Ardagger – Frühstücksnews – Dienstag, 26.7.2022

(c) Margarethe Dirnberger

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Gestern abend haben alle Medien ausführlichst über die Gasparpläne berichtet, die europaweit diskutiert werden. 15% Einsparung, das wurde als Ziel ausgegeben. Die Überlegung dahinter ist, dass jeder Kubikmeter Gas, der jetzt eingespart werden kann, zur Auffüllung der Speicher hilft und somit auch bei geringeren Gaslieferungen dazu beiträgt, dass wir leichter über den Winter kommen. Weil halt jetzt Gaskraftwerke nicht anlaufen müssen oder auch direkt Gas – vor allem in Industrien – gespart werden könnte.

RICHTIGES SPAREN – im Sinne der Vorsorge – das hatten unsere Eltern und Großeltern verinnerlicht! Sie haben damals (nach dem Krieg oder in der Zwischenkriegszeit) schwierige Phasen nur überstanden, weil sie Lebensmittel und Geld (der Weltspartag rührt noch aus den 1960er und 1970iger Jahren) angespart hatten, um über den Winter, über schwierige Zeiten oder überhaupt über die Runden zu kommen. Oder sie haben auch nicht gleich alles weggeschmissen, um Ressourcen zu sparen. Kleidung wurde nicht nur von Kind zu Kind übertragen, sondern auch bei Erwachsenen weitergegeben……; Heute kennen wir richtiges SPAREN immer weniger!

ZUSAMMENHALT und SOLIDARITÄT – das war auch in Krisenzeiten immer wieder notwendig und wir brauchen es gar nicht glorifizieren: Das war früher schon schwierig und wird es auch heute bleiben. Denn natürlich liegt jeder und jedem der eigenen Rock, das Wohlergehen der eigenen Familie und das eigene Auskommen näher als das der und des anderen. Eines wussten aber auch unsere Eltern und Groß- bzw. Urgroßeltern: Vieles war auch in schwierigen Zeiten nur gemeinsam schaffbar. Ich denke an die Ernte, die früher weitaus beschwerlicher war und wo beim Dreschen in den 1930iger bis 1960iger Jahren zum Beispiel von 30 und 40 schafften zusammengeholfen wurde oder beim Hausbau oder bei der Bewältigung von Katastrophen, wie bei den Brandhilfevereinen, die Solidarität einforderten. Oder ich denke an die ersten Autos und wo es üblich war, die anderen auch selbstverständlich mitzunehmen und damit Ressourcen zu sparen. Heute ist echte Solidarität in einer individualisierten Gesellschaft sehr oft dem Besserwissen, wie es andere hätten machen sollen, gewichen.

VERPFLICHTUNG und vielleicht sogar ZWANG: Das kennen wir im Moment für unser Leben kaum mehr, aber in Krisenzeiten kann auch das erforderlich sein, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Die Ansage der EU Kommission zu einem verpflichtenden 15% GAS-Sparziel ist sinnvoll. Sie hat aber allein gestern postwendend viel Kritik – allein schon der Mitgliedsstaaten – ausgelöst! Und wenn ich Dir persönlich sagen würde, WAS Du zur Energieeinsparung im Moment verpflichtend machen MUSST, dann würdest Du allein schon aufgrund der VERPFLICHTUNG, die da mitschwingt, SEHR distanziert reagieren. Heute ist Verpflichtung in einer liberalisierten und individualisierten Gesellschaft fast schon ein „nogo“ geworden und sogar Motivation zu einem gemeinsamen Ziel könnte als „Sektiererei“ ausgelegt werden.

