
Gestern haben wir die Arbeiten beim „Hochwassertürl“ in Bruch – gleich abzweigend vom Landgerichtsbach – begonnen. In der nachfolgenden Skizze siehst Du, dass an diesem Punkt eine „Absperrung“ besteht, die bei „niedrigen“ Hochwässern immer verhindert, dass Wasser weiter hinauf in den Bereich westlich der ehemaligen Rotte „Bruch“ in der Au fließt. Die Absperrung ist mittlerweile nach vielen vielen Jahren „kaputt“ geworden und wird nun durch einen Rohrdurchlass mit Rückschlagklappe ersetzt. Das Bauwerk an sich bleibt bestehen, um allenfalls auch später wieder einmal verwendet werden zu können. Die heutige Technik lässt aber andere Möglichkeiten zu als man diese in den 1950iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gehabt hat. Bei Hochwässern, wie wir sie kürzlich gehabt habe, ist das Türl übrigens dann auch zwecklos, weil höhere Wasserstände schließlich auch nicht „aufzuhalten“ sind.
Ich war gestern vormittag in Ehrwald in Tirol beim Tiroler Gemeindetag in der Zugspitzhalle und habe dort zunächst völlig überraschend eine alte Bekannte aus Ardagger Markt getroffen. Sonja Pfaffenender wohnt nun seit Jahren schon in Axams in Tirol und ist im Sicherheitsbereich tätig und hat mich unter all den Bürgermeistern, die da am Beginn vor der Versammlungshalle gestanden sind, angesprochen. Ich hab mich riesig gefreut und natürlich haben wir gleich mal ein „Selfie“ gemacht und ich durfte es in die „Heimat“ mitnehmen. Schöne Grüße von Sonja Pfaffeneder, die bei uns möglicherweise auch vielen noch vom Damenfußball bekannt ist und da auch sehr sehr erfolgreich war.
Beim Tiroler Gemeindetag habe ich dann erstmals auch einen in Tirol „landesüblichen“ Empfang für den dortigen Landeshauptmann Anton Mattle erlebt. Da spielt die Musik auf, da treten die Schützen an und da sind auch die Abordnungen von Bergrettung, Feuerwehr und weiteren Einsatz- und Ehrenformationen mit dabei. Und eine Schützensalve, die nach einer aufwändigen Präsentation erfolgt, lässt dann schon auch einen leichten Schauer über den Rücken laufen. Im Nachklang spielt dann noch die Musik auf, die übrigens hier gleich aus mehreren Musikkapellen zusammengestellt war, weil halt auch im Tiroler Ausserfern die Menschen am Mittwoch vormittag in der Arbeit sind…..:
Im Zugspitzsaal ging´s dann inhaltlich zur Sache und das war insofern gestern speziell, weil mit Hall in Tirol am Vortag eine große Gemeinde aus dem Tiroler Gemeindeverband ausgetreten ist. Das schwächt auch die Vertretungsorganisation und das habe ich auch aktiv angesprochen. „Divide et impera“ war schon im alten römischen Reich eine Taktik der römischen Führung und „das darf uns nicht passieren“, dass wir als Interessensvertretung durch „Spaltung“ geschwächt werden. Auch das Thema „Finanzen“ war mir wichtig und die Tiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben auch verstanden, dass es in schwierigen Zeiten unser Job ist mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln (11,88% des allgemeinen Steuerkuchens) sparsam umzugehen und wenn nötig, auch bei Gemeindeprojekten und lieb gewordenen Dienstleistungen zu sparen. Unsere „Effizienz“ in der Gemeindeverwaltung ständig auch zu steigern, ist mir für alle Österr. Gemeinden wichtig – alles im Sinne unserer STEUERGELDVERANTWORTUNG, die wir für das Geld der Bürgerinnen und Bürger in unseren Verwaltungsbereichen haben.
