Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 22.3.2022

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Wenn der Krieg in der Ukraine nicht bald endet, dann rechnen Migrationsforscher mit einer Massenflucht in unterschiedlichen Wellen. Derzeit werden dann für Österreich 200.000 Flüchtlinge zur Aufnahme geschätzt. Das würde allein für unsere Gemeinde Ardagger, wenn es eine gleichmäßige Verteilung für ganz Österreich gäbe rund 85 bis 95 Menschen bedeuten. Bei den Treffen in Brüssel vorige Woche wurde mir gesagt, im schlimmsten Fall könnten es noch deutlich mehr sein – je nachdem wie lange der Krieg dauert und welche Perspektiven die Menschen haben, wieder in ihre Häuser und Wohnungen in der Ukraine zurückzukehren. Denn das wollen sie alle: Nach Hause. Niemand in der Ukraine will freiwillig sein Land verlassen!

Folgende Berichte geben Dir Einblicke in die aktuelle Situation von Flüchtenden aus der Ukraine:

Wir müssen uns auf jeden Fall auf eine große Fluchtwelle einstellen – größer noch als 2016 –  und dafür sind in erster Linie Wohnungen notwendig! Ich bitte Dich deshalb – wenn Du eine oder mehrere Wohnungen vermieten kannst, oder wenn Du eine bisher ungenutzte Wohnmöglichkeit hast – zu prüfen, ob Du diese für Menschen aus der Ukraine zur Verfügung stellen kannst. Selbstverständlich ist dafür auch eine angemessene Miete zu bezahlen und Flüchtlinge bekommen dafür auch einen Mietzuschuss.

Bitte beachte, dass Wohnungen, die zu renovieren sind oder wo Gebrechen und Schäden zu beheben sind, nicht angenommen werden können. Natürlich bedürfen Wohnungen für Geflüchtete auch einer Einrichtung. Dafür ist beabsichtigt, dass ebenfalls durch Aufrufe an die Bevölkerung und Spenden eine provisorische Einrichtung von Wohnungen gemeinsam und unter Mithilfe der Bevölkerung erfolgen könnte. Das ORA Lager in Stift Ardagger hat dazu auch seine Hilfe angeboten, wenn eine Wohnung für Flüchtlinge einzurichten ist.

Wohnungen für Flüchtlinge sind in jedem Fall zentral bei NÖ.HILFT einzumelden. (02742/9005/15000 oder post.ivw2fluechtlingshilfe@noel.gv.at;) Gerne besprechen wir vorab die Möglichkeiten, die sich ergeben aber am Ende erfolgt die Zuweisung von Flüchtlingen ausschließlich durch die zuständigen Stellen des Landes NÖ. bzw. durch die Erstaufnahmezentren. >> hier kannst Du eine Wohnung einmelden!

Zu rechnen ist derzeit damit, dass vor allem Frauen und Kinder bzw. ältere Menschen kommen werden und das ist auch bereits Realität. Aufgrund unserer Gemeindestruktur erwarten wir auch keine größeren Quartiere sondern Einzelwohnungen, Einzelhäuser oder bislang leer stehende Objekte, wo eine NOT-Vermietung erfolgen könnte.

Und so läuft´s, wenn Du eine Wohnung oder ein Haus für Flüchtlinge zur Verfügung stellst:

  • Zwischen dem Wohnungsvermieter und den ukrainischen Flüchtlingen wird ein Mietvertrag abgeschlossen.
  • Die Flüchtlinge werden bei Miete und Verpflegung vom Staat unterstützt.
  • Sie werden auch alle Sozial- und Gesundheitsleistungen für die zunächst 12 Monate (lt. EU weitem Beschluss) bei uns in Österreich in Anspruch nehmen können. Es besteht also für den Vermieter keine weitere Sorgepflicht!
  • Weiters werden Diakonie oder Caritas u.a. vom Land mit einem „Betreuungsauftrag“ ausgestattet sein, so dass die Flüchtlinge auch Ansprechpartner haben, bis sie ihr Leben hier eigenständig organisieren können.
  • Ukrainische Kinder haben nach einer gewissen Zeit auch die Möglichkeit, Kindergarten und Schule zu besuchen.
  • Arbeitsfähige Menschen können auch arbeiten, wenn sie hier registriert sind. Eine Meldung beim AMS ist wichtig!

Voraussetzung für all das ist natürlich, dass die Schutz suchenden auch offiziell als Flüchtlinge aus der Ukraine registriert sind. Für andere Nationen gelten diese Massenfluchtregelungen nicht! So erfolgt die Registrierung von ukrainischen Flüchtlingen: >> hierzu Näheres auf www.meinegemeinde.blog, wo es zu den einzelnen Themen dann auch laufend updates gibt.

