Ardagger – Frühstücksnews – Donnerstag, 27.4.2023

Sehr geehrte Gemeindebürgerin! Sehr geehrter Gemeindebürger!

Die heutigen Frühnews kommen aus Schweden. Mit dem österr. Gemeindebund bin ich hier in Stockholm und nach dem Anreisetag gestern, geht´s heute einerseits um einen grundsätzlichen Austausch mit dem schwedischen Gemeindebund zu Themen, die europaweit ein gemeinsames Anliegen sind. Wir wollen dann aber vor allem davon „lernen“, wo die Schweden besonders exzellent sind: Das ist das Thema Glasfaserausbau und vor allem Verwaltungsdigitalisierung und die Frage, wie Verwaltung trotz digitaler Hilfen „menschlich“ bleibt oder noch besser für die Bürgerinnen und Bürger arbeiten kann. Darüber aber dann morgen früh wohl mehr……..

Gestern am Anreisetag haben wir in Stockholm einige besondere Orte besucht: Einerseits das Stockholmer Stadshuset, wo jährlich das Nobel-Bankett mit den Preisträgern, der Königlichen Familie und vielen Berühmtheiten anlässlcih der Nobelpreisverleihungen stattfindet. Einen Österreich Bezug haben wir dort an der Wand entdeckt: August Strindberg, der schwedische Schriftsteller, von dem überliefert ist, dass er auch bei seinen Aufenthalten in Saxen, in Ardagger Markt seine Post aufgegeben hätte, der findet sich dort auf einer überdimensionalen Mosaikwand verewigt:

Richtiggehend  „aufgesaugt“ haben wir die kalte Luft Schwedens – und man merkt schon deutlich hier, auch klimatisch, die nördliche Lage – bei einer kurzen Schifffahrt durch die Schären Stockholms. Die Schären – und man spricht auch von einem „Schärengarten“, sind ca. 24.000 Inseln und Inselchen. Allesamt aus dem Urgestein Granit und sie tauchen relativ flach aber in einer typischen Buckelform aus der Ostsee hier auf. Eine besondere Lebenskultur und Wirtschaftskultur hat sich in dieser besonderen Region entwickelt. >> hier auch alle Infos zum Stockholmer Schärengarten auf Wikipedia.

 

Schließlich gings dann noch ins „große“ Vasamuseum. Und mit „groß“ meine ich auch „groß“, weil hier um das historische Kriegsschiff „Vasa“ herum eine große Ausstellungshalle gebaut worden ist. Rund 64m ist das Schiff lang und vom Kiel bis zum Flaggenkopf am Hauptmast ist es 52m hoch. Die Vasa ist 1628 gleich bei ihrer Jungfernfahrt rund 1300m nach der Ausfahrt gesunken. Schwere Instabilität des damals überdimensionierten Schiffes hat dazu geführt, >> wie Du hier auf Wikipedia nachlesen kannst.

Diskutiert haben wir da auch die Frage der „VERANTWORTUNG“ für den Untergang dieses damaligen „Millionen- und Prestigeprojektes“ und wer diese schließlich damals übernommen hat. Eine Untersuchungskommission war damals eingesetzt. Interessanterweise wurde kein „Schuldiger“ ausfindig gemacht und auch kein „Bauernopfer“ vorgeschoben. Der damalige König selbst – Gustav II. Adolf von Schweden – sei jener gewesen, der mit vielen Extras und Zusatzwünschen letztlich für eine so große Instabilität des Schiffes gesorgt hat, dass es gesunken ist. „Gute Berater“ hätten zwar davon gewusst, aber letztlich im Vorfeld „nichts getan und auch nicht gewarnt“, >>wie Du hier in einem WELT Artikel lesen kannst.

Jetzt soll man ja aus der Geschichte lernen und wir haben heute – viele hundert Jahre später – über unser demokratisches Staatssystem und über Complianceregeln in Staat, Gesellschaft und Betrieben da eine ganz andere „Rechts- und Verantwortungskultur“. Also Gustav II. von Schweden würde eine solche Aktion heute politisch nicht überleben. Allerdings stellt sich, wenn man weiterdiskutiert dann schon auch die Frage der „Fehlerkultur“ und dürfen Entwicklungen und Innovationen auch stattfinden? Oder verhindern wir sie heute – im großen wie im kleinen – indem allein der „Versuch“, wenn er schiefgeht schon bestraft wird und dann ohnehin keiner mehr was angeht – in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft. Ich erinnere an den erst jüngst vorerst nach nur wenigen Minuten gescheiterten Testflug der bisher größten Raumfahrtrakete „STARSHIP“ von Elon Musk. Da war dann von ihm zu lesen, es sei ein Erfolg gewesen, dass sie wenigstens diese paar Minuten geflogen sei. Und da ist wohl auch ziemlich viel Geld bei der Explosion „verbrannt“ worden.

Also: Regeln einhalten aber auch Innovation und Querdenken zulassen, um aus Fehlern zu lernen und uns wohl als Gesellschaft und in vielen bereichen der Wirtschaft und im Prrivaten damit weiterzuentwickeln.

Und deswegen kommte heute auch von Albert Einstein dieser Spruch des Tages: Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neuem versucht

Aus unserer Gemeinde Ardagger darf ich Dir noch kurz berichten – weil ja auch Schweden mittlerweile digital nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt ist – dass im Kindergarten Stift Ardagger die neue Spiel-/Schaukelkombination von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen wird. In der alten war leider schon der Wurm drin……

Die Baustelle hinter der Muittelschule für die neue Nahwärme ist angelaufen. Und am Weinberg haben wir gestern einen Kanalanschluss bei einer PArzelle, die jetzt nach rund 40 Jahren erstmals bebaut wird, nachgraben müssen. Durch die lange „Stehzeit“ war der Kanal zwischenzeitlich „kaputt“ und musste – ohne, dass er je benutzt worden ist, ersetzt werden. Ich zeig Dir hier vielleicht einmal eine KanalTV Befahrung, die ganz spannend zeigt, wie´s dann in so einem Kanal ausschaut:

Am Schluss der heutigen Frühnews noch einmal en Bild aus dem Vasamuseum. Das waren die Farben, mit denen man im 17. Jahrhundert ein solches Schiff übrigens auch sehr farbenprächtig bemalt hat. Damals nicht chemisch hergestellt, sondern einfach gewonnen aus Erzen oder aus Pflanzen. In jedem Fall aus der Natur. Alles GUTE für Deinen heutigen TAG und viel „Inspiration“ und eine ganz besonders „gute Fehlerkultur“ – abschließend nochmals mit einem Spruch von Dietrich Bonnhöfer: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“   

 

 

 

 

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