
Ardagger
Wo kommt unser Biomüll hin?
Die Trockenfermentation ist „jetzt durch“
Seit Anfang dieses Jahres kommt er in die Biogas- und Kompostieranlage von Florian Fuchsluger in Aschbach – Nähe „Weisses Kreuz“. Das „Vorzeigeprojekt“ ist seit Ende vergangener Woche nun auch „behördlich durch“. Du hast vielleicht verfolgt, dass es Beschwerden an die obersten Gerichte gegen das Projekt gegeben hat, weil die Behörde damals bei der Genehmigung eine sogenannte „Berufungsvorentscheidung“ auf Genehmigung getroffen hatte, obwohl noch Rechtsmittel ergriffen wirden sind. Das hat zwar rasch zum Bau und zur Umsetzung geführt. Für die Fam. Fuchsluger, die hier im Vertrauen auf die Behördenentscheidung eine 25 Mio. Investition getätigt hat, waren die letzten 17 Monte des Einspruches und der Berufung aber wahrlich keine leichte Zeit. Und selbst für die Behörde, die sich über die „Berufungsvorentscheidung“ drübergetraut und damit ein „Vorzeigeprojekt“ rasch ermöglicht hat, war es herausfordernd.
Biogas und Kompost werden gewonnen
Heute läuft das Projekt „ideal“ im Sinne der Gewinnung erneuerbarer Energie und Rohstoffen aus unserem Bioabfall.
Aber beginnen wir einfach von vorn wenn Du in Deinen Biokübel zu Hause altes Brot, den Rest vom Fleisch, Eierschalen oder die Salatreste reinschmeisst: Bei der 14 tägigen Biotonnenabfuhr wird alles in Richtung Anlage der Fam. Fuchsluger transportiert – auf möglichst kurzem Weg und dort kommt alles in die sogenannte Trockenfermentation und in ein Komposttunnelsystem.
„Gärung“ ist das Zauberwort
Jetzt fragst Du Dich vielleicht: Was ist, wenn da ein Plastiksackerl dabei ist oder Papier oder sonstige Fremdstoffe……? Eigentlich ist das nicht gut aber genau deswegen zerkleinert Fuchsluger den angelieferten Rohstoff nicht weiter, um keine Mikroplastikbestandteile oder Metall- und Glassplitter ins Endprodukt hineinzubekommen. Vielmehr bringt die Firma die biogenen Abfälle, auch den angelieferten Grünschnitt sofort in Gärung. Und das einerseits durch Reste aus der vorhergehenden Rotte, andererseits auch durch das „Animpfen“ mit „Perkulat“. Also rund 1000m3 Flüssigkeit-voller Gärbakterien, die in rund 36m langen Tunneln über das Material gesprüht werden.
Bei der derart angestossenen Gärung entsteht zunächst Biogas (CH4 – Methan) mit einer Reinheit wie Erdgas und noch besser – und das wird auch unmittelbar ins Erdgasnetz der NetzNÖ (EVN) eingespeist. Also Dein Brotrest ist dann Biogas.
Fremdstoffe werden am Schluss „herausgesaugt“
Nach dem Ende der „Fermentation“ verbleibt dann der Kompost. Er wird natürlich jetzt sehr wohl von den Reststoffen getrennt – aber auch hier nicht „mechanisch“, sondern Plastikteile werden zum Beispiel „abgesaugt“ und alles andere möglichst schonend, damit keine Klein-Metallteile und sonstige nicht verrottete Festbestandteile verbleiben. Für Erden, Substrate für Deine Gärten oder für Blumenerden wird nun Dein vorheriger Rasenschnitt verwendet.
Riecht das – oder stinkt es vielleicht sogar?
Bleibt noch die Frage: „Riecht das in der Umgebung?“ Eigentlich nein, denn die Hallen stehen alle unter Unterdruck. Das spürst du, wenn Du reingehst, weil sich die Türen nur schwer öffnen und schließen lassen. Und damit werden alle gasförmigen und „riechenden“ Emissionen abgesaugt und über Filteranlagen geführt. Die Grenzwerte, die für Emissionen zulässig sind, wären um mehr als die Hälfte unterschritten, sagt Florian Fuchsluger.
