Ardagger – Frühstücksnews – Montag, 25.4.2022

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Im Landhaus Winter in Stift Ardagger sind seit Ende voriger Woche rund 50 Geflüchtete aus der Ukraine einquartiert. Vorwiegend sind Frauen und Kinder (17 Kinder) bzw. einzelne Männer angekommen. Am Freitag hat es ein erstes Gespräch mit den Geflüchteten mittels Dolmetsch gegeben und auch die Direktoren von Volks- und Mittelschule bzw. die Leiterin unseres Kindergartens waren dabei und natürlich gfGR Michaela Salzmann-Naderer – unsere Sozialgemeinderätin. Ich darf mit Einverständnis der bei uns angekommenen Menschen von diesem Gespräch berichten und Dir auch einige Fotos übermitteln; Das Gespräch diente zur gemeinsamen „Orientierung“:

  • Die Geflüchteten sind im Momente in einer Situation voller „Unsicherheit“ und haben damit auch noch wenig Ausblick darauf, was mit ihnen weiter passieren wird und ob sie rasch wieder zurück können oder länger bei uns oder anderwo in Europa bleiben müssen.
  • Es ging daher im Gespräch in erster Linie um Grundbedürfnisse des Lebens hier und auch um Hinweise auf die nächsten Schritte für die Menschen, die bei uns angekommen sind.
  • Wir haben ihnen unseren Ort und die Funktionen hier kurz vorgestellt und sie auch motiviert, auch hinauszugehen, die Spielplätze zu nutzen usw.
  • Auch die öffentlichen Verkehrsmittel (da nur wenige ein Auto besitzen) werden stärker frequentiert werden.
  • Um die Bedürfnisse der Geflüchteten nun laufend abzustimmen und immer wieder auftauchende Herausforderungen hoffentlich stets rasch zu lösen, wurde in der Gruppe der Angekommenen (die übrigens nicht homogen ist und sich vorher nicht gekannt haben) eine Sprecherin definiert, über die wir nun Bedarfe, Anliegen und nächste Schritte abwickeln und koordinieren.
  • Die Sprache der Geflüchteten ist ausschließlich Ukrainisch oder Russisch. Nur Kinder sprechen vereinzelt auch englisch. Daher kommunizieren wir via Dolmetsch und haben auf der anderen Seite bei uns eine Gruppe im Aufbau, die auch die Anliegen, Bedürfnisse aufnimmt und allenfalls notwendige Unterstützung, wo eben notwendig, organisiert und weitergibt bzw. auch rasch versuchen wird, Deutschlernangebote zu bieten.
  • Das Religionsbekenntnis der Angekommenen ist überwiegend russisch-orthodox (sie hatten dieses Wochenende ihr Osterfest) und einige wenige Muslime sind auch dabei.
  • Am liebsten würden die Geflüchteten rasch arbeiten und auch wieder eigenständig sein. Aber das geht halt leider nicht so schnell.
  • Insgesamt ist es für alle eine völlig neue Situation, die für keine Seite einfach ist und von ganz unterschiedlichen Erwartungshaltungen geprägt ist. Insofern bedarf es einer gewissen „Rücksicht/Nachsicht/Gelassenheit und Empathie“ im gemeinsamen Umgang um die ich alle bitte, die in Stift Ardagger leben oder mit den geflüchteten Menschen zu tun haben.
  • DANKE auch schon jenen, die rasch und unbürokratisch geholfen haben. Unser Zahnarzt Dr. Gugler hat tzum Beispiel schon den ersten schmerzenden ukrainischen Zahn gerissen, der einer Frau mehrere schlaflose Nächte bereitet hatte! Hermi Naderer vom ORA Hilfsgüterlager hat mit Windeln und Babynahrung ausgeholten usw.!
  • Grundsätzlich ist im Landhaus Winter eine „Vollversorgung“ gegeben. Erforderliche Hilfen versuchen wir – zumindest in dieser ersten Phase – gemeinsam über unsere Sozialgemeinderätin und eine erste Helfergruppe zu koordinieren. Bei „Wahrnehmungen“, die das Zusammenleben betreffen, bitte um kurze Info an mich an unsere Sozialgemeinderätin oder das Team, um möglichst rasch gemeinsame Lösungen zu finden und keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Denn mittels mangelnder Sprache könnte das schwierig sein.

Damit auch später hin, ein vielliecht wirklich rasch eigenständiges Leben der Geflüchteten möglich ist, suchen wir folgende Dinge und vielleicht kannst auch Du dabei die „Angekommenen Menschen“ ´unterstützen:

  • Deutschübersetzung und Deutschkurse/Ukrainische Pädagoginnen: Menschen, die entweder Pädagogen sind, Pädagogen waren oder/und Menschen, die einfach russisch oder ukrainisch sprechen – und die auch ohne pädagogische Ausbildung gerne bei Übersetzungsdiensten und bei der Begleitung – vor allem zum Arzt, zu Behörden u.a. helfen können – die suchen wir! Gerade im Schulbereich wären für Pädagoginnen auch befristete Anstellungen möglich. Ein Einsatz ist dann aber nicht nur in Ardagger wahrscheinlich.
  • BABY- und KINDERKLEIDUNG bzw. Windeln, BABY und KINDERAUSSTATTUNG. Dazu wird  jetzt von den Geflüchteten eine Bedarfsliste angefertigt und diese werden wir rasch weiterleiten und bitten dann um Sachspenden! Spielzeug u.a. kann natürlich jederzeit auch gerne direkt im Landhaus Winter in Stift Ardagger abgegeben werden.
  • Günstige WOHNUNGEN für die Zeit, ab der die Menschen eigenständig ausserhalb der Grundsicherung und mit eigenem Einkommen leben können. Schon jetzt haben uns viele der Angekommen gesagt, das sie arbeiten möchten, wenn das später einmal geht. DEUTSCH ist natürlich in vielen Bereichen erforderlich und die Angekommenen fertigen uns jetzt auch eine Liste ihrer Berufe und Qualifikationen an, damit wir eine gewisse Verbindung zu Betrieben und zukünftigen Arbeitgebern schaffen können. Vielleicht gelingt es rasch, für einige auch die Möglichkeit zu schaffen, rasch ein eigenständiges Leben mit eigener Arbeit und Wohnung zu schaffen. Und genau dafür brauchts natürlich auch leistbares und günstiges WOHNEN. Da könnten „Untermieten“ oder Wohnmöglichkeiten in der Nähe oder mit Arbeitsplätzen verbunden in dieser schwierigen ersten Phase in Österreich hilfreich sein. Wenn Du da was anbieten kannst, wär das toll!
Vor allem Frauen mit ihren Kindern sind in Stift Ardagger angekommen und versuchen nun in der für sie völlig neuen Umgebung Fuß zu fassen.
Dir. Robert Aigner hat erste Lernunterlagen und Infounterlagen für die Mittelschulkinder mitgenommen.
Im Landhaus Stift Ardagger haben die Menschen vorerst ihr erstes Quartier in Österreich gefunden.

Abschließend für heute zu diesem Thema und es wird nicht das letzte mal sein, dass ich darüber schreibe, darf ich dir noch sagen: Es sind Menschen bei uns angekommen, deren Ziel nicht FLUCHT ist, sondern SICHERHEIT. Es sind Frauen und Kinder da, die sich von ihren Männern und ihrem Zuhause Hals über Kopf trennen mussten, die erfolgreiche Berufe aufgeben mussten, die Ausbildungen abbrechen mussten und die jetzt orientierungslos über ihre Zukunft sind und deren Unsicherheit mit jedem Tag fortlaufendem Krieg noch steigt. Und es sind Menschen, die auch noch kein Wort deutsch sprechen und damit auch noch eine der größten Barrieren vor sich haben. Es sind Menschen wie wir alle, vor denen wir keine Angst haben brauchen, sondern die viel viel mehr Angst und Sorge um ihre eigene Zukunft haben.

Ein sonstiger kurzer Rückblick auf´s Wochenende noch: Die Stephansharter Senioren haben ihre Geburtstags- und Ehrungsfeier am Samstag nachgeholt. Die „Stephansharter Einidrahra“ und Anni und Hermann Rosenfelner haben das umfangreiche Programm musikalisch exzellent umrahmt.

In Stift Ardagger hat die Musikkapelle am Samstag abend ihr erstes Konzert nach langer Zeit gegeben und die Menschen musikalisch begeistert. Herzlichen DANK für die lange Probenzeit und den wunderbaren Abend! Hier ein Ausschnitt für alle, die es nicht selber hören und sehen konnten:

Und ebenfalls am Freitag abend hat Martin Furtlehner die nächste Runde bei STARMANIA geschafft. Er steht also im Halbfinale und das diesmal mit einem Juryticket. In der achten und vorletzten Show am 29. April, dem Semifinale, singen die vier verbliebenen Kandidatinnen und Kandidaten mit je zwei Einzelsongs und insgesamt zwei Duetten um die Gunst des TV-Publikums. Dieses entscheidet allein durch Abstimmung via Televoting, welche drei „Starmaniacs“ den Einzug in das große Finale schaffen. Also es geht wieder darum, fleissig zu voten. >> Hier der Beitrag von Martin Furtlehner am 22.4.2022

Leider ohne Bilder kann ich dir noch berichten, dass der erste Frühschoppen des Jahres bei der Feuerwehr in Stephanshart gestern ein voller Erfolg war und auch beste Stimmung unter den Gästen geherrscht hat! Und auch die Baumblütenausfahrt des Oldtimervereines war exzellent organisiert und konnte sogar noch einen Teilnehmerrekord verzeichnen!

In Vorbereitung auf die Angelobung am Mittwoch fand am vergangenen Freitag vormittag nochmals eine abschließende Besichtigung mit veschiedenen Militärvertretern statt. Im Moment ist noch nicht sicher, ob sich das Wetter am Mittwoch dann schon beruhigt hat und – zumindest am Abend – niederschlagsfrei sein wird. Bei der Besichtigung war´s auf jeden Fall windig und kalt und das könnte auch am Mittwoch so sein. Deshalb am besten gut und warm anziehen. Denn der Kollmitzberg ist ein toller Berg aber er ist halt auch dem Himmel und damit dem Wetter näher! Die Angelobung findet bei jedem Wetter statt!

Corona – diesmal ganz ohne Neuinfektionen – und das ist seit langem das erste mal, dass überhaupt keine neuen Fälle dazugekommen sind. Ein sehr gutes Zeichen – zumal auch das Leben schon wieder weitgehend normalisiert ist.

Abschließend noch ein Bild von Gernot Kulis, den Du sicherlich aus dem Radio kennst und der am Freitag abend in Amstetten zu Gast war und hier bei diesem Schnappschuss hinter seinem alles geliebten „alten Telefon“ posierte. Den Gästen ermöglichte er einen Blick hinter die „Kulissen des Ö3 Callboy“ und wie er seine Opfer auswählt. Hier das Gesicht zur Stimme, die sehr viele kennen:

 

 

 

 

Alles GUTE für Deinen Wochenstart in der wunderbar blühenden Frühlingskulisse, wo alles sprießt, blüht und gedeiht. Ich wünsche Dir einen schönen TAG!

 

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