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Ardagger: Kriegsflüchtlinge – „Wir können die Augen nicht verschließen“.

In der Gemeinderatssitzung vorige Woche habe ich im Bericht des Bürgermeisters auch die Thematik „Kriegsflüchtlinge“ auf den Tisch gebracht und auch zu unserer Situation in der Gemeinde und auch allgemein im Bezirk berichtet. Es war eine ausführliche und teilweise auch konktroverse Diskussion, die daran angeschlossen hat und wo es dann Sozialgemeinderätin Michaela Naderer auf den Punkt gebracht hat: „Wir können unsere Augen nicht verschließen“ hat sie gemeint. Aber natürlich kamen in der Diskussion auch die Ängste der Menschen zur Sprache: Vor anderen Kulturen generell, davor, dass Flüchtlinge über kurz oder lang auch unsere Arbeitsplätze gefährden könnten und die Meinung, dass sich auch andere Länder in und ausserhalb Europas mit den Flüchtlingen im gleichen Maß solidarisch zeigen sollten. Letztendlich haben wir uns zu einem offensiven Weg in unserer Gemeinde bekannt: Wir wollen – nachdem es keinen Platz in unseren öffentlichen Gebäuden gibt – aktiv Privatwohnmöglichkeiten suchen und wir wollen vor allem kleine Einheiten, wo wir mit persönlichem Engagement von Helfern und Unterstützern auch möglichst rasch „Integration“ schaffen können. Und wir glauben, dass wir durch einen aktiven Weg auch viele Probleme und Ängste gleich gar nicht entstehen lassen. Denn wenn wir uns um eine aktive Einbindung von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft von Beginn an annehmen, dann entstehen viele Probleme auch nicht. Wir sind in unserer Gemeinde Ardagger – in unseren Katastralgemeinden erst am Beginn aber viele Gespräche diese Woche haben mir schon gezeigt, dass es eine große Bereitschaft zur Hilfe gibt. Das stärkt. Denn es ist auch klar, dass der Flüchtlingsstrom noch lang ist.20150624_223909-1

Bild: Gemeinderatssitzung – vorige Woche im Gh. Grünberger am Kollmitzberg.

Die diskutierten Eckpunkte für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Ardagger:

Wenn Du übrigens eine Wohnmöglichkeit kennst oder anbieten kannst oder Dich einfach nur mal erkundigen willst, wie das gehen könnte dann meld Dich bitte bei mir unter 0676 6047728 bzw. buergermeister@ardagger.gv.at. Gleichzeitig haben GR Michaela Salzmann-Naderer und GR Mag. Birgit Weichinger übernommen, die persönliche Hilfe zu koordinieren. Unterstützt werden sie auch von Hermi Naderer vom Arbeitskreis Albanienhilfe in Stift Ardagger. Du erreichst sie wie folgt:

Und so kannst Du persönlich helfen:

Und so schaut die Flüchtlingssituation generell aus:

Über 53 Millionen Menschen waren 2014 weltweit auf der Flucht – Tendenz steigend. Mit 1,59 Mio Menschen hat die Türkei 2014 die meisten aufgenommen, gefolgt von Pakistan (1,39 Mio.) und dem Libanon (1,15 Mio. aufgenommene Menschen). Vor allem aus Syrien und Afghanistan und den umgebenden Ländern im mittleren Osten sind Flüchtlinge auch unterwegs Richtung Europa. Bis Ende Mai dieses Jahres hat Österreich 21.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die Prognosen gehen für 2015 von insgesamt 50.000 bis 70.000  Kriegsflüchtlingen in Österreich aus. Informationen zur internationalen Flüchtlingssituation bei UNHCR: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten.html

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