Ardagger – Frühstücksnews – Mittwoch, 25.9.2024

(c) Manuel Holzer

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Vorgestern haben Erika und Adolf Friedl aus Winkling ihre Eiserne Hochzeit gefeiert. Seitens der Gemeinde haben Vizebürgermeister Josef Frühwirth und Ortsvorsteher Johann Berger gratuliert. Für die Pfarre waren Pfr. Mag. Gerhard Gruber und für den Seniorenbund Kollmitzberg Franz Schörghuber vertreten. Ich darf auf diesem Weg auch alles erdenklich GUTE und viel Gesundheit und Lebensfreude wünschen. Die „Eiserne Hochzeit“ steht für das 65 jährige Ehejubiläum. Das Ehepaar Friedl hat die legendäre Malerei Friedl aufgebaut und im Privatleben vor allem die Liebe zur Donau entdeckt. Mit der MS Struden hat sich Adi Friedl einen Traum erfüllt und ist mit diesem ehemaligen und später umgebauten Militärboot auch auf große Reise gegangen. Ich kann mich noch erinnern: Der schwere Dieselmotor musste regelmäßig gekühlt und auch sonst mit viel Pflege betrieben werden. Einmal waren die Friedls sogar bis ans Schwarze Meer und einmal rund um das Jahr 2011 bis nach Orleans in Frankreich zu einem Oldtimerschiffstreffen unterwegs. >> wie Du hier in der damaligen TIPS Zeitung noch nachlesen kannst. Alles GUTE zum einzigartigen Jubiläum und nochmals viel Gesundheit!

Erzählen darf ich Dir heute auch von einem – wohl auch viel diskutierten – „Kunstprojekt“ von Markus Hiesleitner in Stift Ardagger. Vor mehr als einem Jahr habe ich Dir schon erzählt, dass Hiesleitner in Bach/Hundertleiten 3 ha Grund geerbt hat. Er hat es nun seit 2022 aus der Bewirtschaftung genommen und präsentiert am kommenden Samstag dort das Kunstprojekt „LAND Ardagger“. Du kannst am kommenden Samstag, den 28.9.2024 um 15.00 Uhr mit dabei sein, wenn er gemeinsam mit seinem Künstlerteam erläutert, was hier passiert oder besser gesagt „nicht passiert“. Das Feld und gleichzeitig die „Projektfläche“ liegen oberhalb der Vierkanthöfe Weichinger (Trogbauer) und Habersohn in Richtung Hundertleiten am Spurweg. Über die Sportplatzzufahrt – vorbei an den Alpenlandhäusern – kommst Du dorthin.

Ich habe Markus Hiesleitner zum Projekt und überhaupt zu seinem für Viele wohl unverständlichen Vorhaben befragt. Denn während Landwirte zur Lebensmittelherstellung Grund und Boden dringend benötigen und um Pachtflächen ein richtiggehender Wettbewerb herrscht, werden hier 3ha Fläche einfach stillgelegt und landwirtschaftliche Nutzfläche einfach aus der Produktion genommen. Das löst viele Fragen aus und die habe ich Markus Hiesleitner auch gefragt und habe versucht die Antworten hier „sinngemäß“ wiederzugeben:

Ist das Projekt „Land Ardagger“ als Provokation gedacht um Aufmerksamkeit zu erregen?

Es sei keine Provokation, sagt Hiesleitner. Auch Landwirte würden im Rahmen der Umweltprogramme für Biodiversität und Stilllegungen bezahlt werden, argumentiert er. Er mache hier zwar ein gefördertes 2jähriges Kunstprojekt aber er bekomme keine Flächenförderungen sagt er.

Was ist dann der Antrieb für ein derartiges Projekt?

Er habe das Josefinum in Wieselburg absolviert und auch lange überlegt und er sei immer mehr in diesen Bereich der Kunst, die mit Grund und Boden und Erde arbeitet, hineingekommen.  Einen Dialog wolle er in jedem Fall erzeugen und dafür sei auch ein Diskurs notwendig – kein böswilliger, sondern ein ausgleichender und verschiedene Seiten und Sichtweisen verstehender…..

Wenn auf der Fläche nichts mehr passiert, dann wird ja das irgendwann Wald werden, oder?

