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Feuerwehrautos wieder leistbar machen!

Sehr geehrte Bürgermeisterin! Sehr geehrter Bürgermeister! Liebe Gemeindemandatare und -mitarbeiter!

„Feuerwehrfahrzeuge“ – davon gib´s tausende in insgesamt 4767 Feuerwehren in unseren Gemeinden in ganz Österreich. Für die Sicherheit sind sie natürlich unerlässlich und selbstverständlich. Für die einzelne Feuerwehr ist deren Nachbeschaffung etwas ganz Besonderes. Nur wenige Male in der Ära von Kommanden kommt ein solcher Ankauf vor und dann muss er – so der Anspruch der örtlichen Feuerwehr zurecht – gut auf die Bedürfnisse abgestimmt sein. Schließlich werden damit für rund 3 Jahrzehnte wieder einsatztechnische Fakten geschaffen. Enorme Kostensteigerungen und auch technische Neuentwicklungen werfen nun aber einen Schatten auf das Fahrzeugwesen in den Wehren. Die Finanzierbarkeit ist deswegen für Land, Gemeinden und die Wehren schwieriger denn je und in zahlreichen Fällen gar nicht mehr gegeben. Und die Herausforderungen erkennend, die sich da finanziell abzeichnen, legen die Fahrzeuganbieter auch schon ungefragt Bekenntnisse zum Freiwilligen Feuerwehrwesen in der Form, wie es das nur Österreich gibt, ab. Das ist zunächst schon Anlass genug, um den Kostentreibern auf die Spur. Den endgültigen Anstoss für die nachfolgenden Überlegungen hat aber ein „Feuerwehrfahrzeuggipfel“ des Österr. Bundesfeuerwehrverbandes am 27.2.2026 in Linz gegeben. Jetzt gilt´s Strategien zu entwickeln, wie die Fahrzeugbeschaffung für unsere Freiwilligen Feuerwehren weiter leistbar bleiben kann und dazu habe ich nachfolgende Überlegungen angestellt. Schick mir bitte auch Deine Meinung und Deine Vorschläge dazu – direkt an johannes.pressl@noegemeindebund.at oder schreib sie in die Kommentare unten rein.

Inhaltsverzeichnis dieses Blogartikels:

Feuerwehrfahrzeuge bei 4767 Feuerwehren in 2092 Gemeinden in ganz Österreich

Bei einem halbtätigen Treffen am Freitag Nachmittag in Linz – auf Einladung des Bundesfeuerwehrverbandes – ging´s um viel Geld aber auch um die zukünftigen gut einsatzfähigen Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehren in ganz Österreich. Rund 4767 Feuerwehren gibt es in allen 2092 Gemeinden. Ausgestattet sind sie – je nach Größe – mit mehreren, oft einem ganzen dutzend Fahrzeugen. In Österreich macht das bei den Träger-LKWs einen jährlichen Marktanteil von zwar „nur 3%“ aus. Dieses „kleine Volumen“ ist aber das wohl teuerste Segment im gesamten LKW und auch Fahrzeugaufbaubereich.

Kaum ein Feuerwehrfahrzeug ist aktuell „schraubengleich“

Sprich: In den meisten Fällen sind derartige Fahrzeuge ohnehin schon Sonderkonstruktionen und werden dann aufgrund individueller Wünsche der Feuerwehren noch weiter differenziert. Also kaum ein Feuerwehrfahrzeug ist aktuell „schraubengleich“ und Sonderkonstruktionen bedeuten auch Mehraufwand! Die Anbieter haben sich darauf eingestellt und nicht nur zur Entwicklung des individuellen Fahrzeuge enge Partnerschaften mit den Wehren aufgebaut, sondern gemeinsam mit ihnen auch nahezu einen „Markenfetischismus“ entwickelt. Und so stehen in manchen Feuerwehrgaragen zwar nie baugleiche aber dafür oft ausschließlich markengleiche Fahrzeuge.

„Individualität, Sicherheitsauflagen und Schnittstellen“ sind die wesentlichen „Kostentreiber“

Alles zusammen und noch viel mehr ist gleich aus mehreren Gründen kostentreibend:

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Lösung: „STANDARDISIERUNG und Skalierung“

Mit Standardfahrzeugen, die dann in großer Menge eingekauft werden können zwar nicht alle, aber zumindest einige Probleme gelöst und vor allem deutliche Kostenreduktionen erreicht werden. Wie kann aber eine derartige Standardisierung und in Folge „Skalierung“ in der Praxis ausschauen:

