Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 19.1.2021

(c) Franz Nenning

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Es gibt Tage wie heute, da gibt´s es nicht soviel NEUES oder Sensationelles oder auch nichts faktisch großartig Hilfreiches zu berichten. Ja, es ist schon für viele wichtig, dass……..

  • am Kollmitzberg und in Stift Ardagger seit gestern wieder Glasfaser eingeblasen wird
  • dass dort wo wieder neue OTO Dosen montiert wurden, dass wir die so rasch wie möglich auch anspleissen, damit der Glasanschluss genutzt werden kann
  • und dass heute bitte der gelbe Sack rausgestellt wird……

Es gibt aber Tage – und ich glaube diese Tage zählen grad dazu, da gäbe es mehr zu erzählen…….:

Erzählungen von Menschen aus unserer Gemeinde, die sich nach der gefühlt x-ten Lockdwohnverlängerung wieder neu orientieren müssen, für die Perspektiven zusammenbrechen und sich Ziele aus den Augen verlieren. Einzelne Branchen, in der Gastronomie zum Beispiel oder auch beim Homeoffice und dort wo Kinder zu Hause im „Distance learning“ mittlerweile fast ein halbes Jahr mit Unterbrechungen in einer Mischung aus Lehrer und Eltern unterrichtet werden…….;Und wo erste Eltern ernstlich überlegen, diese Kinder einfach wiederholen zu lassen……

Erzählungen von Menschen, die geradezu um die ersten Impfstoffe „buhlen“ und so schnell wie möglich dabei sein wollen. Nicht nur, wo kann ich mich anmelden, wird da gefragt sondern es werden auch „alte Netzwerke und Seilschaften“ ausgepackt, um vielleicht doch irgendwie noch schneller zu sein und sei eigenes Heil in Erfolg zu verwandeln…….. Erzählungen aber auch von jenen, die sich nicht um die Burg werden impfen lassen werden und das alles für schlichtweg völlig unnötig und falsch halten und Geschichten von denen, die wissentlich zwar die Notwendigkeit sehen, aber eigentlich noch abwarten wollen….. wer weiss – vielleicht taucht ja noch was auf……..?

Erzählungen von Menschen, die – egal was Corona grad so mit sich bringt – sowieso genug eigene Sorgen und Probleme haben. Die mit Veränderungen bei sich und rund um sich herum zu kämpfen haben und wo Aussenstehende zwar ein bisschen Ordnung und Hilfe bringen können, aber eigentlich auch wieder nicht………..; Viele dieser Erzählungen wären fast kleine Sensationen für sich aber letztlich sind sie zutiest menschlich und persönlich ……

Erzählungen von Menschen und Unternehmen, die wie eh und je laufend daran denken, wie sie sich und ihren Betrieb weiterentwickeln, die Ideen haben und einfach auch was versuchen. Die auf jeden Fall das wirtschaftliche Auskommen sichern wollen, ihr Eigentum sinnvoll führen und entwickeln wollen. Und wo bei einigen natürlich auch Geldanlage und unternehmerischer Gewinn direkte und indirekte Triebfedern sind. Sie haben Ausbaupläne, suchen Partner und Unterstützer und wollen einfach „machen“. Ja, es sind auch diese vorsichtig und „bedacht“ und sie leben mit Corona und mit allen Regeln, aber eigentlich haben diese Regeln nie die „Dominanz“ über ihr Handeln erlangt, sondern sie leben wie eh und je voll in der „Zukunft“ ihrer Visionen …….

Es gibt die Erzählungen von jungen Menschen, die gerade jetzt ihren eigenen Platz für´s Leben suchen und finden. Beruflich oder einen Platz in einer der gerade bei uns neu gebauten Wohnungen. Vielleicht auch tatsächlich einen „Bauplatz“ im engsten Sinn des Wortes. Auch diese Entscheidungen sind nicht leicht, denn eigentlich sind´s wichtige Schritte in ihr eigenständiges Leben, das sie in seiner ganzen Dimension ja noch gar nicht kennen….

Und umgekehrt sind es die Erzählungen von Menschen, die schon „Vieles“ gesehen und erlebt haben, die einerseits ruhig geworden sind und nichts mehr verändern – manchmal auch „partout“ nicht verändern – aber auch von solchen, die gerade im Alter noch nach Neuem, nach Besserem, nach der Erfüllung suchen…….und damit sogar ihr Umfeld noch einigermaßen erstaunt zurücklassen……..

Schließlich gibt  es noch die Erzählungen von hoch engagierten Menschen, die auch jetzt immer ein Auge auf andere haben und für andere arbeiten, ob bei der Flächentestung am vergangenen Wochenende, beim Aufrechterhalten vieler Dienste in der Gemeinde (ich denke da an den EMIL oder im geschäftlichen an unsere Nahversorger und auch die Wirte, die auskochen) oder Menschen die schon wieder an die Impforganisation denken und die sich auch trauen, anpacken und die Diskussion im Vorfeld nicht scheuen, wie etwas im Konfliktfeld zwischen vielfältigsten Interessen umgesetzt werden kann…….

Es gibt da natürlich noch viel viel viel mehr…… zu erzählen; Und Du spürst schon, es würde umso interessanter je mehr dahinter reale Personen stehen und hier genannt werden würden, die Du und ich kennen. Natürlich geht das hier nicht direkt……..; Ich möchte Dir mit dieser „Auflistungen“ für den heutigen Tag  vielmehr 3 Dinge mitgeben:

  • Zum Einen: Bitte, erzähle auch Du Geschichten und lass Dir auch erzählen. Und selbst wenn es nur Klatsch und Tratsch ist! Denn das Geschichten erzählen – das ist so alt wie die Menschheit selbst. In der Frühzeit erzählten sich Menschen Geschichten, um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Wir machen das heute noch mit unseren Kindern. Und Geschichten halfen der Menschheit schon in der Historie dabei, zu überleben, sich weiterzuentwickeln und sie helfen uns heute noch immer, um die Welt (die kleine und die große rund um uns herum) besser zu verstehen. Und das ist in Zeiten von Corona notwendiger denn je!
  • Zum Zweiten: Bitte bring mit jeder Geschichte, die Du erzählst oder hörst und weitergibst auch denen, die darin vorkommen jene ACHTUNG und WERTSCHÄTZUNG entgegen, die Du Dir auch selbst wünschen würdest, wenn über dich geredet wird!
  • Und Drittens und das ist vielleicht noch das Wichtigste: Hör Dir einfach auch Geschichten anderer einmal an, selbst wenn Sie Dich selbst nicht weiterbringen. Jede und jeder von uns muss sich in Zeiten wie diesen auch einfach einmal etwas von der Seele reden……

Ich darf Dir damit heute einen schönen Tag wünschen und ich wünsche Dir auch, dass Geschichten, die Du hörst und weitererzählst, dass sie dir helfen, die Welt in ihrer gesamten Breite besser wahrzunehmen und viele Aspekte auch aus dem Leben anderer zu Sehen und zu Verstehen und Dir damit auch in Deinem eigenen Leben größere und kleinere Perspektiven zu eröffnen. Durch´s reden kommen´d Leut zsamm…… . Ich wünsche Dir einen schönen Tag an diesem Dienstag, den 19.1.2021 in unserer Gemeinde Ardagger.

(c) Hermi Naderer

 

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