Ardagger – Frühstücksnews – Donnerstag, 1.8.2024

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Heute darf ich mit der Feuerwehr Kollmitzberg starten. Sie hat seit kurzem eine neue Homepage. Erreichbar ist sie unter www.ff-kollmitzberg.at. Und sie informiert Dich über alle aktuellen Fahrzeuge, den Mannschaftsstand, beschreibt Einsätze und gibt Dir auch sonstige Infos zur Feuerwehr und zur Feuerwehrjugend. Nutze die Homepage bitte fleissig. Die Feuerwehr freut sich über Deinen „virtuellen“ Besuch und Deine Teilhabe an der Feuerwehrarbeit!

 

Vielleicht zum Thema Feuerwehr noch eine Erklärung, weil ich immer wieder auch gefragt werde, warum gibt´s in Ardagger nicht eine sondern 4 Feuerwehren und wäre es nicht viel besser und effektiver, wenn es nur eine und dafür besser ausgestattete Feuerwehr gibt?

  • Ja, es stimmt schon, dass unsere 4 Feuerwehren aus einer Zeit stammen, wo Einsatzbereiche aufgrund anderer Fahrzeuge – wie Pferde gezogene Spritzenwägen usw. – festgelegt wurden. Das ist teilweise 100 oder 150 Jahre her als die Feuerwehren in der bisherigen Form gegründet wurden……
  • Es stimmt aber auch, dass die Mannschaften in der aktuellen Stärke nur mit der starken Ortsverbundenheit möglich sind. Zwischen 60 und 110 Mitglieder gibt es pro Wehr. Mehrmals hat es in den letzten 53 Jahren seit der Gemeindezusammenlegung auch Überlegungen zu einer Feuerwehrzusammenlegung gegeben. Aber immer mussten die Betreiber dieser Idee anerkennen, dass der Mannschaftsstand massiv schrumpfen würde. Jede und jeder will helfen, aber Feuerwehr braucht auch Identität und die ist halt im eigenen Ort am meisten gegeben. Ich nehme nur das Beispiel Feuerwehrjugend. Die funktionieren exzellent – aber man geht halt nur im eigenen Ort zur FF Jugend! Und in erster Linie sind es die Freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen, die die Einsatzstärke unserer Wehren ausmachen.
  • Es kommt dann immer wieder das Argument der Kosten bei der Technik. Wäre da nicht eine anstatt 4 Feuerwehren viel billiger?
    • Da muss man zunächst zu den Fahrzeugen wissen, dass die Feuerwehren zusammen oder allein nicht mehr und auch nicht weniger Fahrzeuge haben würden. Im Rahmen der sogenannten Ausrüstungsverordnung, die vom Land und Landesfeuerwehrkommando festgelegt wird, steht für das Gemeindegebiet von Ardagger und den Einsatz- und Aufgabenbereich eine fix definierte Fahrzeugausstattung zur Verfügung. Das ist aktuell ein HLF3 , ein HLF2 und zwei HLF1. Dazu kommt noch ein VRF. Und in dieser Ausrüstungsverordnung sind auch noch weitere technische Gerätschaften, wie Seilwinde oder Druckbelüfter und Pumpen definiert, die ebenfalls der Größe und den Aufgabenstellungen im Einsatzbereich entspechend, fixiert sind. Zusätzlich gibt´s noch Mannschaftstransportfahrzeuge pro Wehr und für den Spezialfall Katastrophenschutz Hochwasser und Donau einige Boote bzw. einen LAST für Transportzwecke. Nur bei dieser vordefinierten Ausrüstung finanziert die öffentliche Hand – also die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – mit.
    • Diese Fahrzeuge sind auf alle 4 Feuerwehren aufgeteilt und der Fahrzeugbestand würde sich nicht ändern, wenn es anstatt 4 Wehren nur 1 Wehr geben würde.
    • Natürlich haben sich im Lauf der Jahre noch weitere Fahrzeuge bei der einen oder anderen Wehr angesammelt bzw. wurden DANK Sponsoren auch Zusatzgeräte in Dienst gestellt. Das ist jeder Feuerwehr unter gewissen Bedingungen freigestellt und zeugt von Eigenständigkeit und auch hoher eigener Bereitschaft mit Eigenmitteln und Mitteln aus Aktionen und Festen für noch mehr Sicherheit für die Bevölkerung zu sorgen.
  • Bleiben noch die 4 Feuerwehrhäuser – wäre da nicht Sparpotential – wird auch gefragt.  Wir haben uns seitens der Gemeinde gemeinsam mit den Feuerwehren schon vor Jahren entschieden, die bestehenden FF Häuser in den nächsten Jahren im Bestand zu erweitern und zu sanieren. Mit viel Eigenleistung und enormer Selbstorganisastion durch die Feuerwehren. Und auch das ist – vor allem wegen dem hohen Einsatz der Mannschaften – wie man in Stephanshart mit dem tollen neuen Haus schon sieht und wie´s auch in Stift Ardagger mit dem aktuell gerade laufenden Um- und Ausbau uch läuft – sehr gut möglich. Also auch mit dieser Lösung und der enorm hohen Eigenleistung der Feuerwehren muss dem Steuerzahler oder der Steuerzahlerin nicht bang sein, dass hier fehlinvestiert wird!
  • Übrigens sollte man einen Vorteil der 4 FF Haus Standorte auch noch in Betracht ziehen. Gerade im Katastrophenfall sind dadurch auch Ausweichmöglichkeiten gegeben, die hoffentlich nie erforderlich sind, aber dann bei enger Zusammenarbeit der Wehren doch gegeben sind.
  • Im Einsatzfall arbeiten die Feuerwehren übrigns seit Jahren schon exzellent zusammen. Und auch kameradschaftlich versteht man sich sehr gut und hilft sich auch unter Kameraden aus. So finden beispielsweise regelmäßig gemeinsame Übungen statt  „bilateral“ oder auch alle gemeinsam im „Unterabschnitt“ – je nach Alarmierungsplanung. Und bei Wettbewerben misst man ebenfalls die eigene Stärke und Leistungsfähigkeit.

