Ardagger – Frühnstücksnews – Donnerstag, 3.10.2024

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Die Nationalratswahlen haben auch organisatorisch ihre Nachwirkungen. Und jetzt beginnen die Analysen zur Wahlorganisation und Wahlabwicklung: Vor allem die 491 Wahlkarten (17% mittlerweile) haben die Gemeindeverwaltung – nicht nur in Ardagger – enorm gefordert. Bgm. Kollege Franz Kriener aus Neustadtl hat mir gestern gesagt, dass allein bei ihm am Gemeindeamt eine Person 3 Wochen lang nur mit dem Thema Wahlkarten beschäftigt war. Und ich habe bei uns in Ardagger gestern nachrecherchiert, wie fehleranfällig und kompliziert das Wahlkartensystem geworden ist:

  • Nur 403 der 491 Wahlkarten waren bis zum Freitag nach Dienstschluss der BH zurück am Gemeindeamt
  • von diesen 403 Wahlkarten waren wiederum rund 3% ungültig, weil sie teils nicht unterfertigt, teils nachträglich mit Klebeband zugeklebt oder sonstwie „technisch“ fehlerhaft bzw. unsachgemäß manipuliert waren.
  • Für die bis Freitag nachmittag in den Wahlsprengeln nicht wieder zurückgekommenen 88 Wahlkarten gab´s zwar dann nochmals eine „zweite Chance“. Zumindest die bei unserem Postpartner für die Besteller hinterlegten Wahlkarten wurden wiederum zur Wahlmöglichkeit im Sprengel rückführt.
  • Trotzdem kamen auch mit der Sonntagswahl nicht mehr alle von Wählerinnen und Wählern bestellte Wahlkarten zurück. Insgesamt schätze ich, dass österreichweit  rund 15 bis 20% der ausgegebenen Wahlkarten dann doch nicht in den Wahllokalen zur Auszählung auftauchen.

Übrigens sind Wahlkarten nicht nur mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden, sondern auch „kostenintensiv“: Rund € 8,– kostet der durchschnittliche Versand einer Wahlkarte in Österreich. Kosten für Auslandsversendung oder Rücksendung durch den Kunden sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Schließlich habe ich mir gestern noch angeschaut, wie das denn mittlerweile bei den Volksbegehren funktioniert: 80% der Unterstützungserklärungen und Unterschriften für eine Volksbegehren werden mittlerweile „digital“ gegeben. Mittels ID-Austria geht das rasch und sicher!

Gemeinsam mit Prof. Kathrin Stainer-Hämmerle wird´s deswegen heute in Wien auch eine Presseinformation geben bei der ich vorschlagen möchte, statt dem Wahlkartenaufwand, das digitale Wählen (e-voting), wie bei den Volksbegehren, auch bei anderen Wahlen zu ermöglichen. Das wäre für die Menschen, die das wollen bequemer, auch weniger fehleranfällig und für die Verwaltung und Wahlbehörden enorm Steuergeld sparend. Die Möglichkeit des Wählens im Wahllokal sollte nicht eingeschränkt werden. Erfahrungen aus Estland, die das mittlerweile eingeführt haben, zeigen, dass dort rund 60% per e-voting abstimmen und 40% im Wahllokal.

 

Die Nationalratswahl-Aauswirkungen waren dann gestern am Abend auch bei einem Austausch mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Rahmen des NÖ. Gemeindebundes in Krems Thema. Und wir haben dazu erstmals auch Prof. Reinhard Haller – den „Profiler“ aus Vorarlberg eingeladen. Ich habe ihn gefragt: „Wie hat sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt“ und „wie werden Politiker – auch Lokalpolitiker heute von den Menschen gesehen?“ Wir sind in seinem Vortrag auch auf das Thema „Kränkung“ gekommen und Reinhard Haller hat mir im Nachgespräch auch nochmals bestätigt, dass vor allem die Impfpflicht bei Corona oder auch der Umgang mit der Coronapandemie in anderen Stadien viel Enttäuschung und auch persönliche Verletzungen bei den Menschen erzeugt haben. Diese werden der Politik und den Verantwortlichen auch heute noch angelastet und bilden sich auch bei Wahlen selbstverständlich ab. Und „Kränkungen“, wenn man diese „Verletzungen“ auch als solche bezeichnen möchte, seien nur sehr schwer „auflösbar“. Letztlich sind es EMPATHIE und WERTSCHÄTZUNG, die eine „Enttäuschung“ – allerdings erst ganz langfristig – wieder überwinden könnten, sagt Haller. Reinhard Haller kann man bei Interesse übrigens auch auf Youtube anhören.

