Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 15.3.2022

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Seit 1999 gibt es den Montagsstammtisch der „Jugend“ am Kollmitzberg schon im Gh. Froschauer in Tiefenbach. Und es ist in diesem Vierteljahrhundert wohl kaum ein Montag vergangen, wo die Runde nicht „getagt“ hätte. Jetzt hat man im Gh. Froschauer in den neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Saal auch einen neuen Platz gefunden und mit dem „Fallen aller Masken“ und G-Regelungen ist auch die Gemütlichkeit wieder zurückgekehrt! Gratulation zum „Durchaltevermögen“ und viel Austausch, immer was neues und stets viel Frohsinn für diesen Traditionsstammtisch weiterhin!

Im Gh. Froschauer hat übrigens gestern abend auch die Gesunde Kleinregion mit unserer Kleinregionssprecherin Karin Ebner und den Vertreterinnen der „Gesunden Gemeinden“ – aus Ardagger Michaela Salzmann-Naderer und Anita Hagler – getagt. Und auch da haben wir etwas weitergebracht und die Programmpunkte für das Jahr 2022 noch konkretisiert! Speziell für das Ferienprogramm wird´s wieder eine Beilage in den Gemeindezeitungen geben!

Bereits am Freitag voriger Woche habe ich mit dem Geschäftsführer der Fa. BAIER im Betriebsgebiet – Herrn Ferdinand Kreidl – gesprochen und ihn auch gefragt, wie sehr die Dieselpreise sein Unternehmen aktuell belasten. Jede Erhöhung schlage 1:1 durch hat er gemeint. Und „wenn unsere LKWs von 26l/100km (Klein-LKW) bis 71 l/100km (großer Presswagen) verbrauchen, dann sind das im Jahr im Minimum 350.000 bis 400.000 Liter“, hat er mir geschildert. „Und da kann dann auch rasch jeder selbst ausrechnen, wie sehr eine Erhöhung von € 0,5– oder € 1,– das Unternehmen belastet.“

Aber das sei nur ein vordergründiges Problem, ergänzte er. „Wir transportieren leider viele Dinge, die von vornherein nicht in die Welt gesetzt werden müssten oder die nicht weggeworfen werden sollten. Wir müssen der Wegwerfgesellschaft einen Riegel vorschieben, ist der Unternehmenschef überzeugt. Dann würden wir den Spritverbrauch automatisch massiv reduzieren und es müsste ja nicht immer nur um´s Wachstum gehen, sondern oft wäre auch für ein Unternehmen wie die BAIER GmbH „weniger – mehr! Ich verzichte auch als Firma gerne auf 10% des Umsatzes und deswegen wird das Unternehmen nicht weniger verdienen. Wir müssen eine  Entkoppelung des Lebens und Wirtschaftens vom permanten quantitativen Wachstum hin zum innovativen und qualitativen Wachstum schaffen. Ausserdem ist es jetzt toll, was wir schon haben – einen enormen Wohlstand – so Ferdinand Kreidl.

Und dann hat sich ein interessantes Gespräch entwickelt: Er frage sich zum Beispiel – sagte Kreidl – warum wir in einem hochentwickelten Land wie Österreich mit reinstem Trinkwasser aus der Leitung Wasser in der PET Flasche trinken. Und warum hat ein Staubsauger früher 20 Jahre gehalten während wir jetzt 4 bis 5 Staubsauger in 20 Jahren brauchen…? Um sich dann auch gleich selbst die Antwort darauf zu geben: „Weil – wir können uns das ja leisten!“

In seiner Branche führt das zu einem fast exponentiellen Wachstum der jährlichen Müllentsorgungsmenge. Und das führt wiederum zu vielen vielen Tonnen zusätzlichem Transportvolumen und unzähligen Kilometern mehr im Jahr, die so ein LKW fährt – von den Entsorgungskosten ganz zu schweigen. Das alles wäre einsparbar.

KUNSTSTOFF mache dabei einen großen Teil der Müllmenge aus. Wobei – er wolle das Plastik da gar nicht verteufeln, denn viele Gegenstände sind einfach ohne Kunststoff schlichtweg nicht herstellbar. Aber man solle genau deswegen diese hochwertige Ressource nicht einfach für kurzlebige Produkte, die nach wenigen Wochen und Monaten schon wieder weggeschmissen werden, vergeuden. Die meiste Kleidung zum Beispiel wird nicht „ausgetragen“ – sie besteht aber mittlerweile zu 60/70/80% nur mehr aus Kunststoffen auf Erdölbasis. Das werfen wir im nächstbesten Moment weg!