 

Nachdem vor allem Frauen mit Kindern kommen (Männer zwsichen 16 udn 60 Jahren dürfen nicht ausreisen aus der Ukraine) wollen gerade Kinder aus der Ukraine ihren Schulabschluss fertig machen – auch auf der Flucht. Und da ist vor allem die Sprache ein großes Problem. Ein Bürgermeisterkollege (Hannes Koza aus Vösendorf, der sich enorm für ukrainische Flüchtlinge engagiert) hat deshalb einmal Schulbücher Ukrainisch-Deutsch für unterschiedliche Schulstufen zusammengesucht. Solltest Du in Deinem Umfeld Bedarf haben, dann kannst du über die QR -Codes hier die Lernunterlagen downloaden.

Und die Sprachbarriere war auch bei den Gesprächen vorige Woche in Brüssel ein Thema, das ich bei den Mitarbeitern von EU-Kommissionsmitglied Johannes Hahn angesporochen habe. Angeregt habe ich, dass man doch die Übersetzungsdienste, die die EU intern verwendet auf deren Verwendung in der „Masse“ prüft, um vor allem Tools für alle zur Verfügung zu haben, die dann an Ort und Stelle mit Menschen aus der Ukraine im Gespräch sind.

Während die Geflüchteten teils traumatisiert und auch emotional betroffen sind, bringen die Kriegswirren nicht nur uns als Erwachsene, sondern vor allem auch die Kinder durcheinander. Die pädagogische Hochschule Niederösterreich hat dazu ein WEBINAR aufgelegt, das sich mit der Frage „Wie schützen wir Kinder und Jugendliche“ beschäftigt.

Klicke, um auf Frieden_in_Vielfalt_PH_NOE.pdf zuzugreifen

Damit nach Ardagger: Der noch ziemlich neue Obmann des UTC Ardagger hier im Einatz für die neue Tennisanlage. Ein Schnappschuss, der zwar aus dem „Hinterhalt“ geknipst wurde aber zeigt, dass unsere Vereinsobleute an erster Stelle Hand anlegen! DANKE Rainer Hagler und allen, die an der Spitze unserer Vereine im Moment wieder alle anspornen und eben auch selbst zur Tat schreiten!

(c) Ferdinand Jandl

Herzliche Gratulation an Pia Dietl (Ardagger) zum tollen Erfolg bei Prima la Musica. Sie hat am Kontrabass in der Altersgruppe IVplus (angetreten in Oberösterreich) Silber mit sehr gutem Erfolg erreicht. Sie ist der Klasse Johann Kaar in unserer Musikschule Ybbsfeld zugehörig. Am Klavier hat sie beim Antreten begleitet Yoshio Owaki.

Gestern war ich in Vorbereitung für die Moststraße-Jahreshauptversammlung in der Region im Amstettner LOFT zu Gast. Und ich möchte hier einfach die jungen Menschen in den Vordergrund rücken, die hier ein modernes Studio aufgebaut haben und mit einem Kreativunternehmen ein ganz neues Beschäftigungsbild prägen. Gratulation und alles GUTE weiterhin. Mehr zum LOFT auf >> www.loft-kreativagentur.at

Getagt haben gestern auch die gemeinnützigen Wohnbauträger in Niederösterreich.  Bei einer Veranstaltung in Grafenwörth wurden beeindruckende Zahlen vorgestellt: Rund 4000 Wohnungen wurden 2021 im sozialen Wohnbau in Niederösterreich von insgesamt 31 Wohnbaugenossenschaften errichtet. Udn auch die Qualität der Wohnungen ist exzellent und so konnten auch 5 Wohnbaupreise an hervorragende Projekte vergeben werden! Mehr zum gemeinnützigen Wohnbau in Niederösterreich auf >> www.gbv.at

Abschließend noch ein Blick auf das Wetter in den nächsten Tagen. Während es schon wochenlang nicht wirklich viel geregnet hat, sagt die Vorschau, dass es mindestens noch eine weitere Wochen strahlend schön sein wird. Im Moment kann ich Dir versichern, dass die Brunnenspeicher voll gefüllt sind. Die Quelle der Stephansharter Wasserversorgung zum Beispiel meldet den größten Zufluss seit jeher. Aber gerade in der Landwirtschaft ist die Trockenheit an der „Oberfläche“ natürlich schon massiv spürbar und diese wird sich mit den steigenden Temperaturen noch massiv verstärken:

Alles GUTE für Deinen heute STRAHLENDEN TAG und bitte, wenn Du in den nächsten Wochen überlegst, ob vielleicht auch in Deinem Umfeld eine Flüchtlingswohnung möglich wäre. Einen schönen Dienstag mit einem morgendlichen Vogelstimmenkonzert >> prima la natura!

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