Und da ist noch gar nicht die Frage der GERECHTIGKEIT gestellt worden. Die kommt aber dann wie´s Amen im Gebet und hört sich bezogen auf das ENERGIESPAREN dann wohl so an: Wer wird davon wieder profitieren? Wieso bekommt der eine und die andere – aber ich nicht? Und ausserdem richten sich´s die… da oben eh wieder……;  Und dann: Was hat das überhaupt für einen Nutzen – das bringt ja alles eh nichts…….?; Immer wieder hör ich dann auf solche Debatten auch noch die schon „mehr mitleidige“ denn „wissende“ Feststellung gegenüber Verantwortungsträgern, die ihnen dann so nebenbei auch gleich noch jede Kompetenz zum Bemühen um Gerechtigkeit entzieht: „Jedem Menschen recht getan ist eine Kunst die sowieso niemand kann……!“ Also GERECHTIGKEIT ist wichtiger denn je – aber der Glaube daran ist bei vielen abhanden gekommen.

Zurück zu den kurzfristigen GASSPAR-, ENERGIESPAR oder sonstigen Plänen, die von uns allen EINSCHRÄNKUNG erfordern werden. Sie rütteln alle zusammen an gefühlten Grundfesten unserer Gesellschaftsentwicklung, die gerade in den letzten Jahrzehnten nur WOHLSTAND, AUFWÄRTSENTWICKLUNG und MÖGLICHKEITEN gekannt hat, die wiederum mit dem ständigen unbändigen STREBEN des Menschen und unserer Innovations- und Weiterentwicklungskraft zu erklären ist……..; Aber vielleicht – ja sicher sogar – liegt auch genau da unsere CHANCE in der KRISE drin: Es könnte ja statt 15% SPAREN auch heißen, 100% ENERGIE-UNABHÄNGIG werden! Das wäre GERECHT, SOLIDARISCH, MOTIVIEREND und sich dafür einzusetzen macht auch SINN! Die KRISE quasi als CHANCE sehen! Das könnte doch auch unser gemeinsamer Nutzen sein!

Damit noch einige Kurzinfos für heute:

Morgen am Mittwoch kommt um 10.30 Uhr das historische Römerschiff aus Deutschland auf seiner Reise ins schwarze Meer nach ARDAGGER. Im Hafen der Fam. Raderbauer kannst Du es bewundern. Komm einfach vorbei!

Gestern konnte ich von der Fa. Reschinsky in Scheibbs bzw. Wieselburg dieses große Kirtagsherz abholen. Sie unterstützen uns damit bei der WErbung für den Kollmitzberger Kirtag, der heuer ja dann am 24. und 25. September stattfinden wird. DANKE für die exzellente Ornamentik!

Immer wieder stellen wir leider fest, dass Glasfaserkabel in Häusern durch Mäuse abgebissen werden. Wir möchten darauf einmal speziell aufmerksam machen, denn es ist erstens gar nicht leicht, einen solchen Schaden ausfindig zu machen und zweitens ihn dann auch zu reparieren! Man kann sich dagegen aber auch schützen: Bitte die Leitungen so verlegen oder einhüllen, dass sie vor Mäusen geschützt sind und sonst einfach die einfache klassische Mausfalle wieder einmal aufstellen. Auch das hilft! Meistens stellen wir einen Mausbiss fest, wenn die Internetleitung nicht funktioniert, dann gemessen wird und das Messergebnis einen Schaden direkt im Haus ergibt und erst dann wird nachgeschaut und meist der Schaden auch irgendwo versteckt entdeckt. Die Glasfaser muss dann zumeist völlig neu eingeblasen werden und die Kosten sind bei der Haushaltsversicherung abdeckbar.

Hinsichtlich Asphaltierung in der Pfaffenbergsiedlung könnte die Asphaltiererei heute in der unteren Straße wegen des Regens ein Problem werden. Das muss jetzt kurzfristig entschieden werden. Bitte um Verständnis, wenn es sich nochmals um einen Tag verschiebt.

Alles GUTE für Deinen TAG und ich wünsch Dir heute besonders, dass Du in jeder KRISE eine CHANCE und in jedem Glas sehen kannst, dass es mindestens halbVOLL ist. Einen schönen Dienstag mit vielen MÖGLICHKEITEN und NEUEN ERFAHRUNGEN!

(c) Margarethe Dirnberger

 

 

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