Es brauche einfach eine Liebe zu Produkten und nicht immer muss alles gleich weggeschmissen werden oder sofort neu sein. Vieles könnte repariert und damit die Lebensdauer auch verlängert werden. Zum Beispiel der Elektro-Rasenmäher, wo 1 einziges Lager kaputt ist und schon wird der ganze Rasemäher weggeschmissen. Oder neuwertige Kleidung in der Textiliensammlung. Nach 1 oder 2x Tragen weggeschmissen! Auch diese Verschickmentalität muss abgestellt werden. Es sollten doch Schuhe und Hosen wieder in lokalen Geschäften probiert werden anstatt sie zigmal hin und herzuschicken und sie dann beim Versandhändler erst recht wegzuschmeissen.

Die Müllsammlung ist in Österreich wirklich perfekt organisiert, sagt Kreidl. Aber auch da müssen wir uns ehrlich sein. „Wir sammeln täglich 3,5 t Kunststoffe und fahren dafür 200km in rund 10 Stunden“ berichtet Ferdinand Kreidl. „Der Energieaufwand für diese Sammlung steht aber in keinem Verhältnis zum recyclingfähigen Anteil, den wir da rausholen können. Ein ungewaschener Joghurtbecher kann einfach nicht recycliert werden und wird nach aufwändiger Sammlung erst recht zur Müllverbrennung gebracht.“

Wir reden über Mikroplastik und glauben, dass wir das Problem durch Plastiksackerl- und Strohhalmverbot lösen. Den Verschleiß am Turnsschuh, die Abnutzung der Reifen oder den Kleidungsabrieb sehen wir nicht. Wir machen marketingtechnisch gute Alibiaktionen aber das Grundproblem, dass Produkte für den Energie- und Stoffaufwand, der in sie reingesteckt wurde, viel zu kurze Lebensdauern haben, das lösen wir nicht. Geschweige denn, dass wir das Mikroplastikproblem damit wirklich lösen. Das ist einfach nicht ehrlich!

Wir haben – und das muss man der Technik hoch anrechnen – enorm vebrauchsschonende Betriebsarten entwickelt. Aber trotzdem müssen wir uns im Hinblick auf den Gesamtenergieeinsatz immer noch kritisch hinterfragen, ob ein Diesel, der 10 Jahre im Dienst steht, soviel schlechter ist  als ein Akkufahrzeug, das nach 5 Jahren seinen Geist aufgibt. Auch in der Produktion steckt enorm viel Energie drin und die kann bei längerer Lebensdauer auf viel mehr Jahre aufgeteilt werden. Und wir reden uns zwar ein, dass alles recycliert werden könnte. Beim Auto sind es aber maximal 30 bis 40%, die man derzeit überhaupt wieder verarbeiten kann.

Auf die Frage, was jetzt zu tun sei und wie wir mit der Müllreduktion auch unseren Energieverbrauch massiv reduzieren könnten – da sieht Ferdinand Kreidl zusammengefasst folgende Möglichkeiten:

  • Die regionale Produktion müsse seiner Meinung nach massiv ausgebaut werden und lange Lieferketten um die halbe Welt müssen drastisch verringert werden.
  • Vor allem langlebige Produkte sollten gekauft werden und auch wirtschaftspolitisch mit Reparaturbonus usw. forciert werden!
  • Rechnungen von „Wegwerfgeräten“ sollten sich die Menschen aufheben und dann dem Händler „hinknallen“, wenn das Gerät nach zum Beispiel 2 Jahren nicht mehr funktioniert
  • Und ein gut funktionierendes Gerät (zB TV Gerät) sollte nicht einfach „nach 3 Jahren“ weggeschmiessen werden, weil für die darin verbauten 30 kg Wertstoffe wahrscheinlich Zigtonnen an Abbauprodukten (Metall usw.) erforderlich wären. Und auch manche ökologische Norm sollten wir gesamtheitlich sehen: Ein Euro 6 Standard LKW benötigt auf 100km 10l mehr Diesel als eine Euro 3 Norm…..
  • Einschränken, Reparieren und regional produzieren, muss das Credo sein, so Kreidl
  • Infrastrukturen wie Straßen und Glasfaserleitungen müssten seiner Meinung nach ausschließlich mit dem Ziel geschaffen werden, um Menschen in der Region zu halten und nicht, um sie in die Stadt zu holen!

