Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 12.1.2021 zum Thema „Sonnenstrom“

(c) Monika Raffetseder

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Ich darf die heutigen Ardagger Frühstücksnews ausschließlich dem Thema Erneuerbare Energie Gemeinschaften für Sonnenstrom und Photovoltaik-Förderung ganz generell widmen.

Anlass ist heute am 12.1.2021, dass ab 17.00 Uhr wieder die ÖMAG Photovoltaik Einspeistarifförderung beantragt werden kann. Für Ökostrom von PV-Anlagen, die auf Dächern aufgelegt sind oder in Gebäuden integriert sind (zb in Fassaden) kann ein Stromeinspeisetarif von 7,06 cent/KWh für insgesamt 13 Jahre erwirkt werden. Diese Tarifförderung ist zusätzlich noch mit einer Investitionsförderung des Bundes kombinierbar, die extra zu beantragen ist und für kleine Anlagen bis € 250,–/KWp (ab dem 10. KWp € 200,– und ab dem 21. KWp dann € 150,–) betragen kann.

Insgesamt sind bei der Einspeistarifförderung Anlagengrößen von 5KWp bis 200KWp förderbar, die ausschließlich Aufdach oder Gebäude integriert sind. Beim einmaligen Investitionszuschuss sind Anlagengrößen von 5KWp bis 50KWp förderbar. Hier sind auch kleine Freiflächenanlagen förderbar.

Für die Dimensionierung, Förderberatung und Kalkulation empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Energieversorger bzw. Deinem Elektriker des Vertrauens. Professionelle Anbieter beraten Dich auch bei der Einreichung bzw. nennen Dir alle erforderlichen Schritte in der richtigen Reihenfolge.

(c) http://pv-gemeinschaft.at

Und damit noch zu den zukünftigen Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften bzw. den Bürgerenergie-Gemeinschaften. Dazu ist im sogenannten Erneuerbare-Energien-Ausbaugesetz, das derzeit in Begutachtung ist, vorgesehen, dass diese zum Austausch von erzeugtem Ökostrom gegründet werden können. Das Interessante dabei ist, dass diese dann Strom auch über das Netz des Energieversorgers zu günstigeren Durchleistungsgebühren und mit Abgabenbefreiungen  austauschen können. Der Austausch ist auf den Netzebenen 5-7 möglich. (Netzebene 5: Mittelspannungsnetz. Netzebene 6:Transformatorenstationen zwischen Mittel- und Niederspannung. Netzebene 7: Niederspannungsnetz). Die Netztarife sollten laut Entwurf auf Netzebene 6 udn 7 um 60% und auf Netzebene 5 (Regionalbereich) um 30% reduziert sein. Weiter sollen diese Gemeinschaften auch vom Erneuerbaren-Förderbeitrag und von der Elektrizitätsabgabe bzgl. PV-Strom befreit sein.

Am Ende ist in der Praxis zu erwarten, dass der Austausch von erneuerbarem Strom aus Photovoltaikanlagen von einzelnern Häusern so günstig ist, dass dieser für Einspeiser und Abnehmer in einer Gemeinschaft eine entsprechende „WIN-WIN“ Situation ergibt.

Mehr Infos zu den neuen Gemeinschaften gibt´s schon auf www.pv-gemeinschaft.at und auf den Detailseiten ….

Die Energieversorger und Netzbetreiber haben laut Gesetzesentwurf die neuen Energiegemeinschaften übrigens zu unterstützen und die Installation der jetzt neu kommenden „Smar Meter“ ist eine technische Voraussetzung für die Energiegemeinschaften

In unserer Gemeinde Ardagger haben wir das Ziel mit der neuen Gesetzesregelung viele kleine Erneuerbare Energie Gemeinschaften zustande zu bringen. Diese sollen sich idealerweise auf den Netzebenen 6 und 7 rund um die TRAFOS bilden. Dort gibt es dann nach dem neuen Gesetz die Möglichkeit zu den günstigsten Durchleistungsgebühren Strom auszutauschen und auch die Anbieter und Abnehmer sind überschaubar und kennen sich. Im Frühjahr/Sommer 2021 ist nun vorgesehen, dass wir auf die Bürgerinnen und Bürger mit dem Vorschlag für solche Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in kleinen Versammlungsrunden zukommen. Davor müssen wir natürlich die Gesetzesgrundlage abwarten und demnächst gibt es auch schon Grundsatzgespräche mit der Netz.NÖ., um auch die Voraussetzungen auf dieser Ebene auszuloten.

Mit diesem Weg ist beabsichtigt, den Ausbaugrad von PV Anlagen in der Gemeinde zu steigern, gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit für jede einzelne Anlage zu erhöhen und damit insgesamt den Ersatz von Strom aus dem Netz durch Sonnenstrom vom Dach in den Siedlungen und Gretzln voranzutreiben.

Bitte überleg auch Deinerseits schon, ob Du auch in eine größere PV Anlage investieren solltest und diese in der Folge auch nutzt, um Überschußstrom in eine Energiegemeinschaft mit Deinen Nachbarn einzubringen! Wir kommen mit diesem Anliegen in den nächsten Wochen und Monaten auf Dich zu.

Abschließend noch ein Hinweis auf die Sorgen der Netzbetreiber und Energieversorger, die in diesem Zusammenhang nicht unberechtigt sind und auch angesprochen werden müssen: Viele zukünftige kleine Energieerzeugungseinheiten am Ende des großen Stromnetzes drehen das NETZ nämlich gleichsam um und während früher ganz vorne das große Kraftwerk stand und ganz hinten am Ende die Abnehmer, erzeugen jetzt die Abnehmer den Strom und liefern ihn ins Netz. Die Netze sind dafür nicht ausgelegt und müssen daher auch „nachgebaut“ udn angepasst werden. Dazu zählt auch die Steuerung, die zukünftig auch die smart meter zur besseren Steuerung von Angebot und Nachfrage benötigt. Es soll hier nicht sorgenvoll klingen, aber auf jede Fall weisen die beiden nachfolgenden Presseartikel auf die Problematik hin, die dazu auch übergeordnet gelöst werden muss:

Ganz zum Schluss auf jeden Fall noch einen schönen Tag und wär schön, wenn Du heute überlegst, auch eine PV Anlage zu installieren und zukünftig Deinen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dein Dach hat Platz, Dein Strom kommt auch nicht nur aus der Steckdose und könnte in Zukunft von Deinem eigenen Dach kommen und die Förderungen sind derzeit echt günstig. Machen wir gemeinsam etwas für die Umwelt und eine saubere Energieversorgung!

Ich wünsche Dir einen schönen TAG!

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