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Ardagger-Coronavirus: Aktuelle Lage am 22.3.2020

Da hab ich heute schon einigermaßen schmunzeln müssen, als ich dieses Bild bekommen habe. Die kleine Viola liest unser Telefonbuch….. – Entweder war´s so richtig fad und kein anderer Lesestoff mehr zur Hand oder sie stellt sich schon auf die neuen Zeiten vermehrter Telefon und WhatsApp Kontakte ein. Dann ist so ein Telefonbuch wohl in Zukunft ein Schulbuch und gehört zur Grundlagenbildung :-); (C) Linda Reiter

Sehr geehrte Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger!

Es war ein bunter und vielfältiger Sonntag heute und ich bin am Ende dieses Tages irrsinnig dankbar, denn auch heute gab´s für unsere Gemeinde keine neuen Zahlen bei den Erkrankten. Das heißt, dass wir noch immer bei den „27“ Infizierten vom Freitag stehen, während die Zahl für den gesamten Bezirk leider auf 78 angestiegen ist. Und im Nachbarbezirk Perg in Oberösterreich wurden heute sogar insgesamt 93 Infektionen gezählt. Dieses vorübergehende Einbremsen des Anstieges bei uns ist sicherlich der Disziplin aller Bürgerinnen und Bürger nach dem ersten Schock zu verdanken! ABER lassen wir uns trotzdem nicht täuschen! Die große Coronakrise hat erst begonnen und wir müssen mit ihr in den nächsten Monaten und vielleicht noch länger praktisch leben lernen. Aber es geht weiter! Und deshalb wieder eine Tageszusammenfassung in Kurzform:

Ich möchte von den positiven Nebeneffekten der Krise sprechen. Meine Tochter vermisst die Schule. Angeblich steht sie mit ihrem Kummer nicht alleine da. In Umfragen freuen sich bereits zwei Drittel der Schüler wieder auf analoge Schularbeiten mit echten Lehrern. Der Schock über den Wissensstand der eigenen Eltern dürfte nach einer Woche Homeschooling tief sitzen. Ein befreundeter Lehrer erzählte mir, dass er bei den mitgegebenen Mathematikaufgaben täglich von überforderten Eltern angerufen werde. Er unterrichtet die dritte Klasse einer Volksschule.

Als Vater fand ich es immer erfreulich, wenn das Kind am Ende einer Erzählung eingeschlafen ist, als Vertretungslehrer schmerzt es mich. Da spiele ich im Zimmer meiner Tochter die Geschichte des Römischen Reichs vor, beide punischen Kriege, verkleide mich abwechselnd als Octavian und Cäsar und reite als Hannibal mit einem Steckenpferd in Capua ein. Mein Nachwuchs blickt währenddessen mit halbgeöffneten Augen gähnend auf die Uhr. Als ich später an ihrer Zimmertür lauschte, hörte ich nur, wie meine Tochter einer Freundin am Handy erzählte, dass sie bei einer Wahl zwischen einer weiteren Geschichtsstunde und einer Darmgrippe ins Grübeln kommen würde. Die beiden Rollen, Vater und Lehrer, stehen sich ständig im Weg. Am Vormittag nehme ich im Unterricht meiner Tochter das Handy weg, mit der Bemerkung, es dürfen sich am Nachmittag die Eltern dieses bei mir abholen. Ohne Tabletten schaffe ich das nicht noch eine Woche. Große Sorgen bereitet mir auch die Abwicklung des Elternsprechtages. Ich bin mir sicher, in wenigen Wochen werden sich sämtliche Eltern einig sein: Wir haben die besten Schulen der Welt. Wir fordern weder Lehrplanreform noch motivierte Pädagogen. Es genügt, wenn sie das Gebäude aufsperren.

Alles GUTE und #Gsundheit, #Zuversicht und #Langmut wüsche ich Dir!!!

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