreichischen Donauraum eingesetzt. Hauptsächlich diente AT916 für Versorgungsfahrten. Zusätzlich wurde sie für Selbstverteidigung mit Waffen bestückt. Darunter zwei 8,8cm Abwehrgeschütze, ein 7,5cm Geschütz und zwei 2cm Vierlingsflaks zur Fliegerabwehr.

Am frühen Morgen des 6.5.1945 lag die AT916 am rechte Ufer bei 2088,7. Das handschriftlich verfasste Tagebuch des leitenden Maschinisten überliefert uns, dass vormittags das Schiff von der anderen Uferseite bereits von US-Amerikanischen Streitkräften beschossen und schwer beschädigt wurde. Die Besatzung fand keinen Ausweg mehr in den ohnehin sinnlosen Tagen vor der Kapitulation und gab das Schiff auf. In der Abenddämmerung wandten sie sich an die Zivilbevölkerung, die noch die Möglichkeit bekam, alles Brauchbare vom Schiff zu schaffen. Das Schiff war randvoll mit Munition, Versorgung und weiteren Nachschub, was zu den deutschen Truppen nach Ybbs hätte geliefert werden sollen. Dies sollte für die Zivilbevölkerung ein äußerst risikohaftes Unterfangen sein, denn der Beschuss der US-Armee hielt weiter an.

Der Besatzung war klar, dass der Krieg bereits verloren gewesen war und sie versuchten für sich ein möglichst angenehmes Ende herbei zu führen. Ihnen war zudem auch klar, dass russische Verbände knapp vor Amstetten standen. So führten sie ihren letzten Befehl aus, der allgemein in der deutschen Wehrmacht bekannt war. Sie sprengten das Schiff mit der restlichen Munition, um es keinesfalls in Feindeshand zu übergeben. Anschließend setzten sie sich zu Fuß nach Westen ab, wo sie in amerikanische Kriegsgefangenschaft gingen.

Seit diesem Zeitpunkt an liegt das Wrack der AT916 an jener Stelle, wo sie heute liegt und bei guten Verhältnissen zu erkennen ist.

Exakt auf den Tag genau 75 Jahre später am 6.5.2020 erhielt ich (Anmerkung: Gerald Tagwerker) jenes Tagebuch, was mich zu diesem Schluss kommen lässt. Mit der Unterstützung der Tauchgruppe West der NÖ Freiwilligen Feuerwehr möchte ich letzte Zweifel bereinigen und bestätigen, dass jenes Wrack bei StrmKm 2088,7 das der AT916 ist. Ein erster Tauchgang mit Vermessungsarbeiten fand dazu am 16.8.2020 statt. Weitere werden folgen.“

Bei den Glasfaserarbeiten in der Gemeinde wird aktuell auch ein großer Kabelpflug eingesetzt. Mit diesem Gerät können auf „offener Strecke“ – sofern keine Leitungsquerungen vorliegen – rasch Leerrohre verlegt werden. Aktuell wurde am Montag in der KG Stephanshart die Strecke Albersberg bis Leitzing gepflügt. Die Zuleitung nach Kälbersberg soll heute am Dienstag noch folgen. Danke an die Grundstücksbesitzer für das Entgegenkommen und die perfekte Koordination der Arbeiten nach dem Abernten der Felder! Damit rückt das Ziel von Glasfaser-Internet auch in jenen Gebieten der Gemeinde näher, wo es aktuell eine extrem schlechte Bandbreite gibt.

Und die schlechte Bandbreite bestätigt aktuell auch der Breitbandatlas des Bundesministeriums. Moos, Albersberg und Leitzing zählen aktuell zu den am schlechtesten mit Festnetz-Internet versorgten Gegenden in der Gemeinde Ardagger, wie das nachfolgende Bild und die Karte mit den Downoadkategorien zeigt. Mehr dazu ist für jedermann unter www.breitbandatlas.at abrufbar.

Dann möchte ich Dich noch auf einen tollen Feuerwehrausflug hinweisen: Die Freiwillige Feuerwehr Stift Ardagger hat am Wochenende nicht das „Weite“ gesucht, sondern ist in der „Nähe“ – im Einsatzgebiet von Stift Ardagger – gewandert und hat hier auch Einkehr gehalten. Ganz einfach aber eine spitzen Idee und Umsetzung, die wirklich nachahmenswert ist! Gratulation ans Team und ans Kommando!

Abschließend darf ich Dir heute noch einen vielleicht hier unvermuteten Hinweis auf das Europäische Forum Alpbach weitergeben. Du kennst das vielleicht aus dem Fernsehen …… und denkst Dir möglicherweise, dass da ja nur die „Großen“ der Welt ein und aus gehen……; Die Veranstaltung ist für alle offen und heuer ganz besonders, weil auch das Forum Alpbach als digitaler Event des Austausches und der Weiterbildung aufgezogen sein wird. Und wie sollte es anders sein in Zeiten von Corona und digitaler Veränderung: Auch das heurige Forum der besten Köpfe beschäftigt sich mit diesen Themen. Da es heuer „online“ stattfindet, ist es ja auch von zu Hause aus möglich, dabei zu sein. Hier findest Du auf jeden Fall alles Infos und das diesjährige Programm auf https://2020.alpbach.org/

 

 

Für den heutigen Dienstag, den 18.8.2020 wünsche ich Dir alles GUTE und einen schönen Tag und hoffentlich waren es brauchbare Informationen, die Du mit diesen Frühstücksnews heute bekommen hast.

 

 

 

 

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