Es könnte sein, dass die Butter von Bergland, die Du isst mit Energie aus Deinem Biomüll hergestellt wurde.
Europaweit ist seine Anlage nun einzigartig, sagt Florian Fuchsluger stolz. Denn, so wie sie dasteht stellt sie bei Normauslastung für 1400 Haushalte Biogas her. Und die Berglandmilch und Teile der Gemeinden Aschbach bzw. Kematen und deren Haushalte werden nun mit Biogas aus Deinem Biomüll versorgt. Es könnte also sein, dass die Butter aus der Berglandmilch, die Du isst, mit Energie aus Deinem Abfall hergestellt worden ist.
Alles richtig machen aber „Verhindern verhindern“
Jetzt – nachdem der Verfahrenslauf ausgestanden ist – ist das Vorhaben wohl beispielgebend in der Branche und es zeigt auf, dass in langen Verfahren gute und notwendige Dinge auch bekämpft werden und verhinderbar sind. Das wird sie auch in Zukunft noch mehr fordern und zwingen „anders“ zu agieren als wir das vielleicht in der Vergangenheit der letzten Jahrzehnte gewohnt waren:
- Einerseits die Behörde als Wächter über die Einhaltung aller Vorschriften, Grenzwerte und Auflagen.
- Andererseits aber die Behörde auch als „Beschleuniger“ gegen gezielte Verzögerungen. Quasi um bie guten und notwendigen Dingen „Verhindern zu verhindern“
Wenn Du demnächst wieder Dein Bioküberl ausleerst….. – denk dran….
Also jetzt weisst Du – wenn Du nächstes Mal Dein Bioküberl entleerst, dass Dein Bioabfall gut verwertet wird und das nicht nur „stofflich“ sauber, sondern auch rechtlich „sauber“.
Wie soll ich die jetzt leere Wohnung der Oma nutzen?
„Leerstand“ entsteht nicht nur, wenn uns Menschen verlassen. Auch wenn Betriebe schließen und auch wenn Junge wegziehen oder auch wenn öffentliche Gebäude nicht mehr gebraucht werden. Einige Beispiele, wo wir an neuen Nutzungen bei uns im öffentlichen Bereich der Gemeinde arbeiten, ist die Schulzusammenlegung in unserer Gemeinde oder die Nachnutzung der Mostbirnhausräumlichkeiten. Aber auch Private treffen ähnliche Fragen.
„Leerstand“ ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine Belastung – das weiss jeder, der eine leere Immobilie hat. Denn sie wird durch´s leer stehen nicht besser, die Kosten bleiben aber und im Haus ist man, wenn alle anderen weg sind, allein…….;
„Vermieten“ ist eine Lösung. Auch Verkaufen und in eine kleinere Wohnung oder ein kleineres Haus ziehen, eine Möglichkeit. Oft könnte auch umbauen wieder „Junge“ in alte Häuser bringen ……;
Mit einer Leerstandskonferenz am kommenden 22. Juli darf ich seitens des Österr. Gemeindebundes einen Impuls für die Nutzung alter Objekte setzen. Wenn Du willst, kannst Du auch dabei sein. >> hier geht´s zur Anmeldung.
Und in der aktuellen Ausgabe der NÖ. Gemeinde des NÖ. Gemeindebundes thematisieren wir auch erstmals eine sogenannte „Um-Bauordnung“: Eine Gesetzesinitiative in Niederösterreich, die das Sanieren von Altbeständen leichter machen soll und die Auflagen reduzieren wird. Demnächst soll das Gesetzeswerk dann in Begutachtung gehen. >> liest Du hier in der neuen NÖ.Gemeinde.
Ja und zur Frage des eigenen Hauses zurück: Das bleibt schwierig – trotzdem müssen wir uns der Fragen des Lebens stellen, selbst wenn durch Ableben von geliebten Menschen oder sonstige Ereignisse Immobilien leer stehen. Sie wieder jungen Menschen anzubieten, ist eine Chance für „neues Leben“ in alten Mauern und eine Chance, Bestehendes zu nutzen anstatt neuen Grund und Boden zu verbrauchen. Die Bereitschaft zur Veränderungen braucht´s dazu in jedem Fall – durch Vermietung, Umbau oder gar Abbruch und Neubau und die Erkenntnis, dass Hauseigentum auch Verpflichtungen nach sich zieht.