Hier am Bild siehst Du noch den aktuellen Bürgermeister Johann Köck aus Ehrwald (links) und den ehemaligen Präsidenten des Tiroler Gemeindeverbandes Ernst Schöpf (rechts), der auch nach wie vor Bürgermeister von Sölden ist.
Ausdrücklich bedanken möchte ich mich noch bei Karl Josef Schuberth – dem Bürgermeister von Vomp in Tirol und seit gut einem Jahr neuem Chef des Tiroler Gemeindeverbandes. Er macht eine akribisch gute Arbeit für die Tiroler Gemeinden und führt den Verband gerade durch sehr schwierige Zeiten, weil mit der sogenannten GEMNOVA eine Gesellschaft des Tiroler Verbandes in Konkurs gegangen ist. Herzlichen DANK dafür und viel Kraft auch weiterhin für diese im Moment nicht leichte Aufgabe!
Wie ich gestern dann nach dem Tiroler Gemeindetag zurück nach St.Pölten gefahren bin, ist eine Studie zum Vertrauen in die Bürgermeister und Gemeinden veröffentlicht worden. Den Tiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern wird übrigens noch um ein Stück mehr vertraut als jenen aus den Bundesländern. 68% vertrauen den Kolleginnen und Kollegen im Westen voll und ganz oder überwiegend. Und ich schreib das deswegen, weil mir auch vor der Versammlung der Tiroler Bürgermeister und bei den Gesprächen mit ihnen eigentlich erst im „Nachklang“ dann wieder einmal so richtig bewusst geworden ist, wie sehr sie dem Gemeindebund, unserem Team und auch mir als ihrem aktuellen Präsidenten „vertrauen“ und wie sehr das auch „Verantwortung“ bedeutet, wenn dann in Wien in einem Ministerbüro die „Welt“ ganz anders „tickt“ als das vielleicht in einer Tiroler Ausserferngemeinde der Fall ist. Und diese Verantwortung betrifft auch die Erwarung, Versprechen, die man gemacht hat, auch einlösen zu können…….
Antoine de Saint Exupery hat einmal gesagt: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, das Du Dir vertraut gemacht hast“. Und manche Werbesprüche im Banken- und Versicherungsbereich haben das auf „Vertrauen verpflichtet“ zusammengedampft.
Themenwechsel und nach St.Pölten. Dort hat die ÖGK gemeinsam mit der Ärztekammer gestern abend noch zu einer Informations- und Diskussionsrunde über die „niedergelassene Gesundheitsversorgung“ eingeladen. Danke dass das gelungen ist. Unter „niedergelassenem Bereich“ sind übrigens Arztpraxen, Gruppenpraxen, zukünftige Primärversorgungszentren und eben Versorgungsangebote, die vor und ausserhalb der Krankenhäuser stattfinden, gemeint. Rund 40 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die auch alle eine gewisse Betroffenheit haben, weil Praxen fehlen, waren da und wir haben gemeinsam schon auch sehr deutlich aufgezeigt, wie sehr die Probleme auch durch teilweise sogar verständliche Einzelinteressen ausgelöst sind. Es war gestern Abend keine Lösung für teilweise jahrzehntelange Entwicklungen erwartbar, aber sichtbar wurde u.a.:
- es mangelt an Ärzten – u.a. auch deswegen, weil viele in den letzten Jahrzehnten in „Verwaltungsbereiche“ wie Arbeitsmedizin oder ÖGK selbst gewechselt sind.
- auch aktuell stehen Ausbildungs- und Praxiserfordernisse oder auch hohe Investitionskosten einem umfassenderen Arztnachwuchs im niedergelassenen Bereich im Weg.
- Ärzte wollen verständlicherweise auch „Worklife Balance“ ohne ständige Wochenend- und Nachtdienste.
- Mittlerweile sind über 50% der Ärzteschaft weiblich, was an sich sehr sehr positiv ist. Gerade aber für Ärztinnen mangelt es immer wieder an adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen, so dass sehr viele Teilzeitbeschäftigungen erforderlich sind und eingegangen werden müssen.