Ja, nach 10 Jahren könnte es Wald werden, sagt Hiesleitner. Aber er wolle das offen lassen. Jetzt habe er einfach einmal auf die „Pausetaste“ gedrückt bei diesem Grundstück. Die Fläche habe Zeit „zum Atem holen“. Es soll nicht langfristig Wald werden – das Projekt solle nach 2 Jahren PRojektlaufzeit fertig werden und dann wird weiter entschieden, was passiert. Vielleicht kommt ein ganz anderer Aspekt – bspw. die Überlegungen zur Co2 Bindung und vielleicht wird ein entstehender Wald dann ein neuer zusätzlicher CO2 Speicher sein…..; Er lasse das bewusst offen. Die Fläche sei in keinem Fall verloren und auch Biodiversität (also natürlicher Bewuchs und die natürlich folgende Vielfalt an Pflanzen und Tieren) sei ihm wichtig.

Wie steht er zur Kritik aus der Landwirtschaft?

Er habe immer wieder Diskussionen – auch mit Intensivlandwirtschaft – sagt er. Wichtig, sei ihm, dass man zum Reden kommt…..; Ein Kunstprojekt habe es schon so an sich, dass wie in diesem Fall, auch eine Diskussion über die Fläche erzeugt wird. Und sein künstlerischer Zugang sei es, dass über die Kunst „Fenster“ mit unterschiedlichen Blickwinkeln geöffnet werden.

Radka Denemarková ist eine der 4 künstlerischen Partnerinnen für das Projekt. Was verbindet ihn mit der Schriftstellerin?

Seit seiner Zeit beim Zivildienst in Tschechien vor 20 Jahren ist dort ein persönliches Netzwerk entstanden und daraus auch gemeinsame Projekte. >>Denemarkova sei zwischenzeitlich Kafka Preisträgerin in Österreich und als internationale Schriftstellerin hoch anerkannt. Sie kritisiert kommunistische und gleichzeitig auch die europäisch kapitalistischen Gesellschaftsformen. Diese gesellschaftskritische und ihre zutiefst humanistische Einstellung seien in ihren Werken der „Nährboden“ um darauf aufbauend, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten aufzuzeigen.

Auf 17 Textseiten habe Denemarkova nun unterschiedliche Blickwinkel auf diese Fläche zusammengefasst – jenseits von landwirtschaftlichen Begrifflichkeiten, die ihr auch fremd sind. Ab Samstag werden diese „Blickwinkel“ in Form von Tafeln am Grundstück verteilt aufgestellt werden. Und da werde keine „einheitliche Wahrheit“ daraus abzulesen sein, sondern es seien viele „Wahrheiten“, die hier aufgezeigt werden.

Ich wurde schon gefragt: Wird hier ein „illegales“ Haus gebaut?

Nein, sicher nicht. Das ist nur ein Bauwagen als vorübergehendes funktionales Element – als Unterstand, als Lager und vorübergehendem Arbeitsraum auf Rädern – jederzeit zum „wegfahren“. Eine „Raumkapsel“ bzw. „modulare Einheit“ oder auch als „geschützter Raum“ auf der offenen und Wind bzw. Wetter ausgesetzten Fläche bezeichnet Hiesleitner den Bauwagen. Es sei keine Behausung und kommt nach Ende des Projektes auch wieder weg.

Ist das Projekt dann nicht doch eine „Grenzüberschreitung“?

Naja: Künstler müssten an die Grenzen gehen. Dinge, die zu brav seien, existieren nicht – also eine „positive“ Diskussion sei von Hiesleitner aus schon erwünscht und auch angespornt. Und er wünsche sich auch Rückmeldungen. Das sei ihm ausdrücklich wichtig. Denn – und das betont Hiesleitner wiederholt – die absolute Wahrheit, wie denn eine solche Fläche zu nutzen sei, gäbe es für ihn nicht. Da sei nichts falsch und nichts besonders richtig, meint er. Vielmehr sollten verschiedene Sichtweisen gegenüberstellt und Diskussionen erzeugt werden, wo man auch gegenwärtige Probleme mitdiskutieren sollte. Am Ende sei er der Eigentümer und könne über seinen Grund und Boden verfügen. In diesem Fall halt jetzt mit diesem Projekt.

Also es soll diskutiert werden?