Gunther Ludwig Stadlbauer ist leider verstorben
Stadlbauer war lange Jahre Lehrer in unserer Mittelschule Ardagger. Vor einigen Jahren hat er sich frühzeitig aus dem Unterricht zurückgezogen. Am 25. Juli findet die Verabschiedung statt. den Angehörigen ein aufrichtiges Beileid.
Die Donaufestwochen am 26. Juli in Stift Ardagger
Die zahlreichen Veranstaltungen zur „alten Musik“ rücken näher und am 26. Juli gastieren die Donaufestwochen im Strudengau auch bei uns in Stift Ardagger. „In Kammer und Kirche“ titelt der Abend in der Stiftskirche Ardagger. Ab 18.30 gibt´s bereits ein INTRO ins Konzert mit Norbert Trawöger und um 19.00 Uhr dann das Konzert.
Gemeindebund
Neue Folge im „Amtsgeheimnisse“ Podcast über die „Schiedsrichterin“ der Nation
Natalie Harsdorf – der Name sagt dir wahrscheinlich nichts, es sei denn Du bist schon einmal vor dem Kartellgericht gestanden. Sie ist nämlich die Chefin der Bundeswettbewerbsbehörde und damit Wächterin darüber, dass in Fragen der Vergabe öffentlicher Aufträge alles mit rechten Dingen zugeht. >> Hier kannst Du diese Folge und 25 weitere „Amtsgeheimnisse“ nachhören.
Sprüche zum Tag
Thema „Verhindern“
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„Nicht alles, was wir verhindern können, sollten wir verhindern.“
– Richard von Weizsäcker -
„Die größte Gefahr für die Zukunft ist nicht das, was wir nicht wissen, sondern das, was wir sicher zu wissen glauben – und das verhindert, dass wir Neues lernen.“
– Mark Twain (sinngemäß) -
„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“
– Johann Wolfgang von Goethe (oft Goethe zugeschrieben, Herkunft unklar – politisches Mahnwort)
→ Wird häufig verwendet im Sinne: Verhindern durch Wachsamkeit -
„Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern das Durchhalten – und das Verhindern von Rückschritt.“
– Katharina von Siena -
„Wenn du verhindern willst, dass jemand handelt, überzeuge ihn davon, dass er nichts bewirken kann.“
– Niccolò Machiavelli (sinngemäß) -
„Die größte Macht liegt nicht darin, Dinge zu schaffen – sondern darin, andere daran zu hindern, sie zu verwirklichen.“
– Berthold Brecht (sinngemäß aus „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“) -
„Wer nicht überzeugen kann, versucht zu verhindern.“
– Unbekannt -
„Wenn du etwas Großes tust, sei vorbereitet: Die Welt ist voll von Leuten, die nur darauf warten, es dir auszureden.“
– Unbekannt -
„Widerstand ist zwecklos – sagte die Macht. Doch das Denken ließ sich nicht verhindern.“
– Unbekannt - „Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen bauen Brücken, die anderen verhindern den Bauantrag.“
– Unbekannt / Bürokratie-Satire -
„Die Bremser sitzen oft in der ersten Reihe – und wundern sich, wenn nichts vorangeht.“
– Unbekannt -
„Menschen, die selbst nichts auf die Reihe kriegen, sind oft Weltmeister im Verhindern.“
– Sprichwort / Redewendung -
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
– George Santayana -
„Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Sorge über deinem Kopf fliegen –
aber du kannst verhindern, dass sie Nester in deinem Haar bauen.“
– Chinesisches Sprichwort -
„Verhindern heißt nicht immer aufhalten – manchmal heißt es auch: vorausschauend handeln.“
– Unbekannt / moderne Redewendung -
„Man verhindert Konflikte nicht durch Schweigen, sondern durch ehrliches Zuhören.“
– Unbekannt
Alles GUTE für Deinen heutigen TAG!

