Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!
Die heutigen Frühnews kommen aktuell aus Tirol – ganz konkret aus Ehrwald. Das sind schon 4,5h Fahrzeit und 377 km Entfernung, wenn man über Deutschland fährt. Der Ort gehört touristisch in die Region „Zugspitz Arena“. Heute am Mittwoch findet hier am Vormittag der Tiroler Gemeindetag statt. Ehrwald hat übrigens etwas über 2600 Einwohner, hat mir der Bürgermeister gestern abend noch erzählt und macht mit rund 3000 Gästebetten an die 600.000 Gästenächtigungen pro Jahr. Interessant, dass sich das nicht gleichermaßen auf Sommer und Winter aufteilt, sondern mit rund 323.000 Nächtigungen ein Schwerpunkt sogar im Sommertourismus besteht. >> liest Du hier in der Orts- und Regionsstatistik von Ehrwald.
Der Ehrwalder Bürgermeister Johann Köck hat mir übrigens – und das durchaus mit Stolz – erzählt, dass er es in den letzten Jahren geschafft hat, lange leer stehende Gebäude im Ortskern wieder zu befüllen. Es waren vor allem Tourismusunternehmer und Gastwirte, die investiert haben und jetzt mit ihren Investments auch gr0ßen Erfolg haben. Auch beim Abendessen sind wir in einem ehemaligen Geschäftslokal in Ehrwald gesessen, das zuvor sogar 20 Jahre lang leer stand bevor es eine Jungfamilie als Gastwirtschaft wieder zu neuem Leben erweckt hat.
Insofern schließt sich der Kreis zur Frage „Wie beleben wir unsere leer stehenden Ortskerne“, die gestern beim European Summit der IRE in Salzburg gestellt wurde. In einer spannenden und hochkarätigen Diskussionsrunde hatte ich die Gelegenheit, die Vorstellungen dazu aus Sicht des Österr. Gemeindebundes einzubringen.
Inhaltlich adressiere ich bei all diesen Diskussionsrunden über Ortskerne jetzt auch immer wieder die Eigentumsfrage – einerseits im Sinne auch einer Eigenverantwortung für „mein Eigentum“, die jeder Besitzer hat. Andererseits auch im Sinne einer gemeinschaftlichen Mitverantwortung für den gesamten Ortsraum wo „mein Eigentum“ eingebettet ist und mit dem es „interagiert“. Es hat aber natürlich in den Jahren seit dem zweiten Weltkrieg und speziell in den letzten „Boomjahrzehnten“ auch planerische und entwicklerische Absichten gegeben, die heute als Fehlentwicklungen bezeichnet werden aber halt nur schwer „korrigierbar“ sind. Schließlich ist mir aber auch immer wichtig zu betonen, dass es nicht „das eine für alle gleichermaßen gültige Lösungsmodell gibt“, sondern für jeden Ort und jede Region – durchaus unter dem gleichen Prinzip der „vorrangigen Nutzung“ von Bestandsobjekten – individuelle Lösungen für die Ortskerne zu finden sind.
Aus unserer Gemeinde habe ich gestern auch einige Beispiele genannt: Den Pfarrhof Kollmitzberg, wo wir durch die Kooperation Gemeinde und Pfarre aktuell gerade eine Belebung schaffen – mit 6 Wohnungen und eben dem PFarrheim durch die Pfarre. Oder das betreute Wohnen Ardagger MArkt, wo ursprünglich ein Nebengebäude des Gh. Stöger gestanden hat. Oder der alte Pfarrhof Ardagger Markt, der heute Kindergarten und Wohnhaus ist. Oder das Moar Haus Stephanshart, das inkl. der Wohnungen und Reihenhäuser eine umfassende Nachnutzung des alten Vierkanthofes war, der hier noch vor 25 Jahren gestanden hat. Und auch aktuell und in Zukunft wird die Um- und Neunutzung von privaten wie öffentlichen Gebäuden in den Ortskernen beschäftigen. Allein schon durch die Schulzusammenlegung stellt sich dann spätestens in einem Jahr die Frage der Nachnutzung für die jeweiligen Ortschaften und Ortskerne……; Also es bleibt herausfordernd und immer aufs neue spannend……..
In Salzburg habe ich den Tag gestern übrigens noch für weitere Gespräche und einen Austauch genutzt. U.a. war ich bei Bgm. Bernhard Auinger von der Stadt Salzburg. Der ehemalige für Porsche weltweit tätige Mitarbeiter ist seit dem Frühjahr neuer Salzburger Bürgermeister und auch einer der Vizepräsidenten im Österr. Städtebund. Insofern gibt´s auch immer wieder einen Austausch über die gemeinsamen Anliegen und dann habe ich auch noch den Chef der Salzburg AG – Michael Baminger – getroffen, denn auch im Bundesland Salzburg brauchts die enge PArtnerschaft zwischen Gemeinden und Energieversorger beim Netzausbau. 
In Ardagger ist gestern auch noch einiges weitergegangen. Die AUWEGE sind jetzt nach dem Hochwasser wieder alle gegradert. Gestern wurde der großteil fertig gestellt.
Heute sollte die Baustelle beim „Türl“ in Bruch losgehen. Die ehemalige Holzklappe ist spätestens jetzt nach dem Hochwasser so kaputt, dass sie erneuert werden muss. Ein Rohrdurchlass und eine moderne „Froschklappe“ werden jetzt eingebaut.
Und vielleicht erinnerst Du Dich noch: Auf den Kollmitzberg haben wir vor Jahren mit der Glasfaser eine lange Notwasserverbindungsleitung über Illersdorf verlegt. Jetzt macht sich dieser Vorausblick bezahlt. 3 weitere Häuser, die aktuell ganz schlechtes Wasser aus einem Brunnen haben, wollen jetzt anschließen. Also die langfristig Vorsorge und Vorausschau macht schon Sinn!
Und nachdem immer wieder viel „geredet“ wird – bei Veranstaltungen, Diskussionen, persönlichen Gesprächen – Du hast das gerade auch gelesen – habe ich das „REDEN“ zum Thema für die heutigen Zitate und REDEwendungen zum Tag gewählt.
- „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ – Sprichwort
- „Es ist nicht genug, eine Rede zu halten, man muss auch so reden, dass die Menschen zuhören.“ – Cicero
- „Die Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, wann man aufhören muss.“ – Unbekannt
- „Rede nur, wenn du gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt.“ – Unbekannt
- „Große Redner waren einst schlechte Redner.“ – Ralph Waldo Emerson
- „Es sind nicht die Worte, die zählen, sondern die Taten, die folgen.“ – Unbekannt
- „Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber die Zuhörer nicht.“ – Winston Churchill
- „Worte haben keine Macht, zu beeindrucken, wenn sie nicht die wahre Arbeit eines Lebens in sich tragen.“ – Walt Whitman
- „Ein kluger Mensch spricht, weil er etwas zu sagen hat; ein Dummkopf, weil er etwas sagen muss.“ – Platon
Ich wünsche Dir heute einen guten und vor allem auch „gesprächigen“ Tag, an dem Du hoffentlich viel gut Geredetes hörst und auch Gutes sprichst. Alles GUTE!