Er wolle den Diskurs eingehen, weil die Gesellschaft und die Menschen immer weniger diskursfähig seien. Und Hiesleitner glaubt, dass das Projekt vor allem auch für „nicht Landwirte“ eine Annäherung an Landwirtschaft sein könnte. Zumindest eine Annäherung an Grund und Boden – eine bewusste Wahrnehmung davon soll erzeugt werden – selbst wenn der Boden hier nicht „produktiv“ genutzt wird. Es sei ihm wichtig, dass nicht die Bilder in den Supermarkt- und Lebensmittelwerbungen die Landwirtschaft und das Land darstellen, sondern es muss auch alternative Darstellungsformen für und über das „Land“ – wie hier – geben, sagt er.

Weitere Künstler sind in das Projekt eingebunden. Was werden sie beitragen?

Anita Fuchs hat bereits ein Versuchsfeld mitten in Wien und auch eines in der Südsteiermark. Sie wird ihre Erfahrungen hierher bringen. Klara Paterok bringt Skulturen mit – Keramiken und auch mit Kletten hat sie schon national und international gearbeitet. Franz Tisek schließlich sei Biobauer aus OÖ. Er wolle einen Schriftzug in den Boden einarbeiten – wie, das bleibt offen und ist am Samstag dann wohl eine der möglichen Überraschungen.

Informationen und Anregungen?

Die gibt´s am kommenden Samstag um 15.00 Uhr direkt an Ort und Stelle. Bei der Präsentation ist auch für Most und Brote gesorgt. Ein „Kommen und Gehen“ ist erwünscht, lädt Markus Hiesleitner zu seinem Kunstprojekt ein.

Markus Hiesleitner hat das Projekt auch auf seiner Homepage präsentiert >> https://www.hiesleitner.com/land.html. Unter 0650 5409898 steht er für Diskussion, Information und Vernetzung zur Verfügung.

 

 

Wusstest Du, dass es in unserer Nähe bald ein neu gestaltetes Mühlsteinmuseum geben wird? In Perg ist es ab 19. Oktober soweit. Vielleicht ist das auch für Dich interessant:

Am kommenden Freitag und Samstag bietet Dir das ORA Hilfsgüterlager wieder eine LEBENSMITTEL-Spendenaktion an. Du kannst  – in diesem Fall bei Interspar Amsteten – Haltbarlebensmittel einkaufen und sie dann für den Transport in Länder mit Hilfsbedarf weitergeben. Hier die Einladung:

 

Am kommenden Dienstag – das darf ich Dir vorankündigen – wird es im Rahmen des „bunt&gsund“ Vormittages in Stift Ardagger eine VORflex Information und auch Hilfestellung bei der Installation der APP geben bzw. auch Wissenswertes, wie man dieses Mobilitätsangebot nutzt. Einfach um 09.00 am kommenden Dienstag, den 1. Oktober in Stift Ardagger im PFarrheim vorbeikommen. Völlig kostenfrei und unverbindlich. LErne, wie Du Deine Fahrt buchen kannst……:

 

Zum Schluss noch zur Nationalratswahl. Viele haben sich ja bereits eine Wahlkarte zuschicken lassen, aber die meisten werden im Wahllokal wählen und deshalb zeige ich Dir heute, wie der Stimmzettel ausschauen wird. Natürlich ist er dann viel größer, aber Du siehst, bei uns werden 11 Parteien antreten. Du wirst sowohl ein Parteikreuzerl machen können als auch 3 Vorzugstimmen für Persönlichkeiten vergeben können: Einmal auf Bundesebene, einmal auf Landesebene und einmal durch Ankreuzen auf Wahlkreisebene. Am kommenden Sonntag von 07.00 bis 13.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Falls Du zwischenzeitlich Deine Wählerverständigungskarte verloren oder verlegt hast, dann nimm einfach einen Ausweis zur Sicherheit ins Wahllokal mit.

Und das Thema WAHL nehme ich auch gleich für die Sprüche zum Tag:

Wenn ich die Wahl haben zwischen dem Nichts und dem Schmerz, wähle ich den Schmerz. William Faulkner

Demokratie heißt, die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt sein. Jeannine Luczak

Du hast die Wahl. Du kannst Dir Sorgen machen, bist Du davon tot umfällst. Oder Du kannst es vorziehen, das bisschen Ungewissheit zu geniessen. Norman Mailer

Im Leben muss man dauernd zwischen Aufrichtigkeit und Höflichkeit wählen. Sophia Loren

Wenn Du sicher wählen willst im Konflikt zweier Pflichten, wähle diejenige, die zu erfüllen Dir schwerer fällt. Marie von Ebner-Eschenbach

Alles GUTE für Deinen heutigen TAG!

(c) Manuel Holzer

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen