Frühnews – Donnerstag, 15.10.2026

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Heute gibt´s Infos zu diesen Themen in den Ardagger News

Ardagger

Erkennst Du die Ähnlichkeit am Bild?

Links – das ist der Eingangsbereich des technischen Museums in Wien. Rechts – das ist die romanische Säulenkrypta in Stift Ardagger unter dem Hochchor. Das eine – eine moderne Raumgestaltung aus dem Jahr 2010: Der Eingangsbereich des Technischen Museums Wien vom Architekturbüro querkraft architekten (Jakob Dunkl, Gerd Erhartt und Peter Sapp) gestaltet. Das Andere – ein Andachts- und Sakralraum: Die Säulenkrypta der Pfarrkirche Stift Ardagger wurde zwischen 1224 und 1240 im Zuge des spätromanischen Umbaus der Stiftskirche unter Propst Heinrich I. (auch als Stifter genannt) erbaut. Ein namentlich bekannter Architekt oder Baumeister aus dieser Zeit ist historisch nicht überliefert, was für das Hochmittelalter typisch ist.

Next step: KI

Rund 800 Jahre liegen zwischen der Planung und Errichtung der beiden Räume. Ganz andere Materialien, ganz andere Technik, die verwendet wurde, ganz andere Bauzeiten wahrscheinlich und ganz andere Verwendungszwecke……; Gesehen habe ich die Säulen im Technischen Museum gestern Abend übrigens bei einer Veranstaltung, wo´s auch um KI gegangenist – aber dazu gleich weiter unten noch mehr.

Und diese Frage: Damals vor 800 Jahren – da war das menschliche Maß, 2010 war´s dann modernste Architektur – und heute nur 15 JAhre nach der Errichtung haben wir „KI“ – was dann……?

Ich habe mich ein bisserl gespielt – die beiden Fotos einem KI Modell „gefüttert“ und die KI auch gleich gefragt: “ Philosophische Auseinandersetzung: Gestaltung vor 800 Jahren, heute und next step KI?“ >> hier kannst Du das Ergebnis übrigens ausführlich lesen!

Zusammengefasst hat mir die KI „ausgerechnet“: Früher gab der Mensch seiner Vorstellung von Ordnung eine Form. Heute gestaltet er seine Erfahrung der Welt.
Mit KI muss er vor allem entscheiden, welche Welt er entstehen lassen will
….

Was ist der Zweck?

Damit zur Veranstaltung gestern Abend – da ist es um Forschungs- und Innovationspreise gegangen, die von KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) verliehen wurden und wo speziell auch die Aufgabenstellung war, mit KI-Integration Projekte und Modell zu entwickeln. Insofern hat sich das KI-Thema auch durch den ganzen Abend gezogen und die Philosophin Liz Hirn hat dazu referiert und zusammengefasst festgestellt: „Wir müssen uns im KI Zeitalter wieder eine eigentliche Frage stellen: „Was ist der Zweck?“, Sängerin Monika Ballwein hat den Abend umrahmt, hatte gestern sogar Geburtstag und hat sich auf der Bühne angesichts von KI-Song- und Stimmgeneratoren eine existentielle Frage gestellt „Wie verdienen Künstler in Zukunft ihr Geld?“ und Claudia Reiterer – die ehemalige ORF Moderatorin hat das Bild der Jedi Ritter aus Star Wars bemüht und der „Guten Macht“ und damit der Selbstlosigkeit, Harmonie und Kontrolle gegenüber der „dunklen Macht“, die für Egoismus, Wut und Herrschsucht steht die Oberhand gewünscht…..

Zurück gelassen hat all das die Gäste – zumindest mich – als wir da so gesessen sind im Technischen Museum mit alten Dampfloks – mit einem Bild, wie´s aus dem „Wilden Westen“ überliefert ist: Indianer – aus der Natur kommend- die erstmals eine pfauchende, Feuer speiende Dampflok sehen und glauben, die schlimmsten Wahrsagungen ihre Altforderen werden wahr und der Weltuntergang sei gekommen……; Wir wissen heute, dass das „Dampfross“ noch nicht der Weltungergang war und mittlerweile auch das Auto, der PC oder die Biotechnologie nicht dazu geführt hat und ich bin sicher, auch die KI nicht dazu führen wird….., wie´s manche leider apokalyptisch glauben machen wollen.

Allerdings müssen wir uns diese eine zentrale Frage stellen – egal ob im technischen Museum in Wien, in Ardagger zu Hause oder wo immer wir Anwender, Entwickler oder einfach Nutznießer dieser Techniken oder neuer Möglichkeiten sind: „Wie nutzen wir sie? Und wie nutzt sie die Menschheit?“ um bei Liz Hirn zu bleiben und ich füge ganz im Sinne der Jedi Ritter noch hinzu: GUT oder BÖSE? und damit sind wir wohl bei Fragen und täglichen Entscheidungen angekommen, die wir uns seit wir Menschen auf der Erde sind…..stellen….. Philosophen, Religionsgründer, Mächen- und Geschichtenerzähler, Dorfälteste und Mütter und Väter, Lehrer und Ärzte usw……: „GUT oder BÖSE, Jing oder Jang, Prinzessin oder Bösewicht, Wolf oder Geislein, Schneewittchen oder die böse Königin…….?