Bei einer Sitzung des Klimabündnisbeirates ist es gestern in St. Pölten dann noch um Lehren aus den jüngsten Hochwässern für die Klimaschutzaktivitäten gegangen. Mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister hats eine große Runde gegeben, wo wir uns über die immer öfter in Kindergärten und Schulen notwendigen Stützkräfte unterhalten und Lösungswege zu finden versucht haben. Und bei Landesrätin Rosenkranz war ich, um das Projekt „Jobchance“, das Langzeitarbeitslosen Möglichkeiten des Berufseinstieges auf Gemeinden bietet, weiterzuentwickeln.

Einige tolle Kalenderbilder sind gestern wieder hereingekommen. Ich darf Dir hier zwei ganz tolle von Manuela Neu weitergeben und auch Dich nochmals bitten, Deine Bilder zu schicken. Ich freue mich darauf:

 

Die neue Nahwärme im Ortszentrum in Stift Ardagger ist seit einigen Tagen im Probebetrieb. 4 öffentliche Gebäude und 4 Privatliegenschaften sind hier jetzt angeschlossen bzw. haben die Anschlussmöglichkeit. Rund 220 KW Leistung hat der neue Kessel und mit örtlichem Waldhackgut wird die Anlage betrieben, die gleich neben dem neuen FF Haus steht.

 

Der Verein für Mostviertler Geschichte hat noch eine Zeitschrift herausgegeben. Das erste VEMOG Magazin ist jetzt aktuell zu lesen. >> hier auf https://vemogjournal.org Harald Lehenbauer, Obmann des Vereines VEMOG ist Herausgeber. DANKE für die vielen spannenden Inforamtionen zur Geschichte in unserer Region, bei der auch unsere Topothek vorkommt.

 

Abschließend für heute wünsche ich Dir noch alles GUTE und habe mir in Anlehnung an die gestrigen Gespräche mit Reinhard Haller das Thema „ENTTÄUSCHUNG“ für die Sprüche zum Tag hergenommen:

Wir geben uns zu wenig Rechenschaft darüber, wie viel Enttäuschung wir anderen bereiten. Heinrich Böll
Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts. Max Planck
Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung. Anatole France
Beide schaden sich selbst: der, der zu viel verspricht und der, der zu viel erwartet. Christoph Ephraim Lessing
Und noch 5 Sinnsprüche zum Thema von unbekannten Autoren:
  • „Enttäuschungen sind nur Haltestellen auf dem Weg zum Erfolg.“
  • „Wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere.“
  • „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“
  • „Die größte Enttäuschung im Leben ist, wenn man sich selbst enttäuscht.“
  • „Gib nicht auf, nur weil es schwierig ist. Große Dinge brauchen Zeit.“

Alles GUTE für Deinen heutigen TAG mit einem beeindruckenden Bild von Martin Kremslehner:

 

2 Gedanken zu “Ardagger – Frühnstücksnews – Donnerstag, 3.10.2024

  1. Ich habe der Politik schon bei der Pandemie nicht vertraut (Maßnahmen, Impfung usw.) und würde auch bei einem e-Voting kein Vertrauen mehr in die Auszählung haben. Da gehe ich lieber nicht mehr wählen wenn es keine Wahlkarten mehr gibt. Und warum 16 Millionen Euro bei den riesigen angehäuften zusatzlichen Schulden von mehr als 60 Milliarden Euro der schwarz-grünen Horrorkoalitionen in den letzten 5 Jahren auch schon eine Rolle spielen ist mir nicht klar. Eine Abstimmung für ein Volksbegehren ist was anderes als eine Wahl. Und die zunehmende Digitalisierung schließt wiederrum einen großen Kreis der Bevölkerung von 60+ oder die keine ID-Austria haben aus. Warum machen die Politiker das ? Na klar, weniger Wähler, weniger Kritik oder sie können es sich richten. Typisch ÖVP. Hört endlich auf mit diesem Digitalisierungscheiß ! … wobei mich das persönlich weniger betrifft.

    1. Danke Hans für Deinen Kommentar und Diskussionsbeitrag. Das Wählen in der Wahlkabine am Wahltag soll nicht abgeschafft werden. Und ich würde den Vorschlag des e-votings nicht machen, wenn wir nicht sehen würden, wieviele Probleme (nicht nur Kosten, sondern leider auch ungültige Wahlkarten, nicht zurückgebrachte und unnötigen Verwaltungsaufwand) erzeugt mit den Wahlkarten. Aber ich geb Dir natürlich recht, dass die Systemsicherheit und das Systemvertrauen in jedem fall gegeben sein müssen. Hannes

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