  1. Die FF Landesverbände müssten sich auf einige wenige Fahrzeugtypen – einheitlich über Österreich einigen. Das ist zunächst nicht einfach, weil die Ausgangssituation unterschiedlich ist. Der Kostendruck hat aber in einigen Bundesländern schon zu individuellen Standardisierungswegen geführt. Über einige Jahre oder möglicherweise ein Jahrzehnt, sollte es dann gelingen, einheitliche Fahrzeugtypen zu bekommen. Wesentliches Erfolgskriterium wird bei der Vereinheitlichung aber auch die Reduktion der vielfältigen Ausstattungs- und Assemblierungsmöglichkeiten sein!
  2. Die Ausschreibungszeiträume müssten verkürzt werden. Mit der Vereinheitlichung wären kürzere Ausschreibungszeiträume möglich; Aktuell wird von der BBG ein 5 jähriger Rahmen mit unzähligen Individualisierungsmöglichkeiten ausgeschrieben. Das müsste auf 1 Jahr und wenige Standardfahrzeuge reduziert werden.
  3. Die technischen Spezifikationen müssten auch laufend angepasst werden, wobei das Augenmaß auf Anpassung an allgemeine Entwicklungen und keine Sönderlösungen für die Feuerwehr aber auch Technik, die noch gut für eine breite Masse an Feuerwehrmitgliedern angewendet werden kann, gelegt sein muss. Dies würde allerdings eine einheitliche Stelle im Zusammenwirken zwischen Bundes- und Landesfeuerwehrverbänden erfordern.
  4. „Individualisierung“ den Einzelfeuerwehren in einem festgesetzten Rahmen zulassen. Es wäre unrealistisch zu glauben, dass es auch in zukunft Spezialanforderungen oder kleinere individuelle Lösungen geben könnte. Der Rahmen dafür muss aber auch vordefiniert sein. Konkret wären das „Wechselladefächer“ oder standardisierte Bereiche jedes Fahrzeuges, die dann individuell ausgefüllt oder aufgebaut werden könnten. Das soll auch die „emotionale Individualität“ zulassen.
  5. Einhaltungsmotivation durch „Förderanpassung“. Eine Umsetzung eines neuen „Fahrzeugkonzeptes“ kann nur durch Anpassung der Förderungen durch Bund, Länder und Gemeinden erfolgen. Dies wird auch ein breites und Bundesländer übergreifendes Committement erfordern.
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Die Vorteile der „Standardisierung“

Die Vorteile würden dann übrigens nicht nur bei den Kosten liegen. Natürlich, das ist das Wesentlichste. Vorteile würden sich auch für den laufenden Betrieb ergeben, denn…..

Standardisierung eröffnet Nischen: Das „Refirbishing“ von FF Fahrzeugen zum Beispiel

Gerade kleine FF Fahrzeughersteller machen sich bei zunehmender Standardisierung Sorgen um „Ihr Geschäft“. Umgekehrt läge eine enorme Chance im „Refirbishing“ von Fahrzeugen. Fahrzeugteile haben nämlich unterschiedliche Lebens- und Verwendungsdauern. Und vor allem Basiskomponenten könnten deutlich länger als 25 und 30 Jahre weiterverwendet und in neu assemblierten Fahrzeugen verwendet werden. Insgesamt wäre das Ressourcen schonend, möglicherweise Kosten sparend und ein interessantes Geschäftsmodell für mittlere und kleine Unternehmungen. Und besonders für Feuerwehren und finanzschwache Gemeinde ist das auch eine Möglichkeit, um kostenschonend – wiederum mit viel Individualität das Feuerwehrwesen aufrecht zu erhalten.

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Gute Beispiele gibt´s bereits

In Niederösterreich wurde 2024 ein „schraubengleicher“ Anschaffungsprozess für HLF2 Fahrzeuge gestartet. Über 50 Stück wurden gemeinsam ausgeschrieben. Gegenüber den in den Einzelfeuerwehren bereits im Einzelverfahren „assemblierten“ Fahrzeugen konnten dadurch bis zu € 150.000,– pro Fahrzeug eingespart werden. Die ersten Fahrzeuge sind mittlerweile zur vollsten Zufriedenheit der Feuerwehren ausgeliefert. Und eine Möglichkeit zur individuellen Anpassung bei der Beladung wurde in 2 Segmenten pro Fahrzeug auch geschaffen. Natürlich gab´s auch Feuerwehren, die sich nicht an der Aktion beteiligt haben, obwohl Anschaffungen angestanden sind. Die „Einheitlichkeit“ entsprach nicht ihren Anforderungen und deshalb wurden in Abstimmung mit den jeweiligen Gemeinden eigene Anschaffungsprozesse gewählt.

Wir stehen aber erst am Beginn…

… denn „Standardisierung und Skalierung“ benötigen noch viele Runden, um das sehr disperse und differenzierte Verhältnis zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern neu zu ordnen. In jedem Fall mit dem Ziel, weiterhin höchste Sicherheit, Motivation für die Freiwilligkeit aber auch günstigere Kosten sicherzustellen. …. und das braucht noch einige Zeit!

Danke für die nachfolgenden Bilder vom Feuerwehrfahrzeuggipfel am 27.2.2026 in Linz an den Österr. Bundesfeuerwehrverband

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