Bei seiner Oma hätte Ferdinand Kreidl als Kind immer einen Spruch an der Wand gesehen, der ihm damals in der Kindheit nichts gesagt habe: „Die Vergangenheit ist wie eine Laterne, ist da gestanden. Der Blöde hält sich daran fest, den Jungen leuchtet sie in die Zukunft“ Wir brauchen den Fortschritt und die Innovation, sei seine feste Überzeugung. Stehen bleiben wäre Rückschritt. Aber es muss auf den Erfahrungen der Vergangenheit aufbauen. Am Beispiel des Internets kann man das schön festmachen: Es sollte dazu beitragen, das „Jetzt“ zu optimieren. Wenn das Internet nur für Amazon oder verschiedene Spiele genutzt würde, wäre es der falsche Weg…..

Und damit schließt sich für Kreidl der Kreis zum Ausgangspunkt – den hohen Energiepreisen wieder – es geht jetzt mehr als je zuor um´s Energie-Einsparen, es geht um´s sorgsam Umgehen mit den Ressourcen und es geht auch um erneuerbare Energien, die am besten aus der eigenen Region kommen und hier auch Wertschöpfung bringen.

Gratulieren und mich anschließen an die Gratulationen des SCU Ardagger darf ich mich auch hier: Thomas und Brigitte Weniger haben am Wochenende den Bund der Ehe geschlossen! Thomas ist ja Unionspräsident und beide sind ständig für den Sport und den SCU vor allem im Einsatz. Herzlichen DANK und alles erdenklich GUTE!

 

 

 

 

 

 

Für die Ukrainehilfe hat sich Christa Dietl aus Stephanshart etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie stellt 500 Exemplare ihres Buches „Es ist so schön ein Freund zu sein“ zur Verfügung. Der Erlös wird zu 100% an die Ukrainehilfe weitergegeben. Hier alle Details:

Bundeskanzler Karl Nehammer war gestern in einer Runde von rund 30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Niederösterreich in Krems zu Gast. Und wenn wir natürlich am Bild (gemeinsam mit unserem LR Ludwig Schleritzko) auch ein Lächeln auf den Lippen haben, so war der Anlass des Treffens sehr ernst: Die Ukrainekrise, der Flüchtlingsstrom und die Aufnahme der Schutz suchenden in unseren Gemeinden. Wir haben uns gemeinsam die Frage gestellt, wie wir Kindergarten und Schule für die Ankömmlinge bei uns in Niederösterreich bestmöglich organisieren können und wie wir auch die Angst und Sorgen der Menschen im Land bei uns mildern können. Die Teuerung und die von Spekulation getriebenen irrealen Energiepreise waren da genauso ein Thema, wie die weltpolitische und europäische Sicht des Bundeskanzlers auf den Krieg und die Krise. Letztlich gehen wir in eine sehr sehr unsichere Zeit, das muss man ganz offen sagen, wo auch Wirtschaftsprognosen, die jetzt nach Corona steil nach oben gezeigt haben, nicht mehr sicher sind! Sicher bin ich seit gestern noch viel mehr, dass Karl Nehammer wirklich mit aller Kraft dafür arbeitet, diese rauhe Zeit für unser Land zu meistern und das mit einer Art und Weise, wo er sich Rat auch immer wieder bei denen holt, die in allen Bereichen der Gesellschaft ihren Dienst verrichten. DANKE deswegen auch allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die da gestern ganz offen Rede und Antwort gestanden sind!

 

 

Abschließend – und weil´s zum politischen Gesehen passt – noch ein Hinweis auf eine wirklich GUTE „Faknews-Aufklärungs-Plattform“: Auf www.mimikama.at werden laufend FAKENEWS enttarnt und damit auch SICHERHEIT geschaffen, was WAHR oder UNWAHR ist. Schau rein – hier der aktuelle Header von Mimikama, der gerade heute morgen online war. Eine Plattform die EHRLICH GUT TUT!

Alles GUTE für Deinen heutigen TAG, viel ERFOLG und gutes GELINGEN!

Kommentar verfassen