Seitens der Gemeinde sind wir in jedem Fall stolz auf unsere 4 Feuerwehren und haben höchste Achtung vor deren Leistungen – von den Kommanden mit höchster Verantwortung beginnend, bis zur einzelnen Feuerwehrfrau und dem einzelnen Feuerwehrmann. DANKE in jedem Fall wieder einmal für die exzellente Arbeit, die da geleistet wird und auch die perfekte Zusammenarbeit, die gepflegt wird.

Und damit bleib ich gleich nochmals bei der Feuerwehr. Du erinnerst Dich vielleicht – ich war vor einigen Monaten in der Ukraine, in Kiew. Von damals beginnend haben einige mitreisende Bürgermeister unter Federführung von David Berl (Laxenburg) und Helmut Mall (St.Anton) es in die Hand genommen, Feuerwehrfahrzeuge für die dortigen Wehren zu organisieren. Und mittlerweile haben 2 bei uns ausgediente Fahrzeuge die Reise angetreten und ihren Zielort – Dörfer in der Nähe von Charkiw, wo es auch durch die nahen Kriegshandlungen immer wieder Brände gibt – erreicht. Herzlichen DANK auch dafür und für diese länderübergreifende Hilfe!

Gestern gings schon hoch hinaus und das soll auch heute noch einmal so sein….; Beim Baumschnitt von alten Obstbäumen. Dafür gibt´s auch mittlerweile einen Spezialisten. Das ist Engelbert Wieser aus Randegg. Der ehemalige Bürgermeister hat sich auf Techniken spezialisiert mit denen er auch alten vergreisten und großen Birnbäumen wieder Leben und Ertragskraft geben kann. Er ist mit Hubsteiger und Motorsäge unterwegs und kann auch gebucht werden. Kürzlich war er bei uns in der Gemeinde am Kollmitzberg im Einsatz. Hier seine Telefonnummer: 0676/6075306

 

Zum Schluss heute noch ein bisserl Geschichte – persönliche Geschichte. Vor mittlerweile rund 34 Jahren habe ich damals bei meinem Studium auf der BOKU eine Anzeige für einen Ferialjob auf einer Salzburger Alm gelesen. Ich hab mich beworben, wurde genommen und habe dann 3 Monate als „Melker“ auf der Baumgartenalm im Salzburger Oberpinzgau verbracht. Vor einiger Zeit hat mich der dortige Almbauer angerufen und hat mir gesagt, er möchte dem „Salzburger Bauer“ – das ist die Salzburger Landwirtschaftszeitung – einen Bericht schicken von damals. Und er hat natürlich eine „Jugendgeschichte“ von der Alm ausgegraben, die ich Dir hier weitergebe. Gestern habe ich die damaligen Almbauern besucht. Der Betrieb ist mittlerweile an ihre Kinder (Sohn und Schwiegertochter) übergeben. Nach wie vor betreiben sie mit 4 weiteren Bauern die Alm und machen dort auch Bergkäse. Vieles ist gleich geblieben. Vieles hat sich aber auch verändert und  vor allem ist nach 34 Jahren auch eine ganz neue Generation mit ganz neuen Ideen am Werk, die das auf ihre Art auch wieder sehr sehr gut machen. Gestern ist mir so bewusst geworden, dass man Veränderungen am deutlichsten sieht, wenn man dazwischen von der Entwicklung nichts mitbekommen hat. Wenn man aber dauernd dabei ist, dann ist vieles oft selbstverständlich. Und nach 34 Jahren habe ich gestern bei einem Besuch auch gemerkt, wie sehr mich diese 3 Monate – unabhängig von der Geschichte mit der zufahrt – auch geprägt haben…….; Vielleicht grab auch Du einemal in Deinen schönen Erinnerungen……….

 

Und damit zum Schluss – das Thema liegt wohl auf der Hand: ERINNERUNG

Indem du die Gegenwart gewahr wirst, ist sie schon vorüber; das Bewusstsein des Genusses liegt immer in der Erinnerung. Karoline von Günderrode

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Dietrich Bonnhöfer

Feig, wirkklich feig ist nur, wer sich vor seinen Erinnerungen fürchtet. Elisa Canetti

Gute Erinnerungen tragen unser Leben. Japanischer Spruch

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus welchem wir nicht getrieben werden können. Jean Paul

Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedenstifter. Marcel Proust

Vielleicht hat das auch bei Dir die eine oder andere Erinnerung erweckt. Alles GUTE für Deinen TAG!

2 Gedanken zu “Ardagger – Frühstücksnews – Donnerstag, 1.8.2024

  1. Guten Morgen Hannes,
    da ich deine News immer wieder lese muss ich dir dazu gratulieren.

    Sehr gut finde ich die heutigen Argumente über die Notwendigkeit Eurer 4 Feuerwehrn, wir haben ja in WY auch immer diese Diskussion.

    Was deinen Almbericht betrifft, geht es mir auch so wenn ich nach 20 oder 30 Jahren zu meine alten Aktivitäten/Projekten hinkomme, was sich da verändert hat, aber auch was solche Prozesse für Entwicklungen ausgelöst haben.

    PS: Wir haben in deiner Studienzeit einmal gemeinsam ein Leitbild für die Gemeinde Göstling gemacht, daran wirst dich nicht mehr erinneren können.

    lg Hans Tel 0676 7277747
    johann@wtstixenberger.at

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