
Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!
Du wirst Dich wahrscheinlich nicht mehr an Karl Sieghartsleitner erinnern, oder? Ein Begriff ist er allen Dorferneuerern, weil er damals in seiner Bürgermeisterzeit von 1986 bis 2002 im rund 2000 Einwohnerort Steinbach an der Steyr das Prinzip „Wertschätzung“ und „intensive Einbindung der Bürger“ in die Entscheidungsprozesse aber auch „Verantwortungsübernahme der Menschen“ im Ort und für die gemeinsamen Aufgaben eines Ortes geprägt hat. >> Der Steinbacher Weg, wie das damals genannt wurde, war sogar „Exportschlager“ bis nach Deutschland und in die Schweiz. Gestern habe ich den mittlerweile 83 jährigen Karl Sieghartsleitner besucht – spontan, aber auch mit dem hohen Interesse, wie er heute viele Entwicklungen in unseren Gemeinden und auch bei den Rahmenbedingungen unter denen wir arbeiten, sieht. Und es ist leider auch eine gewisse „Sorge“, die sich da – selbst bei einem, der immer alles gestalten konnte – breit macht. Sorge vor allem, vor den „populistischen“ Entwicklungen, die immer stärker werden. Da werde – selbst wenn es uns gut geht – bewusst Neid kultiviert, es werde Angst geschürt, es würde bewusst ein Gefühl erzeugt, dass man „weniger“ hätte, als andere, „Neid“ würde da eine Rolle spielen und dann versuchen „Populisten“ weltweit diese „gefühlt abgehängten Menschen“ zu einen und „gegen das System“ oft auch „gegen die da oben“ auszuspielen……
Es war in jedem Fall ein spannendes Gespräch, bei dem ich Karl Sieghartsleitner versucht habe, seine heutigen Rezepte für eine gelungene Ortsentwicklung herauszulocken. Und da sind wir draufgekommen, dass das „Alte“ auch heute noch das „Beste“ ist: LOB, WERTSCHÄTZUNG, EINBINDUNG der Menschen und EIGENVERANTWORTUNG für sich und andere mitübernehmen. Gerade in der immer „älter“ werdenden Gesellschaft, wie wir sie in vielen Orten erleben, sei das noch wichtiger, dass „niemand abgehängt“ werde……; Wichtig sei ein Generationen übergreifendes VERSTÄNDNIS für die jeweilige Lebenswelt, die beim 3 jährigen Kind, der 28 jährigen Mutter, dem 45 Jährigen Arbeitnehmer und dem 84 jährigen Pensionistenehepaar eine immer völlig andere ist. Also wieder „heraus“ aus der eigenen Blase, selbst wenn´s in dieser sehr gemütlich ist….. und hineinen in einen „aktiven Diskurs“ mit anderen…… im Ort und im Dorf. 
Hier auch noch ein Artikel über Karl Sieghartsleitner und seine Idee des „Neuen Lebens aus alten Wurzeln“ für die Dörfer im Land:
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Ich habe mir übrigens im Anschluss an das gestrige Gespräch mit Karl Sieghartsleitner, ein bisserl die Psychologie des „Lobens und Wertschätzens“ angeschaut und welche „Grundlagen der Anerkennung“ es da gibt, die dann wieder auf Dörfer, auf Arbeitsstätten, in Sozialeinrichtungen usw. – einfach auf das zwischenmenschliche Zusammenleben – übertragen werden könnten oder die wir ohnehin wissen. Zusammengefasst aus mehreren Artikeln u.a. >> hier aus einem Artikel der ZEIT 2014 bzw. >> hier aus einem ARD Vortrag von Reinhard Haller zusammengefasst:
- Wir wollen als Person wahrgenommen und bestätigt werden. Soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis wie das nach Essen und Trinken, ohne sie kann kein Mensch existieren.
- Nichts aktiviert das Motivationssystem so sehr, wie von anderen 2gesehen und sozial anerkannt zu werden, sagt Joachim Bauer, 2Medizinprofessor aus Freiburg, der seit Jahren den Wunsch nach Anerkennung erforscht
- Soziale Ausgrenzung ist daher eine existenzielle Bedrohung. „Bei Personen, die gegen ihren Willen dauerhaft isoliert sind, verkümmert das Motivationssystem“, erklärt Joachim Bauer. „Sie verlieren alles Interesse am Leben, haben keinen Appetit mehr und werden krank.“ Oder aggressiv.
- „Das Zentralste ist das Wohlwollen sich selbst gegenüber“, sagt die Freiburger Verhaltenstherapeutin Friederike Potreck-Rose.
- „Das Geheimnis des richtigen Lobens ist eine Mischung daraus, das Gute zu erkennen und es dann möglichst genau zu beschreiben“, sagt Johanna Graf, Psychologin an der Universität München. ……….“Sobald man ein paar positive Details über sich und sein Verhalten hört, wächst und wächst man.“
- „Jeder will gelobt und anerkannt sein und reagiert tief gekränkt, wenn er das nicht erhält“, sagte Reinhard Haller im Interview für die sechste Folge der „Sommergespräche“ auf „radio klassik Stephansdom“. Als Gegenmodell zur negativen Spirale von Erwartung und Enttäuschung, Kränkungen und Leid schlug der Gerichtsgutachter vor, Menschen mit mehr Wertschätzung zu begegnen. „Es gibt keinen besseren Motivationsfaktor“.
- Durch ein Lob springt unser internes Belohnungszentrum an und schüttet Endorphine aus, also körpereigene Opiate. Daraus entsteht hohe Motivation, erhöhte Leistungsbereitschaft, mehr Produktivität, mehr Erfüllung und eine starke innere Bindung (zur Tätigkeit selbst als auch zum Lobenden).
Übrigens habe ich das Thema „ANERKENNUNG“ auch gleich auch zum Thema für die „Weisheiten“ zum Tag gemacht:
„Anstaunen ist auch eine Kunst. Es gehört etwas dazu, Großes als groß zu begreifen.“ Theodor Fontane
Denn ein herzlich Anerkennen ist des Alters zweite Jugend. Johann Wolfgang Goethe
Ich will den anerkennen können, der in irgendetwas mit mir rivalisiert. Fanny Gräfin zu Reventlow
Den edlen Menschen kränkt sein Unvermögen; ihn kränkt nicht, dass man ihn nicht anerkennt.Konfuzius
Anerkennung ist ein wunderbares Ding: Sie bewirkt, dass das, was an anderen herausragend ist, auch zu uns gehört. Voltaire
Anerkennung braucht jedermann. Alle Eigenschaften können durch eine tote Gleichgültigkeit der Umgebung zugrunde gerichtet werden. Karl Leberecht Immermann
Der Menge gefallen heißt den Weisen missfallen. Plutarch
Der Akt der Würdigung von etwas, das Größe hat, ist ein Akt der Selbstüberwindung. William Butler Yeates
Überraschend vermittelte Anerkennung wirkt doppelt! Krenn, August
Wer mit Anerkennung knausert, spart am falschen Ort. Dale Carnegie
So und damit aus der „Theorie“ zurück in die „Praxis“ des Dorfes und des Ortes: Am kommenden Samstag findet in Ardagger Markt das DORFFEST statt. Du bist herzlich willkommen. Schau vorbei einfach, weil viele gemütliche, nette, engagierte und auch interessante Menschen auch da sind. DANKE schon jetzt dem Dorferneuerungsverein Ardagger Markt, dass sie die Gelegenheit des Zusammenkommens und gemeinsam Feierns mit dem Fest auch ermöglichen! 
Wasser ist bei diesen „heißen“ Temperaturen natürlich ein Thema. Und selbst wenn genug Wasser in unseren Leitungen da ist, ist „WASSER SPAREN“ auch immer wieder sinnvoll. >> Hier einige Tipps, die wir auch auf der Gemeindehomepage zum WASSER SPAREN zusammengefasst haben 
Der Ardagger Wochenmarkt startet demnächst wieder nach der Sommerpause. Hier schon die nächsten Termine – ab 16. August geht´s in jedem Fall wieder los: 
Jetzt gibt`s übrigens auch eine Förderung für den Austausch erneuerbarer
Heizungssysteme. Seit dem 1. Juli 2024 können Privatpersonen eine Förderung beantragen, wenn sie ihre Heizung austauschen. Gefördert wird der Austausch von bestehenden erneuerbaren Heizungen (z.B. Wärmepumpen, Holzheizungen) gegen eine neue erneuerbare Heizung, sofern die alte Heizung mindestens 15 Jahre alt ist. >> Hier geht´s zum Infolink oder mehr weiss auch Dein Installateur.
Und für Gemeinden gibt`s eine Unterstützung, wenn sie Radreparatursäulen in ihren Gemeinden aufstellen. Speziell im Bezirk Amstetten haben die Gemeinden der KEM Amstetten Nord dieMöglichkeit, eine Förderung für die Anschaffung einer Rad-Service-Station zu beantragen. Pro Gemeinde und Radreparatursäule stehen 1.500 € zur Verfügung. 
Ich wünsch Dir in jedem Fall einen GUTEN Tag und nicht vergessen: Mit ANERKENNUNG nicht SPAREN! Alles GUTE!












Ich danke dir für den Beitrag heute über den Steinbrüche Weg. Es ist sehr spannend zu lesen und darüber nachzudenken. Aber nicht nur lesen sondern auch überlegen und tun! Danke für diese Überlegungen.
LG Sylvia Eder
Ich meinte natürlich den Steinbacher Weg!