Ardagger – Frühstücksnews – Freitag, 3.9.2021

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Ich darf heute mit einem Bild aus dem SCU Kindergarten beginnen. Immer beliebter wird der Fußball bei den ganz „Kleinen“ und wer noch Interesse hat da dabei zu sein, der kann sich am besten direkt bei den Nachwuchstrainern Thomas Brachner und Gernot Herz melden. Die“Großen“ desSCU spielen heute am Freitag abend um 19.30 übrigens in Ortmann.

(c) Reinhard Tagwerker

Ein Tipp für alle Obstbaumbesitzer: Am 20. und 21. Oktober bietet Dir die LEADER Region Moststraße für Wirtschaftsäpfel und Mostbirnen einen Sortenbestimmungstag. Hier findest Du alle Details. Bereits am vergangenen Montag und Dienstag hat es solche Tage mit großem Erfolg gegeben. Mehr Infos auf www.gockl.at

Aktuell bin ich ja bei den kommunalen Sommergesprächen in Bad Aussee und da fand gestern der 1. Tag statt. Das Thema: „Wie schaffen wird die Energiewende“ wurde da aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet. Einige Erkenntnisse und Sichtweisen, die man aus allen Vorträgen ableiten kann:

Die Klimaveränderung – und die ist ja schließlich die Ursache für das Bemühen auf erneuerbare Energieträger umzustellen, um den dafür verantwortlichen CO2 Ausstoss zu verhindern – wird „dramatisch“, sagte zum Beispiel Marcus Wadsak, der aus dem ORF Wetter bekannt ist. Die Ursache für die Klimaerwärmung ist vor allem der enorme CO2 Ausstoss, der sich im Zuge der Industrialisierung erst im letzten Jahrhundert „potentiert“ hat, und mit dessen Anstieg wiederum die Temperaturen gleichermaßen ansteigen. Interessant, dass Ozon, Sonne, Vulkane oder auch die Landnutzung  kaum einen Einfluss auf die Klimaentwicklung haben und die Aerosole überhaupt durch die Maßnahmen der letzten Jahrzehnte abgenommen haben.

Und um die Erderwärmung nicht übver 1,5 Grad ansteigen zu lassen, ist nur mehr 10 Jahre Zeit, sagte Wadsak. Weltweit sind übrigens der europäische Raum, die USA und China die größten CO2 Emittenten. dann kommt noch Indien und der Rest teilt sich auf die restlichen Staaten der Erde auf.

 

 

 

Die Zukuft wird zunächst elektrisch und mittelfristig wird auch dem Wasserstoff eine große Rolle zugeschreiben. „Elektrisch“ deswegen, weil vor allem PV Anlagen und Windkraftanlagen neben Wasserkraft die größte Rolle bei der Erzeugung erneuerbarer Energieträger spielen werden und weil andererseits vor allem im Verkehrsbereich (einer der größten CO2 Emittenten) mit E-Fahrzeugen und im Bereich Gebäudeheizung mit Wärmepumpen bzw. in der Industrie sowieso, die elektrische Energie ein technisch sehr gut einsetzbarer Energieträger ist.

Allerdings – und das ist nur eine der Herausforderungen – die Erzeugung wird anders als jetzt „dezentral“ und in Gunstlagen für Wind und Sonnenstrom erfolgen. Und damit die Energie auch österreichweit verteilt werden kann, braucht es eine völlig neue Ausrichtung der Stromnetze, was wiederum zu Milliarden schweren Ausbauprojekten führen wird!

Was das für die Gemeinden und Regionen heißt ist teilweise schon ersichtlich: Neue Stromleitungen müssen – mit allen Schwierigkeiten, die das auch verursacht – gebaut werden. Und wir reden da in Teilen Österreichs auch von wirklich großen Starkstromleitungen. Denn – und das kommt noch dazu – Sonnenstrom und Windstrom sind – wenn sie groß ausgebaut sind – nicht konstant, sondern fallen eben nur dann an, wenn Wind oder Sonne am Himmel ist….. – also brauchen wir eine europaweite Verteilung…..; Aber davor müssen wir noch über die Größenordnung reden, die überhaupt benötigt wird. Allein die Windkraft soll in Österreich von derzeit 3,2 GW auf 9 GW ausgebaut werden (eine Verdreifachung). Und bei der PV reden wir von einer Aufstockung von derzeit 2 GW Leistung auf insgesamt 12 GW Leistung in annähernd nur 10 Jahren! Also eine versechsfachung! Das wird auch im Landschaftsbild Veränderungen mit sich bringen, denn nicht alles wird auf den Dächern Platz haben – unabhängig von den Bauleistungen, die enorm sein werden!

Damit zurück auf die Ebene der Gemeinden und auf die setzen eigentlich alle, um die Energiewende überhaupt zu schaffen: Ministerin Gewessler und Staatssekretär Brunner sehen sie als „Motivatoren“ und „Erklärer“ für die notwendige Energiewende und „damit diese vor allem bei den Menschen ankomme!“ Die Wirtschaft braucht ebenfalls die Gemeinden, denn jedes Projekt ist schließlich in einer Gemeinde verortet, bringt Veränderung und Diskussion oder möglicherweise auch Beteiligung und auch das alles und alle Diskussionen darüber – die werden in den Gemeinden stattfinden. Und schließlich setzen die Verantwortungsträger in Österreich auch auf die Gemeinden als „Umsetzer“. Mit Förderungen auf der einen Seite, wie Ministerin Gewessler vor allem angekündigt hat und mit rechtlichen Rahmenbedingungen, wie dem Erneuerbaren Ausbaugesetz, das von Staatssekretär Brunner u.a. angesprochen worden ist.

Letztlich nehme ich mir aber eines aus den getrigen Vorträgen ganz besonders mit: Wenn vor Jahren noch „Alternative“ über „alternative Energieprojekte“ diskutiert haben und vielleicht sogar belächelt worden sind, dann ist das heute zum Megathema geworden. Da hängen ganze Wirtschaftszweige dran, da wird natürlich auch auf Renditen geschaut, da wird aber auch wirklich etwas bewegt und da bleibt – selbst wenn die Zielerreichung noch unrealistisch erscheint – kein Stein auf dem anderen. Ich bin gespannt auf den heutigen zweiten Tag!

Bilder von den Sommergesprächen auf http://www.sommergespraeche.at > Berichte/Fotos; Alles GUTE für Deinen heutigen TAG! Und an diesem Wochenende vor dem Schulstart auch noch allen alles GUTE für die Vorbereitungen:

 

 

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