- Das Bild des „klassisch einzeln tätigen Gemeindearztes“, der rund um die Uhr „im Dienst“ und in jeder Notlage erreichbar ist, ist – wie in anderen Dienstleistungsberufen auch – schon lange nicht mehr Realität und mehr Wunschvorstellung, denn „schaffbare“ Möglichkeit.
- Hausapotheken sind sicherlich ein gutes Zusatzgeschäft für Ärzte und deswegen auch immer öfter Teil einer Standortentscheidung.
- Fehlende Hausapotheken werden von den Kunden sehr oft auch als Nachteil im Sinne einer umfassenden und raschen Patientenversorgung im Krankheitsfall angesehen.
- Die neuen Primärversorgungszentren (PVZ), die längere und tägliche Öffnungszeiten haben, kommen bei den Patienten enorm gut an und sind deswegen allein schon wegen ihrer Frequenz meistens auch lukrativ.
- Gemeinden sind rein rechtlich weder für die Ärztefinanzierung noch für deren Häuser und Ordinationen zuständig, kommen aber in die Zwickmühle, weil
- Die Menschen einen eigenen Arzt als für ihre Gemeinde wichtig erachten und das noch viel mehr, wenn es immer schon einen gegeben hat.
- Und weil die Ärzte bei Neuansiedelungen oft einfach nur nach dem besseren finanziellen Angebot entscheiden. Insofern hört man, dass angeblich für Ärzte auch hohe Summen bezahlt werden, ohne dass dafür gesetzliche Grundlagen bestehen.
Es sind gestern letztlich wahrscheinlich noch gar nicht alle Problemstellungen aufgelistet worden und auf den Tisch gekommen und deswegen auch hier nur unvollständig wiedergegeben. Aber nur eine „ehrliche Problemanalyse“ auf allen Seiten wird die Voraussetzung sein, dass wir für die Menschen auch in Zukunft eine „wohnortnahe“ Versorgung sichern können. Und ich habe gestern abend auch allen Anwesenden mit all ihren verstädlichen Interessen gesagt: „Es geht nicht um unsere Interessen, sondern um die beste Versorgung für die Bürger und das auch zu leistbaren – weil wir´s ja eh wieder alle selber als Steuer- und Betragsleister zahlen – Kosten.“ Vielleicht wird genau deshalb die „niedergelassene“ oder „Basis-Gesundheitsversorgung“ in Zukunft allerdings anders ablaufen. Wie etwa:
- Anruf zu Tagesrandzeiten und in der Nacht bei 1450 und zunächst telefonische Beratung oder sogar telemedizinische Begleitung.
- Verstärkter Ausbau der Primärversorgungszentren – idealerweise in allen Bezirksstädten und vor allem auch gleich bei den Krankenhäusern
- Ein garantierter Basis-Medikamentenbestand bei allen Ärzten.
- Auch Wahlärzte sollten direkt mit den Kassen abrechnen können
- In den Apotheken sollte das Leistungsspektrum erweitert werden und unter gewissen Bedingungen auch zum Beispiel „Impfleistungen“ angeboten werden können.
Ausgehend von gestern abend wird´s in jedem Fall jetzt viel Diskussion geben und geben müssen, um für unterversorgte Bereiche auch Lösungen zu schaffen. Für Ardagger sind wir mit der Gruppenpraxis Dr. Höllrigl-Raduly in jedem Fall bestens aufgestellt und dafür bin ich umso dankbarer, wenn ich auch Diskussionen anderswo, wo das nicht so gut läuft mitbekomme.
Abschließend heute kein Spruch zum Tag, sondern ich bleib noch bei der Gesundheit und da ist „Selbstfürsorge“ ganz wichtig. Kein Yoga, kein Sport ist es angeblich, sondern andere Dinge >> liest Du hier „Wie Selbstfürsorge wirklich funktioniert!“