„Mögest du in interessanten Zeiten leben“ heißt ein überlieferter Spruch

….selbst wenn wir alle wissen, dass „interessante Zeiten“ meist auch Zeiten der „Spannung, der Orientierung, auch manchmal des Konflikts und sehr oft der Veränderung sind…..; Aber damit und mit dem Wissen, dass die Menschheit auch aus „spannenden“ Zeiten immer noch stärker, innovativer und besser hervorgegangen ist, darf ich diesen kleinen „philosophischen“ Ausflug in diesen Frühnews – wohl auch weit über unsere Gemeinde Ardagger hinaus auch schon wieder beschließen……

Bitte erinnere Dich nochmals an unsere Kalenderbildersuche

Manuela Holzinger hat mir gestern dieses Bild von einem jagdlichen Ansitz geschickt. Danke dafür und ich freue mich auch noch auf weitere Bilder!

„Spielerisch Zukunft lernen“

Gestern war Science Afternoon in der Bücherei Stephanshart. Wer träumt nicht davon einmal mit einer Rakete in die Tiefen des Alls vorzudringen? Doch wie funktioniert eigentlich eine Rakete und welche unterschiedlichen Wege gibt es ausreichend Schubkraft zu erzeugen um die Erdanziehungskraft hinter sich zu lassen? In diesem Workshop hat Tanja Neidhart vom Talente Campus Hernstein mit 13 Kindern erforscht, wie echte Raketen funktionieren, die tatsächlich Menschen oder Satelliten ins All befördern. Nach demselben Prinzip bauten sie selbst zwei verschiedene Raketenmodelle und starteten sie sogar. Auch wenn sie mit ihren Modellen nicht bis zum Mond kamen, waren trotzdem alle erstaunt, wie gut die selbst gebauten Raketen funktionierten. Danke für den tollen
Bis zum 8.11.26 gibt es in der Bücherei Stephanshart übrigens noch die Möglichkeit sich zum Workshop „Vom Baum zum Buch“ am 21.11.26 anzumelden. Es gibt noch wenige Restplätze.

Gemeindebund

„Kleinere Einheiten“ sind „menschlicher“

In der Diskussion um die zukünftig effizienteste Struktur bei den Gemeinden gibt´s nun eine interessante Studie aus Dänemark. Dort sind ja Gemeinden im Durchschnitt 55.000 Einwohner groß und wohl Europa weit gesehen am „effizientesten“. Jetzt zeigt eine Studie, dass die dortigen Reformen auch zu einem Rückgang der öffentlich wie privat Beschäftigten in den „aufgelassenen“ Orten geführt haben, dass auch die Schul- und Bildungsstandorte reduziert wurden und für die Erwerbstätigen auch die Pendlerstrecken zugenommen haben…..; Anhand umfassender Daten auf Nachbarschaftsebene aus Dänemark für den Zeitraum von 1996 bis 2015 stellten die Autoren fest, dass der Verlust des Rathauses Abwanderung auslöst, was zu einem Rückgang der lokal bereitgestellten öffentlichen Güter führt. Dies wirkt sich auf den lokalen Wohnungsmarkt und die Arbeitsplatzverfügbarkeit aus und führt zu niedrigeren Immobilienpreisen, höheren Löhnen und längeren Pendelzeiten. Letztendlich hat der Verlust des Rathauses erhebliche „negative“ Folgen für die Einwohner. >> wie Du hier lesen kannst: https://academic.oup.com/joeg/article/26/2/211/8262208?login=false

Jakob Wolf über „Heimatgemeinde“ – der Ort, wo er sich am „puddelwohlsten“ fühlt

Er freut sich, wenn jemand Nachwuchs bekommt oder ein Kind zum ersten mal in den Kindergarten geht, wo „wir aber auch gemeinsam traurig sind, wenn wertvolle Mitbürger auch leider verstorben sind“, sagt er über „Heimatgemeinde“……..; Jakob Wolf ist übrigens Bürgermeister von Umhausen in Tirol und auch Präsident des Tiroler Landtages…..

Sprüche zum Tag

Thema: Mögest du in interessanten Zeiten leben

Den Spruch „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ greif ich auf und stelle ihn in unterschiedliche kulturelle Zusammenhänge:

Lieber ein Hund in Zeiten des Friedens als ein Mensch in Zeiten des Chaos. Die Aussage stammt aus einer chinesischen Geschichtenerzählung des 17. Jahrhunderts. Sie bringt die dunkle Kehrseite „interessanter Zeiten“ auf den Punkt: Selbst ein bescheidenes Leben in Frieden ist besser als ein menschliches Leben in einer Epoche des Chaos.

Aus Japan: Die Blume, die im Sturm wächst. Mögest du stark genug sein, um im Sturm zu wachsen, und weise genug, dir ruhige Tage zu wünschen.

Aus dem arabischen Kulturraum: Der Wind prüft den Baum. Mögest du Wurzeln haben, die tief genug reichen, wenn die Winde der Veränderung aufkommen.

Aus der griechischen Antike: Mögest du bekommen, was du dir wünschst. Das ist eine Variante des Motivs, dass erfüllte Wünsche nicht zwangsläufig Glück bringen. Gerade dann, wenn sich die Welt verändert, können vermeintliche Chancen zu neuen Problemen werden.

Aus der nordischen Sagenwelt: Mögest du in einer Zeit der Helden leben. Das klingt zunächst erhebend. Doch wenn Helden gebraucht werden, herrschen meist auch Gefahren, Konflikte oder Unordnung. Damit trifft es den ironischen Kern des ursprünglichen Spruchs sehr gut.

Aus der indischen Philosophie: Mögest du an deinen Prüfungen wachsen Hier wird aus dem Fluch ein ambivalenter Segen: Schwierigkeiten können Entwicklung ermöglichen, doch niemand sollte sie mit einem guten Leben verwechseln.

Alles GUTE für Deinen heutigen TAG!

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